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29.07.2022

14:44

Ölbranche

Chevron und Exxon schreiben Rekordgewinne

Beide Ölkonzerne haben ihre Gewinne nahezu vervierfacht. Vor dem Hintergrund drohende Energieknappheit kritisieren Politiker den Geschäftserfolg jedoch.

Die Ölkonzerne Exxon und Chevron profitieren von gestiegenen Öl- und Gaspreisen. Reuters

Exxon

Die Ölkonzerne Exxon und Chevron profitieren von gestiegenen Öl- und Gaspreisen.

Houston, Sam Ramon Dank kräftig gestiegener Energiepreise haben die US-Ölkonzerne Chevron und Exxon Mobil im zweiten Quartal so viel verdient wie nie zuvor. Der Gewinn von Chevron stieg im Jahresvergleich von 3,1 Milliarden auf 11,6 Milliarden US-Dollar (11,4 Milliarden Euro), wie der Konzern am Freitag mitteilte. Der Umsatz wuchs um über 80 Prozent auf 68,8 Milliarden Dollar. Chevron erhöhte die Produktion, profitierte aber vor allem von deutlich höheren Preisen. So verkaufte der Konzern ein Barrel Rohöl und Flüssiggas in den drei Monaten bis Ende Juni im Schnitt für 89 Dollar. Ein Jahr zuvor waren es lediglich 54 Dollar gewesen.

Der Ölkonzern Exxon Mobil hat seinen Gewinn im zweiten Quartal sogar nahezu vervierfacht. Das liege nicht nur an den weltweit steigenden Energiepreisen, sondern auch an einem restriktiven Kostenmanagement, teilte das Unternehmen am Freitag mit. Der Ölproduzent verzeichnete in den drei Monaten bis Ende Juni einen Nettogewinn von 17,9 Milliarden Dollar, im Vergleich zu 4,69 Milliarden Dollar im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Somit übertraf das Ergebnis auch den Rekordwert aus der Zeit der Finanzkrise 2008, als Rohöl der Sorte Brent an der Börse ein Allzeithoch von 147 Dollar pro Barrel erreicht hatte. Aktuell kostet ein Barrel Brent 109 Dollar.

US-Präsident Biden verdächtigt Öl-Konzerne der Preistreiberei

Angesichts der hohen Benzinpreise und einer im Zuge des Ukraine-Kriegs potenziell kritischen Energieversorgungslage in Europa sehen Politiker die hohen Gewinne in der Öl- und Gasindustrie jedoch kritisch. US-Präsident Joe Biden hat die Branche wiederholt öffentlich ermahnt und der Preistreiberei verdächtigt. Als Exxon für das erste Quartal den höchsten Gewinn seit sieben Jahren ausgewiesen hatte, kritisierte US-Präsident Joe Biden, die Ölkonzerne würden aus der globalen Angebotsverknappung Kapital schlagen und hohe Gewinne einfahren. Exxon mache „mehr Geld als Gott“, so Biden damals.

Im Quartalsbericht erklärte Chevron-Chef Mike Wirth angesichts der Kritik, dass der Konzern seine Investitionen im Vergleich zum Vorjahr verdoppelt habe. „Chevron erhöht das Energieangebot, um bei der Bewältigung der Herausforderungen an den Weltmärkten zu helfen.“

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    Die Erdöl- und Erdgaspreise erreichten in diesem Jahr Mehrjahreshöchststände, nachdem die westlichen Sanktionen gegen den wichtigen Ölexporteur Russland den ohnehin schon angespannten Weltmarkt weiter unter Druck gesetzt hatten. Die Margen bei der Herstellung von Kraftstoffen stiegen auf der ganzen Welt extrem an und trieben die Gewinne von Ölriesen wie Shell, TotalEnergies und Chevron in die Höhe.

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