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27.09.2022

08:17

Windenergie

Siemens-Gamesa-Chef: Verlustprojekte belasten bis 2024

Viele verlustbringende Projekte der Windkrafttochter belasten das Ergebnis von Siemens Energy. Unter dem neuen Chef soll sich das ändern. Aber das dauert.

Der Windkraftkonzern will sich profitabler aufstellen. Reuters

Siemens Gamesa

Der Windkraftkonzern will sich profitabler aufstellen.

Madrid/Frankfurt Der neue Siemens-Gamesa-Chef Jochen Eickholt will die drängendsten Probleme mit seiner neuen Windanlagen-Plattform für den Einsatz an Land in den nächsten Monaten in den Griff bekommen. Zehn bis 15 verlustbringende Projekte mit der Onshore-Plattform namens 5.X dürften das Sorgenkind von Siemens Energy aber noch bis ins Jahr 2024 belasten, räumte Eickholt in einem am Dienstag veröffentlichten Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters ein. „Das Wichtigste für uns ist es, das 5.X-Projekt zu stabilisieren. Wir haben uns das bis zum Ende des Kalenderjahres zum Ziel gesetzt, und da sind wir auf Kurs. Aber es bleibt eine Herausforderung.“

Siemens Gamesa ist der weltgrößte Hersteller von Windanlagen auf hoher See (Offshore). Die 5.X-Plattform sollte das spanische Unternehmen auch im Onshore-Geschäft voranbringen. Unter anderem interne operative Probleme dabei haben aber zu Verlusten und zu einer Serie von Gewinnwarnungen geführt, die auch die deutsche Muttergesellschaft Siemens Energy belasteten. Diese hatte den erfahrenen Sanierer Eickholt als Vorstandschef nach Spanien geschickt und will Siemens Gamesa komplett übernehmen, um dort besser durchgreifen zu können.

Trotz des Booms bei erneuerbaren Energien kämpfen viele Windturbinen-Hersteller derzeit mit einem immensen Druck auf die Margen. Die Ursachen reichen bis ins Jahr 2017 zurück. Damals hatten zahlreiche Länder das großzügige Fördersystem für solche Anlagen durch Auktionsverfahren ersetzt. Die Corona-Krise und der Krieg in der Ukraine kamen hinzu. Neue Konkurrenten, vor allem aus China, hätten Siemens Gamesa in Märkten wie Brasilien und Indien das Leben noch schwerer gemacht, sagte Eickholt.

Die Windanlagenbauer kämpfen zudem mit rasant steigenden Kosten für Stahl und Logistik, die sie laut den Verträgen bisher nicht auf die Kunden abwälzen können. Eickholt will das ändern - und sieht erste Erfolge beim Versuch, die Preise anzupassen: „Es ist ... schwierig, aber wir machen Fortschritte, Schritt für Schritt.“ Das Geschäft in den vergangenen drei Monaten sei „ganz solide“ gewesen. „Nicht allzu gut, aber auch nicht allzu schlecht.“

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