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15.02.2019

11:06

Ölkonzern

Ölmulti Shell kauft bayerischen Batteriehersteller Sonnen

Von: Peter Köhler, Kathrin Witsch

Der niederländisch-britische Ölkonzern hat ein deutsches Start-up gekauft. Shell will jährlich weitere Milliarden in Ökounternehmen stecken.

Ölmulti Shell kauft bayerischen Batteriehersteller Sonnen. Reuters

Shell-Station

Ölmulti Shell kauft bayerischen Batteriehersteller Sonnen.

Düsseldorf, FrankfurtDer niederländisch-britische Ölkonzern Shell übernimmt das deutsche Solarbatterieunternehmen Sonnen. „Wir stehen kurz vor dem Eintritt in den Massenmarkt. Mit Shell als Partner können wir unser Wachstum jetzt noch schneller vorantreiben“, sagte Sonnen-Chef Christoph Ostermann dem Handelsblatt.

Das bayerische Start-up aus Wildpoldsried hatte in den vergangenen drei Jahren ein rasantes Wachstum hingelegt. Von 2016 auf 2017 sprang der Umsatz von 41 Millionen Euro auf 65 Millionen Euro und auch für das vergangene Jahr rechnet der Solarbatteriepionier mit einem Umsatzwachstum von 30 Prozent. Schwarze Zahlen schreibt das Unternehmen bislang nicht. Das primäre Ziel sei Wachstum und Shell unterstütze diese Strategie, heißt es dazu von Sonnen.

„Mit Shell können wir unsere Internationalisierung weiter vorantreiben und das Wachstum stemmen“, sagte Ostermann. Aus eigener Kraft hätte man das nicht geschafft.

Fast im Monatstakt haben die Allgäuer ihre Auslandsexpansion vorangetrieben. Mitte 2015 startete das Unternehmen mit einem eigenen Team in Italien, ein Jahr später in Großbritannien, dann in Australien.

Durch die Kooperation mit dem französischen Energieriesen Engie erschloss sich Sonnen im vergangenen Jahr den nächsten Markt und eröffnete seine eigene Produktion in Australien. Hier hatte der deutsche Batteriehersteller einen Großauftrag der australischen Regierung an Land gezogen.

Auch der Wagniskapitalgeber eCapital hatte schon in Sonnen investiert. „Wir haben über zwei Fonds zuletzt über 16 Prozent der Anteile gehalten, nur ein Stratege, der jetzt mit verkauft, hielt einen höheren Anteil“, sagt Paul-Josef Patt, Vorstandschef von eCapital, dem Handelsblatt.

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Die großen Konzerne der Branche haben sich in den vergangenen Jahren gesund gespart. Jetzt gilt es für Big Oil aber, wieder zu investieren.

Patt sieht in der Übernahme den richtigen Schritt, denn: „Ich denke, dass Shell – die ja eine eigene New Energy-Sparte aufgebaut hat und stark in diesen Bereich investiert – der ideale Partner ist, um sonnen weltweit weiter nach vorne zu bringen“, ergänzt er.

Shell hatte tatsächlich bereits 2018 einen zweistelligen Millionenbetrag in Sonnen investiert und baut mit seiner Tochter Shell New Energy das Engagement im erneuerbare Energien-Bereich aus. „Sonnen ist einer der führenden Anbieter auf dem Heimspeichermarkt. Durch die Übernahme können wir für unsere Kunden eine größere Auswahl an verlässlicher und sauberer Energie bieten“, sagte Shell New Energy-Chef Mark Gainsborough.

Seit 2016 investiert Shell mit New Energy gezielt in alternative Kraftstoffe und grüne Energien. Pro Jahr will der Ölkonzern so ein bis zwei Milliarden Dollar in Ökounternehmen stecken. Dass Sonnen zum Verkauf stand, war nicht öffentlich bekannt und gab auch keine Verkaufsauktion. Zum Verkaufspreis wollten sich weder Shell noch Sonnen äußern.

Handelsblatt Energie Briefing

Kommentare (2)

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Herr Jochen Roß

15.02.2019, 13:50 Uhr

Die Frage die sich mir hier stellt ist: kauft Shell sich hier vielleicht Konkurrenz vom Markt weg, und will damit den Trend zum Ökostrom verlangsamen? :-) Möglich wäre ein solcher Schritt....

Frau Nicole Bartels

15.02.2019, 16:35 Uhr

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