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16.08.2019

12:25

Hongkong-Proteste

Chef von Cathay Pacific tritt auf Druck Pekings zurück

Die Proteste in der Metropole treffen die heimische Airline Cathay Pacific. Die chinesische Regierung zwingt Vorstandschef Rupert Hogg zum Rücktritt.

Hongkong-Proteste: Chef von Cathay Pacific Rupert Hogg tritt zurück AFP

Rupert Hogg

Der Chef der Airline Cathay Pacific tritt nach Kritik aus China zurück.

Düsseldorf Der Chef der Hongkonger Airline Cathay Pacific, Rupert Hogg, tritt zurück. Vor einer Woche war sein Unternehmen in die Schlagzeilen geraten, weil Mitarbeiter sich an den anti-chinesischen Protesten in Hongkong beteiligt hatten. Darauf war der politische Druck auf den Airline-Chef aus Peking massiv gewachsen.

Mit seinem Rücktritt übernehme Hogg die Verantwortung für die jüngsten Vorgänge, teilte die Fluggesellschaft aus Hongkong mit. Der Führungswechsel sei nötig gewesen, weil Sicherheit und Zuverlässigkeit der Airline in Zweifel gezogen worden wären, erklärte Cathay-Aufseher John Slosar in einem Statement. Ein Nachfolger wurde bereits ernannt. Augustus Tang soll die Geschäfte bei Cathay übernehmen.

Der Führungswechsel belegt, wie stark China gegen die Proteste vorgeht. Cathay ist das prominenteste Beispiel aus der Unternehmenswelt. Nachdem die Beteiligung von Mitarbeitern an den Protesten gegen Peking bekannt geworden war, hatten Chinas Flugaufsichtsbehörden die Airline auf Inlandsflügen benachteiligt. Angestellte, die sich an den Protesten beteiligten, durften nicht mehr auf Flügen zu chinesischen Zielen eingesetzt werden.

Chinesische Staatsunternehmen hatten angekündigt, die Airline aus Hongkong zu boykottieren. Angestellte wurden aufgefordert, auf andere Airlines umzusteigen. Und auch die größte Bank des Landes beendete die Zusammenarbeit. In der Folge fiel die Aktie von Cathay am Donnerstag auf ein neues Zehn-Jahres-Tief.

Am Montag hatte Hogg seine Mitarbeiter darum gewarnt, dass jedem, der sich an den „illegalen Protesten“ beteilige, eine Disziplinarstrafe drohe. Seinen Job konnte er mit dieser Warnung allerdings nicht retten. Hogg hatte die Führung der Airline vor zwei Jahren übernommen – und einen knallharten Turnaround bei der Airline vollzogen.

Mehr: China zieht paramilitärische Polizei an der Grenze von Hongkong zusammen. Über ein Staatsmedium kommt eine deutliche Warnung an die Protestbewegung.

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