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24.11.2020

19:20

Tesla

Elon Musk will in Grünheide die größte Batteriefabrik der Welt bauen

Von: Kathrin Witsch, Dietmar Neuerer

PremiumTesla will in Brandenburg auch Batterien für die eigenen E-Autos herstellen. Dem Konzern winkt laut Bundeswirtschaftsministerium eine „beträchtliche Förderung“.

Der Tesla-Chef hat große Pläne für den Standort Brandenburg. AFP

Elon Musk

Der Tesla-Chef hat große Pläne für den Standort Brandenburg.

Düsseldorf, Berlin Elon Musk will sein bei Berlin entstehendes Tesla-Werk zur weltgrößten Batteriefabrik machen. Das kündigte der Chef des Elektroautoherstellers am Dienstag per Videoauftritt bei einer Konferenz zur europäischen Batteriewirtschaft an. 

Dass es eine „lokale Zellproduktion“ geben werde, die den Bedürfnissen der Berliner Fabrik gerecht werde, hatte Musk bereits im Sommer angekündigt. Einen Bauantrag hat Tesla aber noch nicht gestellt. „Ein dementsprechender Antrag liegt der Genehmigungsbehörde zum jetzigen Zeitpunkt nicht vor“, sagte die Sprecherin des brandenburgischen Umweltministeriums, Frauke Zelt, dem Handelsblatt.

Auch eine abschließende Baugenehmigung für das Autowerk hat das zuständige Landesumweltamt noch nicht erteilt. Tesla baut auf Grundlage vorläufiger Teilgenehmigungen. Bei einer vor wenigen Wochen abgehaltenen Anhörung erhielten Kritiker des Projekts die Gelegenheit, ihre beim Land Brandenburg eingereichten Einwände vorzutragen.

Laut Ministeriumssprecherin Zelt wird der Erörterungstermin zur Tesla-Fabrik derzeit ausgewertet. „Alle dort auf Basis der eingereichten Einwendungen vorgebrachten Argumente und Anträge werden geprüft und fließen in die Entscheidungsfindung ein“, sagte sie.

Tesla will vom Sommer 2021 an Elektroautos in Grünheide in Brandenburg produzieren und sein Ziel von rund 500.000 Stück pro Jahr möglichst schnell erreichen. Laut dem Chef der Arbeitsagentur Frankfurt an der Oder, Jochem Freyer, werden zunächst etwa 7000 unbefristete Vollzeitstellen in der Fabrik besetzt. Zum Ende der ersten Ausbaustufe im Jahr 2022 sollen 5000 weitere folgen. Im Entwurf für den Bebauungsplan der Gemeinde Grünheide ist schon die Rede von bis zu 40.000 Beschäftigten bei einer möglichen vierten Ausbaustufe.

Auch Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) bestätigte, der US-Unternehmer habe den Aufbau der Produktion zugesagt. „Musk steht zu seinem Investment in Brandenburg“, sagte der Minister auf der „European Conference on Batteries“. Die dort geplante „Gigafabrik“ werde eine der größten des amerikanischen Elektroauto-Pioniers werden.

Laut Altmaier könne Tesla beim Aufbau der Produktion mit einer „beträchtlichen Förderung“ des Staates rechnen. Details könne er nennen, sobald das zweite Großprojekt zur Batteriezellfertigung von der EU-Kommission genehmigt worden sei. Das dürfte demnächst passieren, sagte der CDU-Politiker am Dienstag auf der Veranstaltung, die der Bundeswirtschaftsminister im Zuge der deutschen EU-Ratspräsidentschaft organisiert hatte.

Autoverband spricht von einer „starken Nachricht“

Anfang des Jahres hatte Altmaier mit Blick auf eine mögliche staatliche Förderung der Zeitung „Welt am Sonntag“ gesagt, dass es keine Privilegierung Teslas, aber auch keine Diskriminierung gebe. Um staatlich gefördert zu werden, müssten „die Unternehmen bestimmte Anforderungen an die Nachhaltigkeit und Leistungsfähigkeit der Batterien erfüllen“, führte Altmaier aus.

„Außerdem dürfen nicht nur verlängerte Werkbänke in Deutschland entstehen. Es muss auch Forschung und Entwicklung und Wertschöpfung in Deutschland stattfinden“, sagte er. „Alle Firmen, die diese Kriterien erfüllen, haben grundsätzlich die Chance, eine Förderung zu erhalten - auch Tesla.“

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Die Präsidentin des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), Hildegard Müller, sprach von einer „starken Nachricht“ für den Automobilstandort Deutschland. Durch die Förderung des Bundeswirtschaftsministeriums entstehe die größte Batteriefabrik der Welt. „Wir begrüßen das Vorhaben, die umweltfreundlichsten Batteriezellen in Deutschland herzustellen“, sagte Müller, „dadurch entstehen 10.000 Arbeitsplätze.“

Tesla kann sich mit dem Projekt, zumindest zwischenzeitlich, eine langjährige Spitzenposition zurückerobern. Das Stammwerk im US-Bundesstaat Kalifornien war mit einer Produktionskapazität von 35 Gigawattstunden (GWh) jährlich lange das größte der Welt. Die wird aber bald von einem Werk des chinesischen Marktführers CATL abgelöst. Noch in diesem Jahr will CATL sein Werk mit einer Kapazität von 50 GWh fertigstellen.

Batterie-Großprojekt im Saarland

Auf der ganzen Welt erhöhen Batteriezellhersteller gerade ihre Produktionskapazitäten. Der gesamte Lithium-Ionen-Batterie-Markt  wuchs allein für Elektroautos laut einer Analyse des Beratungsunternehmens McKinsey im vergangenen Jahr um 17 Prozent auf 117 Gigawattstunden. Bis 2025 könnte die weltweite Produktion auf etwa 1.000 Gigawattstunden steigen.

Während für die Branchenführer der Kernmarkt meist der heimatliche in China, Japan und Südkorea war, verlagert sich der Fokus jetzt immer mehr nach Europa. Allein in Deutschland sind derzeit sechs Giga-Werke in Planung.

Erst in der vergangenen Woche kündigte der chinesische Produzent SVolt an, das nächste Großprojekt aufzubauen - im Saarland. Eine ähnlich große Fabrik wird derzeit von CATL in Erfurt aufgebaut. Und in Salzgitter bauen Northvolt und Volkswagen an ihrer eigenen Zellfabrik.

Macht Musk seine jüngste Ankündigung wahr, käme noch eine Batteriezellfabrik hinzu und Deutschland wäre auf dem besten Weg zum Batteriezentrum Europas zu werden. 

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