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24.06.2019

14:58

Blablabus

Ab einem Euro pro Fahrt – Blablacar greift Flixbus im Geschäft mit Fernbusreisen an

Von: Dieter Fockenbrock

Der französische Mitfahrdienst Blablacar attackiert den Marktführer in Deutschland. Flixbus expandiert unterdessen im Ausland.

Blablacar greift Flixbus im Geschäft mit Fernbusreisen an AFP

Blablabbus

Blablacar will in erster Linie Flixbus Konkurrenz machen.

Düsseldorf Sechs Jahre nach Öffnung des Fernbusmarktes in Deutschland steht die Branche vor einem Umbruch. Flixbus, mit 95 Prozent Anteil inzwischen unangefochtener Marktführer in Deutschland, will sein Angebot mit Eisenbahnzügen kräftig ausbauen. Nach Stuttgart-Berlin, Hamburg-Köln und Köln-Berlin sind nicht nur in Deutschland weitere Strecken geplant, sondern auch in Frankreich und Schweden.

Im eigenen Land greift dafür Blablabus aus Frankreich an. Blablabus kündigte am Montag in Berlin an, ab sofort 19 Städte in Deutschland anzufahren, darunter Frankfurt-Berlin, München-Berlin, Dresden-Bremen und Düsseldorf-Hamburg. Bis zum Jahresende soll ein Liniennetz in Deutschland mit 40 Orten angefahren werden. Europaweit plant Blablabus ein Netz mit 400 Orten. Bis September gibt es für Kunden Fahrten ab einem Euro.

„Unser Ziel ist es, die zentrale Plattform für gemeinsames Reisen zu werden“, kommentiert Nicolas Brusson, Mitbegründer und CEO von Blablacar. In Frankreich werden zurzeit 45 Städte von Blablabus angefahren.

Blablacar ist derzeit vor allem für seine Plattform bekannt, auf der Menschen private Mitfahrgelegenheiten im eigenen Auto anbieten und nutzen können. Rund 6,5 Millionen Kunden sind Unternehmensangaben zufolge in Deutschland derzeit registriert.

Brussons Start-up hatte im vergangenen Herbst die Mehrheit am ehemaligen Fernbusunternehmen der französischen Staatsbahn übernommen. Quibus wurde in Blablabus umbenannt und wird unter anderem von Flixbus aus Deutschland scharf attackiert. Allerdings hat es Flixbus bis heute nicht geschafft, die Konkurrenz in Frankreich vom Markt zu drängen.

Dafür nehmen es die Münchener jetzt mit der Staatseisenbahnen in Europa auf. Drei Strecken werden bereits in Deutschland gefahren, weitere Trassen sind beantragt. Die Strecke München-Berlin hat Flixtrain ad acta gelegt, weil das Unternehmen keine technisch zugelassenen Züge für diese Höchstgeschwindigkeitsstrecke bekommen kann. Die schnelle Verbindung zwischen der Bundeshauptstadt und Bayernmetropole darf nur mit dafür geeigneten Zügen gefahren werden.

In Schweden interessiert sich Flixtrain dagegen für drei Strecken zwischen Stockholm, Malmö und Göteborg. In Frankreich sind es Trassen für die Linien von Paris aus Richtung Bordeaux, Saint Quentin, Lyon, Nizza und Toulouse. Allerdings müssen Streckenrechte in allen europäischen Ländern mit weitem Vorlauf beantragt werden.

Flixtrain weist auf Anfrage denn auch ausdrücklich darauf hin, dass sich das Unternehmen in einer „Marktphase der Voruntersuchung“ befinde. Offen ist zudem, ob die beantragten Fahrzeiten und Strecken auch genehmigt werden. Aber Flixtrain ist offenbar fest entschlossen, sein inzwischen sehr dichtes Busnetz in Europa durch Eisenbahnlinien zu ergänzen.
Mit Agenturmaterial

Kommentare (1)

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Helmut Duda

24.06.2019, 14:06 Uhr

Dass die Angebote in der ersten Zeit so günstig sind, wird wahrscheinlich das Interesse etlicher Reisender auf sich ziehen. Fernbusreisen können eine gute und auch preisgünstige Sache sein. Ich muss aber sagen, dass es mir persönlich schon besser gefallen würde, wenn Zugfahren günstiger werden würde. Ich bin schon öfter vor der Frage gestanden, ob wir mit dem Zug fahren oder das Auto nehmen sollten. Mit mehreren Personen ist Zugfahren praktisch immer die teurere Alternative. Und Geld spielt dann leider doch für die meisten Menschen eine gewisse Rolle.

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