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12.07.2021

15:56

Rock Tech Lithium

„Wir werden ganz klar eine Lithium-Knappheit sehen“

Von: Kathrin Witsch

Die Nachfrage nach Elektroautos steigt schneller als angenommen. In der Folge könnte das Lithium knapp werden, warnt Stefan Krause vom Produzenten Rock Tech Lithium.

Der Rohstoff könnte schon in wenigen Jahren zum knappen Gut werden. REUTERS

Lithium-Förderung in der Atacama-Wüste im Norden Chiles

Der Rohstoff könnte schon in wenigen Jahren zum knappen Gut werden.

Düsseldorf Erst vor wenigen Wochen ist Stefan Krause als stellvertretender Aufsichtsratschef zu Rock Tech Lithium gewechselt. Seine Aufgabe ist klar: Der ehemalige BMW-Finanzvorstand soll bei dem kanadisch-deutschen Rohstoffunternehmen vor allem das Profil in Richtung Autoindustrie schärfen.

Mit dem bevorstehenden Elektroauto-Boom werden Volkswagen, BMW, Daimler und Co. perspektivisch die wichtigsten Kunden für den 1996 gegründeten Lithium-Produzenten. Die ersten Gespräche laufen schon, das Interesse sei groß, sagt Krause im Gespräch mit dem Handelsblatt. Steigt die Nachfrage weiter so rasant, könnte Lithium aber schon in vier bis fünf Jahren zum knappen Gut werden. 

Herr Krause, dass die Nachfrage nach Elektroautos massiv steigen wird, war doch absehbar. Warum wurde nicht frühzeitig mehr Geld in den Lithium-Abbau gesteckt?
Die Lithium-Nachfrage hat sich analog zum Elektroauto-Boom entwickelt. Die meisten Regionen stehen bei dem Thema ja gerade erst am Anfang. Es ist also ein sehr junger Markt, der gerade erst industrialisiert wird.

Vor zwei Jahren hat also noch keiner an den Durchbruch von Elektroautos geglaubt?
Selbst ein Großteil der Autohersteller hat vor zwei, drei Jahren noch nicht an E-Autos geglaubt. Das Jahr 2020 war jetzt aber ein Wendepunkt. Das kam auch durch die globale Pandemie. Das Thema nimmt jetzt einfach an Fahrt auf.

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    Was hat sich seitdem verändert?
    Der Investorenglaube hat vorher gefehlt, aber jetzt ist auch der Kapitalmarkt da. Nachdem es ein großes Interesse an den Zellfertigern gab, kommt jetzt auch ein großes Investoreninteresse an Lithium.

    Der frühere BMW-Manager ist seit kurzem im Aufsichtsrat von Rock Tech Lithium. Quelle:  Karin Busch 

    Stefan Krause

    Der frühere BMW-Manager ist seit kurzem im Aufsichtsrat von Rock Tech Lithium. Quelle: Karin Busch 

    Werden sich jetzt auch Autokonzerne an der Lithium-Förderung beteiligen?
    Die Autokonzerne werden sich um dieses Thema kümmern müssen, genauso wie die Zellhersteller. Wir führen schon erste Gespräche. Noch nicht alle Hersteller haben das Problem erkannt. Aber viele fangen an, sich ihre Zellkapazitäten zu sichern, und sprechen jetzt auch über die dazugehörige Lithiumförderung. Hier wird es in den nächsten Monaten auch erste Ankündigungen geben.

    Glauben Sie, dass Lithium in den kommenden Jahren zur Mangelware wird?
    Wie Öl ein knapper Rohstoff für die Verbrennungsmotor-Industrie war, wird Lithium ein knapper Rohstoff für die E-Autowirtschaft. Nicht nur bei Elektroautos, sondern auch bei stationären Batterien, Smartphones, Laptops und Co. spielt der Rohstoff ja eine entscheidende Rolle. Unsere neue Wirtschaft setzt auf Batterien auf. Aber die Industrialisierung ist eben auch sehr aufwendig, und hier werden wir ganz klar eine Lithium-Knappheit sehen.

    Lässt sich diese kurzfristige Knappheit noch verhindern?
    Das kommt darauf an, wie sich die Nachfrage entwickelt. Wir reden mit den Kunden, die Lithium brauchen, weil wir die Planung brauchen. Dann wissen wir, wie groß die Kapazitäten sein müssen, gehen an den Finanzmarkt und sichern uns das Kapital. Das dauert aber ein paar Jahre, bis das alles ins Laufen kommt. Aber wir müssen jetzt damit anfangen.

    Herr Krause, vielen Dank für das Interview.

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