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31.01.2019

09:11

Blitzanalyse: Shell verbucht bestes Ergebnis seit 2014  dpa

Shell

Der Ölkonzern ist im vergangenen Jahr besonders mit Zukäufen in der Ökosparte aufgefallen. 

Ölkonzerne

Shell verbucht bestes Ergebnis seit 2014 – die Blitzanalyse

Von: Kathrin Witsch

DüsseldorfDer niederländisch-britische Ölriese Royal Dutch Shell hat am Donnerstagmorgen die Bilanz für das vergangene Jahr vorgelegt. Hier die wichtigsten Fakten. 

  • Mit einem Umsatz von fast 400 Milliarden Dollar erreicht der Ölmulti fast wieder Vorkrisenniveau
  • Der Gewinn steigt um fast 36 Prozent, von 15,7 Milliarden Dollar auf 21,4 Milliarden Dollar
  • Unangefochtener Gewinnbringer ist das Geschäft mit Gas, das 2018 fast ein Drittel des Gewinns ausmachte. 

Das fällt positiv auf 

Es scheint, als wäre der Branchenriese fast wieder bei seiner alten Höchstform angelangt. 396 Milliarden Dollar Umsatz – so viel hat Shell seit vier Jahren nicht mehr eingenommen. Auch der Gewinn kann sich sehen lassen: 21,4 Milliarden Dollar und damit eine 36-prozentige Steigerung zum Vorjahresergebnis. 

Trotz gesunkenem Ölpreis, der seit Oktober vergangenen Jahres von einem Hoch bei 84 Dollar je Barrel der Sorte Brent auf aktuell 62 Dollar gefallen ist, kann Shell auch die Gewinne seiner einzelnen Sparten Exploration und Förderung (Upstream) sowie Gas steigern. 

Auch die Ergebnisse für das vierte Quartal 2018 sind dank gestiegener Preise für die Rohstoffe besser als erwartet. Der bereinigte Gewinn stieg um 32 Prozent auf 5,69 Milliarden Dollar. Das übertraf die Schätzungen der Analysten deutlich. Für das abgelaufene Quartal sollen die Aktionäre wie für das dritte Quartal 47 US-Cent je Aktie als Dividende erhalten.

Das fällt negativ auf 

Der Downstream-Bereich, also das Geschäft mit Raffinerien, Vertrieb und Marketing, hingegen lief im vergangenen Jahr nicht so gut. In seinem Kerngeschäft musste der Ölriese über sieben Prozent Verlust hinnehmen. Der Gewinn sank hier 2018 von 8,2 auf 7,6 Milliarden Dollar. 

Dazu passend ist die Ölproduktion seit drei Jahren auf einem etwa gleichbleibendem Niveau von 3,6 Barrel Öl-Equivalent pro Tag. Dafür steigt das Verkaufsvolumen von Flüssigerdgas (LNG) kontinuierlich, 71 Millionen Tonnen Flüssigerdgas verkauften die Niederländer 2018.

Was jetzt passiert 

„Wir haben unsere Versprechen für das Jahr erfüllt, darunter die Errichtung wichtiger Wachstumsprojekte bei gleichzeitiger Disziplin der Kapitalinvestitionen“, sagte der Vorstandsvorsitzende Ben van Beurden in einem Statement. Auch in diesem Jahr wolle man an dieser Kostendisziplin weiter festhalten, beteuerte der Shell-Chef. 

Weiter investieren will der Konzern aber in das Geschäft mit LNG und auch in regenerative Energien. So könnte der Hamburger Ökostromanbieter Lichtblick in Zukunft zum Shell-Konzern gehören. Das Mineralölunternehmen hat zusammen mit dem niederländischen Pensionsfonds PGGM Interesse an der kommunalen niederländischen Eneco-Gruppe bekundet, zu der Lichtblick seit Dezember 2018 vollständig gehört.

Das passt zu der massiven Erhöhung des Investitionsvolumens in grüne Energien. Shell will pro Jahr vier Milliarden Dollar in Erneuerbare stecken.  Bisher hatte der Ölriese mit ein bis zwei Milliarden Dollar jährlich weniger als die Hälfte der geplanten Summe für Ökozukäufe ausgegeben. Zum Vergleich: In die Erschließung neuer Gas- und Ölfelder investiert Shell jährlich 25 Milliarden Dollar.

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