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26.11.2017

21:45

Black Friday und Cyber Monday

Amerikaner brechen Einkaufsrekorde

Von: Thomas Jahn, Jana Heck

Der Truthahn ist gegessen, der Einkauf kann beginnen. Amerikaner gaben Thanksgiving und am Black Friday so viel Geld aus, wie nie zuvor – vor allem Online. Aber auch traditionelle Geschäfte zeigen sich zufrieden.

Während für einige das Shoppen in den Geschäften noch ein Erlebnis ist, verändert sich insgesamt die Konkurrenz zwischen Online- und Offline-Geschäften. Reuters

Kundenansturm bei Macy's in New York

Während für einige das Shoppen in den Geschäften noch ein Erlebnis ist, verändert sich insgesamt die Konkurrenz zwischen Online- und Offline-Geschäften.

New YorkDie Zwischenbilanz kann sich sehen lassen. Am US-Feiertag Thanksgiving, der am vergangenen Donnerstag begangen wurde, und am darauf folgenden Black Friday gaben Amerikaner laut Marktforschung Adobe Analytics fast acht Milliarden Dollar aus – eine Steigerung im Vergleich zum Vorjahr um 18 Prozent. An den Tagen beginnt die für Einzelhändler wichtige Weihnachtssaison, die oft Kunden mit starken Preisabschlägen für Fernseher, Kleider oder Spielzeug lockt.

Die Umsatzzahl bezieht sich nur auf Online-Einkäufe. Bei herkömmlichen Geschäften ging es ruhiger zu, laut Branchendienst ShopperTrak kamen 1,6 Prozent weniger Kunden im Vergleich zum Vorjahr in die Shopping Center oder Kaufhäuser. Analysten hatten jedoch einen noch viel größeren Abfall erwartet. „Das war ein großer Erfolg“, sagte Rodney Sides, führender Einzelhandelsexperte von Wirtschaftsberatung Deloitte. „Herkömmliche Geschäfte haben sich gut geschlagen“.

Bereits nach dem traditionellen Truthahnessen an Thanksgiving zog es viele Amerikaner donnerstagabends in die festlich geschmückten Konsumtempel. In diesem Jahr setzten viele Händler auf Erlebnisshopping. Neben den üblichen Rabattaktionen versuchten sie, die Verbraucher mit Werbegeschenken wie Schokolade und Parfüm sowie mit Unterhaltungsangeboten anzulocken.

Vor der Vorzeigefiliale von Macy's am Herald Square in Manhattan versammelten sich nach Unternehmensangaben rund 16.000 Menschen, die ab 17 Uhr in die Verkaufsräume strömten. Doch den Menschen ging es gar nicht unbedingt darum, die größten Schnäppchen zu erhaschen. Vor einem Target Corporation Geschäft erklärte die 55-jährige Donna McClusky, der Black Friday sei vor allen Dingen eine Familientradition: „Wir machen das jedes Jahr – einfach zum Spaß“.

Online- versus Offline-Shopping

Während für einige das Shoppen in den Geschäften noch ein Erlebnis ist, verändert sich insgesamt die Konkurrenz zwischen Online- und Offline-Geschäften. Traditionelle Anbieter wie Walmart oder Macy's investierten stark in ihr Internetangebot, während Amazon in Buchläden investiert und den Lebensmitteleinzelhändler Whole Foods kaufte und damit fast 500 Geschäfte führt. „Black Friday hatten wir sehr starke Onlineumsätze“, sagte Jeff Gennette, Chef von Macy's, der auch von guten Besucherzahlen in seinen Kaufhäusern berichtete. Die Aktie stieg am vergangenen Freitag um mehr als zwei Prozent.

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Laut Prognose des US-Einzelhandelsverbands soll der Gesamtumsatz in dieser Weihnachtssaison um bis zu vier Prozent auf 682 Milliarden Dollar ansteigen– rund 65 Milliarden Dollar mehr als noch vor drei Jahren. Gefragt waren bislang vor allem TV-Geräte, Laptops, Spielzeug und Spielekonsolen. Zudem bestellen immer mehr Kunden übers Handy. Ihr Anteil betrug am Black Friday bereits 40 Prozent, wie der Marketingspezialist Criteo ermittelte.
Früher kamen viele US-Einzelhändler erst durch die Weihnachtssaison in die schwarzen Zahlen, daher der Name „Black Friday“. In Amerika entwickelte sich eine Art Kult um den Tag. Die letzten Wochen des Jahres sind für bestimmte Einzelhändler wichtiger als für andere. Nach einer Analyse von Unicredit sind vor allem Elektronikketten wie Best Buy, Kaufhäuser wie Target, JC Penney oder Walmart und Kleiderketten wie American Apparel oder Gap am meisten abhängig von der Weihnachtssaison, in der sie bis zu 90 Prozent mehr umsetzen als in den anderen Monaten im Jahr.

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