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15.09.2017

13:24 Uhr

Küchenhersteller in Insolvenz

Produktionsstopp bei Alno

Der in der Krise steckende Küchenhersteller Alno hat die Produktion vorerst gestoppt. Zuvor scheiterten wichtige Finanzierungsgespräche mit Kunden und Lieferanten. Die Insolvenzverwaltung gerät unter Zeitdruck.

Der Küchenhersteller wollte sich zuvor selbst sanieren. dpa

Alno

Der Küchenhersteller wollte sich zuvor selbst sanieren.

FrankfurtBeim insolventen Küchenhersteller Alno steht die Produktion vorerst wieder still – es fehlt das Geld, um das laufende Geschäft zu finanzieren. Gespräche mit den wichtigsten Kunden und Lieferanten hätten keine Lösung für das Unternehmen aus Pfullendorf gebracht, teilte Insolvenzverwalter Martin Hörmann am Freitag mit. Der Fokus liege nun darauf, so schnell wie möglich einen oder mehrere Investoren zu finden, um Alno komplett oder in Teilen zu verkaufen. „Ich bedauere diese Entwicklung sehr, da die Sanierung und ein möglicher Neubeginn unter diesen Rahmenbedingungen deutlich erschwert werden“, betonte Hörmann. Der im August begonnene Bieterprozess solle nun forciert werden.

Sowohl bei Alno selbst als auch bei den ebenfalls insolventen Tochtergesellschaften Pino (Coswig/Sachsen-Anhalt) und Wellmann (Enger/NRW) ruhe derweil die Produktion. Neue Bestellungen würden nicht angenommen. Mit Kunden wolle Hörmann aber weiterhin individuell Möglichkeiten ausloten, die Probleme mit fehlenden Teilen bei ausgelieferten Küchen zu lösen, hieß es. Dies hatte nach Darstellung des Verwalters zuletzt für massiven Ärger gesorgt und das Vertrauen der Kunden in das Unternehmen erheblich beschädigt.

Alno-Insolvenzverwalter Martin Hörmann: Der Mittler in der Schlammschlacht

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Der Mittler in der Schlammschlacht

Der Insolvenzverwalter des Küchenherstellers Alno muss im Konflikt zwischen den früheren Managern retten, was zu retten ist. Dabei kommt dem Jurist seine Zusatzausbildung als Wirtschaftsmediator zugute.

Nach jahrelangen finanziellen Schwierigkeiten hatte der Küchenbauer mit insgesamt rund 1900 Mitarbeitern vor gut zwei Monaten Insolvenz angemeldet. Bis Ende September bekommen die Beschäftigten noch Insolvenzgeld der Bundesagentur für Arbeit. Hörmann betonte, er werde weiterhin alles tun, um eine Fortführungslösung für Alno und die Töchter zu finden, Arbeitsplätze zu erhalten und zugleich die Interessen der Gläubiger bestmöglich zu wahren.

Alno hatte anfangs geplant, sich in Eigenverwaltung zu sanieren. Nach drei Wochen Stillstand wurde die Produktion damals wieder aufgenommen. Das Management hielt zunächst weiter die Fäden in der Hand, Hörmann agierte als vom Gericht bestellter Sachwalter nur unterstützend. Ende August zog die Alno-Führung den entsprechenden Antrag jedoch zurück, seitdem läuft ein reguläres Insolvenzverfahren.

Von

rtr

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