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03.12.2019

17:17

Langstreckenverkehr

Lufthansa-Tochter Cityline könnte die Eurowings-Langstrecke übernehmen

Von: Jens Koenen

Sun Express wird ab 2021 wohl nicht mehr für die Marke Eurowings fliegen. Als Favorit für die Nachfolge gilt die Lufthansa-Tochter Cityline.

Der Vorstand hat beschlossen, dass sich der Billigableger vorrangig um die Restrukturierung des Kerngeschäfts mit Kurz- und Mittelstreckenflügen kümmern soll. dpa

Eurowings

Der Vorstand hat beschlossen, dass sich der Billigableger vorrangig um die Restrukturierung des Kerngeschäfts mit Kurz- und Mittelstreckenflügen kümmern soll.

Frankfurt Die Pläne von Lufthansa für den touristischen Langstreckenverkehr nehmen offenbar Gestalt an. Die Beteiligung Sun Express, ein Joint Venture von Lufthansa und Turkish Airlines, wird ab 2021 wohl nicht mehr für die Marke Eurowings weit entfernte Urlaubsziele anfliegen. Das ist aus dem Unternehmensfeld zu hören.

Eine offizielle Bestätigung gibt es dafür nicht. Bei Sun Express wird darauf verwiesen, dass noch keine Entscheidung gefallen sei, wer künftig die Langstrecke für Eurowings fliegen wird. Gute Chancen, die Langstrecken für den Billigableger zu übernehmen, darf sich nach Informationen von Insidern die Lufthansa-Tochter Cityline ausrechnen. Auch das Fachportal „Airliners“ berichtet über entsprechende Pläne.

Bisher ist das Angebot der Lufthansa-Gruppe bei Flügen zu weiter entfernten Urlaubszielen unübersichtlich. Offiziell laufen die Strecken unter dem Namen Eurowings. Vermarktet werden diese aber von Lufthansa und von Eurowings, durchgeführt wiederum von Sun Express, Brussels Airlines und teilweise Cityline.

Das komplexe Konstrukt ist zudem teuer. Teilweise fliegen die drei Flugbetriebe Maschinen mit unterschiedlichen Triebwerken. Ein Austausch untereinander ist nicht möglich. Auch können die Crews zwischen den drei Marken nicht ohne Weiteres wechseln.

Konsolidierung der Flugbetriebe

Lufthansa-Chef Carsten Spohr hatte deshalb vor einigen Wochen erklärt, den Flugbetrieb bis 2022 vereinheitlichen zu wollen. Es sollen dann nicht mehr drei Betriebe die Langstrecke bedienen. Das erhöhe die Flexibilität und Wettbewerbsfähigkeit, so Spohr. Offen ist bisher, wer dieser „eine“ Flugbetrieb sein wird.

Eurowings selbst soll das nicht machen. Der Vorstand hat beschlossen, dass sich der Billigableger vorrangig um die Restrukturierung des Kerngeschäfts mit Kurz- und Mittelstreckenflügen kümmern soll. Infrage käme Sun Express, zumal die Gesellschaft mit sehr günstigen Kosten unterwegs ist. Doch die Airline hat wenig Erfahrung mit der Langstrecke. Zudem hätte das Lufthansa-Management gerne den kompletten Durchgriff auf den Flugbetrieb.

Deutlich mehr Erfahrung in diesem Bereich hätte die Lufthansa-Tochter Brussels Airlines. Sie ist zum Beispiel auf den Strecken nach Afrika sehr stark. Doch auch hier gilt: Brussels soll sich erst einmal auf die eigene Restrukturierung konzentrieren. Die Tochter muss sich in einem Umfeld behaupten, das stark von Billigfluggesellschaften geprägt ist.

Bleibt Cityline. Die Airline ist eigentlich eine Regionalfluggesellschaft, startete aber vor einigen Jahren zu Fernzielen. Auslöser war das Projekt „Jump“. Damit räumten die Gewerkschaften der Lufthansa das Recht ein, eine gewisse Zahl an Langstreckenflugzeugen bei Cityline zu betreiben, die ebenfalls niedrige Kosten hat. Zwar gab es Startschwierigkeiten, weil sich die Qualifizierung der Piloten als komplex erwies. Doch mittlerweile ist diese Hürde wohl genommen.

Im Zuge der Tarifeinigung mit der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit wurde „Jump“ zwar wieder beendet. Cityline fliegt aber weiter Langstrecke für Eurowings. Dennoch dürfte die Idee, der Airline nun die Verantwortung für den touristischen Langstreckenverkehr zu übertragen, noch für einigen Gesprächsbedarf bei den Arbeitnehmervertretern sorgen.

Am Ende hängen die Pläne allerdings auch davon ab, wie es mit der Ferienfluggesellschaft Condor weitergeht. Nach der Pleite der Mutter Thomas Cook sucht die einen neuen Investor. Immer wieder taucht dabei auch der Name Lufthansa auf, allerdings ohne Bestätigung.

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