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04.09.2017

15:33 Uhr

Air Berlin

EU-Wettbewerbshüter stimmen Millionen-Kredit zu

Vor gut drei Wochen hat Air Berlin in der Ferienzeit Insolvenz beantragt. Nun genehmigt die EU-Kommission den staatlichen 150-Millionen-Euro-Kredit für die Pleite-Fluglinie. Die Zahlung stehe im Einklang mit EU-Recht.

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BrüsselDie Europäische Union verschafft der Pleite-Fluglinie Air Berlin mehr Luft im laufenden Verkaufspoker. Das 150 Millionen Euro schwere Überbrückungsdarlehen für die Airline sei geprüft und genehmigt worden, teilte die Europäische Kommission am Montag mit.

Dadurch solle die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft in die Lage versetzt werden, in den kommenden Monaten bis zum Abschluss der Verhandlungen weiterzufliegen. Deutschland stellt die Kreditlinie zur Verfügung, doch musste Brüssel der Aktion zustimmen. Air Berlin selbst und Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries begrüßten die Freigabe.

Air Berlin musste Mitte August nach jahrelangen Verlusten Insolvenz anmelden. Zuvor hatte die arabische Fluglinie Etihad, die die Berliner mit Geldspritzen in der Luft hielt, den Geldhahn zugedreht. Seitdem wird händeringend nach Käufern gesucht.

Derzeit gilt Platzhirsch Lufthansa als aussichtsreichster Bieter. Zu den weiteren Interessenten zählen die britische Easyjet und der deutsche Ferienflieger Condor. Auch der ehemalige Energie-Topmanager Utz Claassen hat laut einem „Spiegel“-Bericht ein Auge auf Air Berlin geworfen - ebenso der Berliner Unternehmer Alexander Skora, der internationale Investoren ins Boot holen will.

Skora will Air Berlin wieder auf Strecken wie nach Mallorca stark machen und ein flexibles Ticketmodell mit Auktionen einsetzen. „Für die Langstrecken sehe ich Lufthansa und für weitere Europa-Verbindungen Easyjet in der Verantwortung. So kann Air Berlin langsam nach und nach wieder wachsen“, sagte Skora zu Reuters.

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Der frühere EnBW-Chef Utz Claassen kritisiert im Interview die Politik im Bieterverfahren um Air Berlin. Aus Sicht des Managers wäre es möglich, die insolvente Fluglinie zu sanieren und Jobs zu erhalten.

Bis zum 15. September sammeln die Air-Berlin-Insolvenzverwalter verbindliche Angebote von Investoren ein. Verhandlungskreisen zufolge könnte bestenfalls bereits am 21. September feststehen, wer welche Teile von Air Berlin bekommt. Das Unternehmen muss aufs Tempo drücken, da die finanziellen Mittel begrenzt sind. Um die Kosten zu drücken, wurde bereits beschlossen, verlustträchtige Langstreckenflüge in rund vier Wochen einzustellen.

Von

rtr

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