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08.03.2019

20:30

Weltbank-Schlichtung

Venezuela muss Ölkonzern Conoco mehr als acht Milliarden US-Dollar Entschädigung zahlen

Von: Julia Rotenberger

Venezuela soll dem US-Ölkonzern für die Verstaatlichung von Ölfeldern eine Milliardenentschädigung zahlen. Conoco dürfte trotzdem nicht zufrieden sein.

Der Ölkonzern hat eine Milliardenentschädigung zugesprochen bekommen. AP

Conoco-Tankstelle in Houston (Texas)

Der Ölkonzern hat eine Milliardenentschädigung zugesprochen bekommen.

DüsseldorfVenezuela muss dem US-Ölkonzern Conoco-Phillips nach einem jahrelangen Streit um verstaatlichte Ölfelder eine Milliardenentschädigung zahlen. Die Schlichtungsstelle der Weltbank sprach Conoco mehr als acht Milliarden Dollar zu.

In einem früheren Verfahren hatte die Weltbank dem Konzern bereits eine Summe von rund zwei Milliarden US-Dollar zugesprochen. Das zusammen mit dem neuen Schlichtungsurteil macht Conoco zu einem der größten Profiteure der Enteignungswelle in Venezuela im vergangenen Jahrzehnt.

Allerdings dürfte das Unternehmen dennoch nicht zufrieden sein. Denn für die Beschlagnahmung von drei Ölprojekten durch den früheren venezolanischen Präsidenten Hugo Chavez vor einem Jahrzehnt forderte das Unternehmen eine Entschädigung von bis zu 30 Milliarden US-Dollar. Und: Venezuela kann das Urteil noch anfechten.

Inwieweit das Land seinen Zahlungsverpflichtungen nachkommen wird und kann, ist zudem ungewiss. Das Land steckt in einer tiefen wirtschaftlichen und politischen Krise. Zuletzt betrug die Staatsverschuldung des Landes fast 160 Prozent der Bruttoinlandsproduktes; eine Hyperinflation macht Staat und Bevölkerung zu schaffen. Außerdem tobt seit einigen Wochen ein Machtkampf zwischen dem Präsidenten Nicolas Maduro und dem Oppositionsführer Juan Guaido.

Die dem US-Ölkonzern nun durch die Weltbank-Schlichtungsstelle zugesprochene Summe übersteigt bei weitem die Devisenreserven des angeschlagenen Landes: Laut Daten der Weltbank betrugen diese im Juni des vergangenen Jahres weniger als 1,5 Milliarden US-Dollar.

Mit Material von Reuters

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