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26.06.2019

16:54

Bilanzskandal

Steinhoff verlangt 59 Millionen Dollar vom Ex-CEO Jooste zurück

Der Möbelkonzern Steinhoff hat seinen ehemaligen CEO Markus Jooste auf die Rückzahlung von Gehältern und Boni verklagt. Auch der Ex-Finanzchef ist betroffen.

Der Ex-Steinhoff-CEO soll nach dem Willen des Konzerns Gehälter und Boni zurückzahlen. Reuters

Markus Jooste

Der Ex-Steinhoff-CEO soll nach dem Willen des Konzerns Gehälter und Boni zurückzahlen.

Der südafrikanisch-deutsche Möbelkonzern Steinhoff hat seinen ehemaligen Vorstandsvorsitzenden Markus Jooste auf die Rückzahlung von Gehältern, Boni und anderen Vergütungen im Gesamtwert von rund 59 Millionen US-Dollar verklagt, die Jooste ab 2009 erhalten hatte. Das berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg und beruft sich dabei auf eine Klage, die beim High Court in Kapstadt eingereicht wurde.

Darunter fallen auch 2,4 Millionen Dollar an Boni, die der Ex-CEO 2017 ohne vorherige Genehmigung erhalten hat. Diese Zahlungen wurden erstmals im Steinhoff-Geschäftsbericht für dieses Jahr veröffentlicht, der im Mai verspätet veröffentlicht wurde.

Der ehemalige Finanzchef Ben la Grange wurde auf rund 19 Millionen US-Dollar verklagt. Der Fall wurde erstmals von der in Johannesburg ansässigen Financial Mail gemeldet.

Die Klage deutet darauf hin, dass das derzeitige Management von Steinhoff vor allem Jooste für die Reihe von zweifelhaften Drittgeschäften und künstlich aufgeblähten Vermögenswerten bei der südafrikanischen Gesellschaft verantwortlich macht, die schließlich zum Bilanzskandal führten.

Der Ex-CEO und La Grange gehören zu den acht Ex-Steinhoff-Managern, die nach Erkenntnissen der Wirtschaftsprüfer von PwC konzerninterne Transaktionen im Volumen von 6,5 Milliarden Euro als externe Umsätze verbucht haben sollen, um die Gewinne aufzublähen und Verluste in einzelnen Töchtern zu verdecken. Durch die Aufarbeitung des Bilanzskandals verzögerte sich die Aufstellung der Abschlüsse für 2017 und 2018.

Steinhoff musste die Firmenwerte mehrerer in den vergangenen Jahren zusammengekaufter Tochterfirmen massiv nach unten korrigieren. 2017 (per Ende September) schrieb der Konzern dadurch vier Milliarden Euro Verlust. 2018 belief sich das Minus auf 1,2 Milliarden Euro, bedingt durch weitere Wertkorrekturen sowie 117 Millionen Euro an Kosten für die Aufklärung des Skandals.

Seit Bekanntwerden des Skandals Ende 2017 sind die Steinhoff-Aktien um 97 Prozent eingebrochen. Der Konzern verhandelt weiterhin mit Gläubigern über die Restrukturierung von 12 Milliarden Dollar Schulden.

Die Zahlung von Gehältern und Boni an Jooste und La Grange sei von „der soliden und erfolgreichen finanziellen Leistung“ des Einzelhändlers abhängig gewesen, heißt es in der Klageschrift. Wäre das Unternehmen über alle Fakten informiert gewesen, hätte der Vergütungsausschuss keine Zahlung empfohlen.

Mehr: Die Aufklärung des Bilanzskandals des Möbelriesen Steinhoff dürfte Unsummen kosten. Der entstandene Schaden ist trotzdem unwiederbringlich.

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