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24.08.2018

21:18

Großaktionär

Haniel verkauft Metro-Anteil – Komplettausstieg möglich

Von: Florian Kolf

Das Handelsunternehmen ist in diesem Jahr einer der schwächsten Werte im MDax. Jetzt zieht Großaktionär Haniel die Konsequenzen und trennt sich von seinen Anteilen.

Die Metro AG war 2017 aus der Aufspaltung der Metro Group hervorgegangen. dpa

Metro

Die Metro AG war 2017 aus der Aufspaltung der Metro Group hervorgegangen.

DüsseldorfAls der Großaktionär Haniel vor drei Jahren in einem überraschenden Schritt seinen Anteil an Metro deutlich reduzierte, hieß es noch, das Familienunternehmen wolle größter Anteilseigener bleiben. An einen Komplettausstieg sei nicht gedacht worden. Doch jetzt ist klar: Das war nur der erste Schritt zur vollständigen Trennung.

Wie Haniel jetzt mitteilte, verkauft es einen Anteil von 7,5 Prozent an Metro an die Investmentgruppe EP Global Commerce GmbH. Zusätzlich wurde eine Call-Option vereinbart, mit der EP Global Commerce auch die restlichen 15,2 Prozent von Haniel an Metro übernehmen kann. Damit ginge dann die mehr als 50 Jahre währende Partnerschaft von Metro und der Familie Haniel zu Ende.

EP Global Commerce gehört den beiden tschechischen Unternehmern Patrik Tkáč (47 Prozent) und Daniel Křetínský (53 Prozent). Sie kommen ursprünglich aus dem Finanz- und Energiebereich und halten verschiedene Beteiligungen an Medien- und E-Commerce-Unternehmen. Im Handel in Deutschland sind sie bisher nicht in Erscheinung getreten.

Bis wann die Call-Option für die Komplettübernahme der Anteile besteht, teilten die Parteien nicht mit. Theoretisch könnte EP Global bei der Call-Option auch weniger als die 15,2 Prozent übernehmen, so dass Haniel zumindest vorübergehend weiter Metro-Aktionär bliebe.

Doch wie das Handelsblatt aus Verhandlungskreisen erfuhr, ist es der klare Plan der neuen Investoren, die komplette Option zu ziehen. Daniel Křetínský teilte sogar mit: „Den Erwerb weiterer Anteile an der Gesellschaft in der Zukunft schließen wir nicht aus.“

„Haniel ist seit langem bestrebt, sein Unternehmensportfolio zu diversifizieren, auszubalancieren und zu erweitern. Vor diesem Hintergrund und nach reiflicher Überlegung haben wir entschieden, dass es für die Metro AG von Vorteil sein wird, neue Investoren zu gewinnen“, begründete Haniel-Chef Stephan Gemkow den Schritt. Über den Kaufpreis haben die Beteiligten Stillschweigen vereinbart.

Der Zeitpunkt des Ausstiegs ist aus finanziellen Gesichtspunkten für Haniel nicht wirklich glücklich gewählt. Hat die Metro-Aktie doch seit Jahresbeginn fast 30 Prozent an Wert verloren – und war damit einer der schwächsten Perfomer im MDax.

Dabei war die Hoffnung groß, dass die Metro-Aktie von der Abspaltung des Elektronikhandels in das Unternehmen Ceconomy profitieren könnte und langfristig wieder eine bessere Entwicklung zeigen könnte. Dieses Vertrauen hat Haniel jetzt offenbar verloren.

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