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17.10.2019

14:38

Fluggesellschaft

Italien plant neuen Staatskredit für Alitalia ein

Die angeschlagene Airline soll von der Regierung erneut 350 Millionen Euro erhalten. Auch über einen Einstieg der Lufthansa wird weiter spekuliert.

Die Airline steht seit der Insolvenz unter der Aufsicht von drei staatlichen Kommissaren. Reuters

Alitalia-Flugzeug in Rom

Die Airline steht seit der Insolvenz unter der Aufsicht von drei staatlichen Kommissaren.

Rom Die italienische Regierung ist bereit, der angeschlagenen Fluggesellschaft Alitalia mit einem weiteren Überbrückungskredit unter die Arme zu greifen. Dies geht aus dem am Donnerstag bekannt geworden Entwurf der Finanzplanung für 2020 hervor. Darin ist von 350 Millionen Euro und sechs Monaten Laufzeit die Rede.

Alitalia ist seit Mai 2017 insolvent. Der damalige staatliche Überbrückungskredit von 900 Millionen Euro dürfte bald aufgebraucht sein. Vorgesehen war, dass die italienischen Staatsbahnen (FS) und der Infrastrukturkonzern Atlantia gemeinsam mit der US-Fluggesellschaft Delta Air Lines und dem italienischen Finanzministerium Alitalia übernehmen würden. Bis zum Dienstag dieser Woche sollte dazu ein verbindliches Angebot auf dem Tisch liegen.

Am Dienstagabend kamen aber bloß zwei in weiten Teilen gleichlautende Erklärungen von FS und Atlantia, in denen sie ihr Interesse an einem Einstieg bekräftigten. Diesen machten sie aber von einigen Bedingungen abhängig. Unter anderem müsse sich ein weiteres Unternehmen mit einem „signifikanten Anteil“ beteiligen. Dies wurde in italienischen Medien als Aufforderung an Delta verstanden, mit mehr als den bisher beabsichtigten 10 Prozent dabei zu sein.

Alitalia steht seit der Insolvenz unter der Aufsicht von drei staatlichen Kommissaren. Wie nach dem Ablauf der Frist weiter verfahren wird, war am Donnerstag noch nicht klar.

Die italienische Verbraucherschutzorganisation Codacons protestierte gegen neue Staatshilfen und kündigte für den Fall eine neue Klage bei der EU-Kommission an. „Bis heute hat Alitalia mit Rettungen, Darlehen und anderen öffentlichen Interventionen die nette Summe von 8,6 Milliarden Euro nur in den letzten zehn Jahren gekostet“, sagte Codacons-Präsident Carlo Rienzi laut der Nachrichtenagentur Ansa.

Nach Informationen der Nachrichtenagentur Reuters steigt womöglich die Lufthansa bei der kriselnden italienischen Fluggesellschaft ein. Denkbar sei eine kommerzielle Partnerschaft, die mit einer Beteiligung unterlegt werde, heißt es in dem Bericht unter Berufung auf einen Insider. „Wenn die Bedingungen stimmen, kann das gehen.“

Eine zweite Quelle mit Kenntnis der Beratungen ergänzte, die Höhe der Beteiligung sei noch unklar. Die Lufthansa verlange, dass Alitalia mehrheitlich privaten Eignern gehören müsse. Ein Lufthansa-Sprecher wollte dazu keinen Kommentar abgeben.

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