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25.09.2019

15:37

China

Nach nur vier Jahren Bauzeit: Xi eröffnet neuen Mega-Flughafen in Peking

In China ist nach nur vier Jahren Bauzeit der flächenmäßig größte Flughafen der Welt eröffnet worden. Chinesische Medien können sich einen Seitenhieb auf den BER nicht verkneifen.

Projekt „Seestern“

Das ist Pekings neuer Mega-Flughafen

Projekt „Seestern“: Das ist Pekings neuer Mega-Flughafen

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Peking Nach nur vier Jahren Bauzeit ist in Peking der neue internationale Flughafen in Betrieb genommen worden. Auf der Feier verkündete Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping persönlich die Eröffnung des Mega-Airports. Das Projekt sei „eine neue starke Quelle für die nationale Entwicklung“, sagte Xi am Mittwoch bei der offiziellen Einweihung.

Der Flughafen in Daxing rund 50 Kilometer südlich der Innenstadt ist nach Gebäudefläche der größte Flughafen der Welt. Er soll bis 2021 rund 45 Millionen Passagiere im Jahr transportieren und später auf 100 Millionen erweitert werden.

Wegen ihrer sechs Seitenarme wird die Konstruktion auch „Seestern“ genannt. Passagiere sollen kurze Wege haben - maximal 600 Meter. Der Flughafen wurde von der 2016 gestorbenen irakischen Architektin Zaha Hadid und ihren chinesischen Partnern entworfen, hat organische Formen und viel natürliches Licht.

Mit 700.000 Quadratmetern hat er die Fläche von 98 Fußballfeldern. Die Reisenden sollen mit einer Schnellbahn in 20 Minuten in die Innenstadt gebracht werden können.

Schon heute werden mehr als 100 Millionen Flugreisende über den alten Flughafen im Norden Pekings abgewickelt. Er gilt damit nach dem US-Airport Hartsfield-Jackson Atlanta als der größte der Welt. Sein großer dritter Terminal (T3) war erst kurz vor den Olympischen Spielen 2008 eröffnet worden, platzt aber heute aus allen Nähten.

Chinas Staatspräsident eröffnete den neuen Flughafen feierlich. AFP

Xi Jinping

Chinas Staatspräsident eröffnete den neuen Flughafen feierlich.

Der neue Flughafen wurde in den Staatsmedien als Zeichen für Chinas Leistungsfähigkeit und Wachstum gefeiert. Seine Eröffnung erfolgte wie geplant rechtzeitig zum 70. Jahrestag der Gründung der Volksrepublik, der am Dienstag mit einer Militärparade gefeiert wird.

Auch chinesische Medien weisen gerne darauf hin, wie schnell der neue Pekinger Airport gebaut wurde und wie lange dagegen der schon seit 13 Jahren im Bau befindliche neue Berliner Flughafen (BER) braucht, der jetzt im Oktober 2020 eröffnet werden soll. „Berlin kann von Peking lernen“, hatte es während des Baus geheißen.

Der Berliner Flughafen wurde als „unvollendetes“ Projekt beschrieben, das den guten Ruf der Qualität von „Made in Germany“ und deutscher Fertigung „beflecken“ dürfte. Auch wurden deutsche Medien zitiert, dass der - obendrein noch kleinere - Berliner Flughafen „zu peinlich“ sei, wenn man sich den großen neuen Pekinger Airport anschaue.

„Er ist die größte integrierte Transportdrehscheibe der Welt“, sagte Projektleiter Bai Henhong der Nachrichtenagentur Xinhua. Zu Beginn stehen vier Start- und Landebahnen zur Verfügung - in Zukunft sollen es sieben werden. Als erster regulärer Flug verließ eine Maschine von China Southern Airlines den Flughafen.

Die Kapazität soll auf 100 Millionen Fluggäste erweitert werdden. AP

Flughafen bei Nacht

Die Kapazität soll auf 100 Millionen Fluggäste erweitert werdden.

Anfangs werden zunächst China Southern und China United Airlines in Daxing abfliegen. Fluggesellschaften der globalen Allianz Skyteam mit China Eastern oder Delta, Korean und Air-France-KLM sollen nach und nach umziehen. Die Lufthansa wird aber an ihrem bisherigen Terminal 3 des alten Flughafens bleiben, wo auch ihr Star-Alliance-Partner Air China weiter seine meisten Flüge abwickeln wird.

Mehr: Europäische Unternehmen fordern einheitliche Bedingungen für Staatsunternehmen und private Firmen in China. Davon ist die Volksrepublik 70 Jahre nach ihrer Gründung weit entfernt.

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Kommentare (2)

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Herr Elko Panzyk

25.09.2019, 08:36 Uhr

Man sollte sich kritisch fragen, was heißt das für Deutschland, wenn es China in 4 Jahren schafft, diesen komplexen Mega-Flughafen aus den Boden zu stampfen. So langsam sollte einigen Leuten das abwertende Lachen im Halse stecken bleiben. Wenn Einer für die Zukunft gerüstet ist, dann ist es China, das am laufenden Band in Infrastruktur und Bildung investiert.

Herr Thomas Seemann

25.09.2019, 10:39 Uhr

"Wenn Einer für die Zukunft gerüstet ist, dann ist es China, das am laufenden Band in Infrastruktur und Bildung investiert."

Fragt sich nur zu welchem Preis für Umwelt und Arbeiter!? von Menschenrechten wollen wir hier erst gar nicht sprechen... ich vermute mal auf dem Gelände wurde zunächst einige Bewohner "freundlich" gebeten doch bitte umzuziehen, da hier jetzt ein für das Allgemeinego wichtiges Bauprojekt startet.... und sicherlich befand sich auf diesem Gelände auch keine Flora und Fauna, welche erst gerodet werden musste...

Klar wurde in Berlin viel falsch gemacht, ich denke aber nicht, das hier Arbeiter aufgrund mangelnder Sicherheit gestorben sind, oder deren Pässe einbehalten wurden bis sie ihre "Passage" abgearbeitet haben...

Wenn man Vergleicht, dann bitte auch alle Aspekte betrachten

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