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21.09.2022

17:14

Rohstoffe

Arabischer Ölkonzern Adnoc greift nach Rohstoffhändler Gunvor

Von: Jakob Blume

Der Staatskonzern der Vereinigten Arabischen Emirate erwägt offenbar eine Beteiligung am Genfer Handelshaus. Gunvor importiert Öl und Gas auch nach Deutschland.

Rohstoffhändler Gunvor gehört auch eine Raffinerie in Oberbayern. dpa

Raffinerie in Ingolstadt

Rohstoffhändler Gunvor gehört auch eine Raffinerie in Oberbayern.

Zürich In der Ölindustrie bahnt sich womöglich ein Milliardendeal an: Der staatliche Ölkonzern der Vereinigten Arabischen Emirate, Adnoc, hat einem Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg zufolge sein Interesse am Genfer Handelshaus Gunvor bekundet. Demnach könnte Adnoc ein Gebot für eine Beteiligung oder eine vollständige Übernahme abgeben. Ein Gunvor-Sprecher sagte auf Anfrage, das Unternehmen kommentiere keine Gerüchte oder Spekulationen.

Die Gespräche befinden sich dem Bericht zufolge in einem frühen Stadium. Eine mögliche Bewertung steht demnach noch nicht im Raum. Gunvor selbst gibt den Wert des Eigenkapitals in der Bilanz mit vier Milliarden Dollar an. Im ersten Halbjahr 2022 erwirtschaftete das Unternehmen, das vor allem stark im Handel mit Öl und Flüssiggas ist, einen Gewinn von 840 Millionen Dollar.

Gunvor hält kritische Infrastruktur in Deutschland

Gunvor ist auch in Deutschland aktiv: Der Konzern betreibt hierzulande eine Ölraffinerie in Ingolstadt. Darüber hinaus hält das Unternehmen eine Minderheitsbeteiligung an der Transalpin-Pipeline, die Deutschland über die italienische Hafenstadt Triest mit Öl versorgt. Zudem importiert das Unternehmen Gas nach Deutschland.

Als Gasimporteur hatte sich Gunvor auch um Ausschüttungen aus der Gasumlage bemüht. Als hochprofitables Unternehmen mit Sitz im Ausland dürfte Gunvor jedoch bei der Reform der Gasumlage nicht mehr berücksichtigt werden.

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    Mehrheitseigentümer ist der Norweger Torbjörn Törnqvist, er hält rund 88 Prozent der Anteile an der nicht börsennotierten Firma. Törnqvist hatte sich zuletzt in Interviews offen gegenüber externen Investoren gezeigt, betonte jedoch, keinen vollständigen Ausstieg zu planen. Gunvor fährt im aktuellen Umfeld zwar Rekordgewinne ein. Gleichzeitig müssen die Händler wegen der hohen Preisschwankungen aber höhere Sicherheitsleistungen bei Banken für ihr Handelsgeschäft hinterlegen.

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