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17.10.2019

08:45

Lebensmittelkonzern

Nestlé will 20 Milliarden Franken an Aktionäre ausschütten

Das Umsatzwachstum bei Nestlé hat sich im dritten Quartal etwas abgeschwächt. Dennoch bestätigte der Schweizer Konzern die Ziele für das laufende Jahr.

Das aktuelle Aktienrückkaufprogramm mit einem Umfang von ebenfalls 20 Milliarden Franken läuft zum Jahresende aus. dpa

Nestle

Das aktuelle Aktienrückkaufprogramm mit einem Umfang von ebenfalls 20 Milliarden Franken läuft zum Jahresende aus.

Zürich Nestlé ist im Sommerquartal etwas langsamer gewachsen als zuletzt. Das um Sondereffekte bereinigte organische Umsatzwachstum lag im dritten Quartal bei 3,7 Prozent - nach 3,9 Prozent im Quartal davor, wie das Unternehmen mit Marken wie Maggi und Nescafé am Donnerstag mitteilte. Erstmals seit langem konnte Nestlé nicht von Preiserhöhungen profitieren. Insgesamt legte der Umsatz um 2,9 Prozent auf 68,4 Milliarden Franken zu.

Dennoch bestätigte der Schweizer Konzern die Ziele für das laufende Jahr: Nestle peilt weiterhin ein organisches Plus von rund 3,5 Prozent und eine bereinigte operative Gewinnmarge von rund 17,5 Prozent oder mehr an. „Wir sind mit unserem Neunmonatsergebnis zufrieden und haben weitere Fortschritte auf dem Weg zu unseren Finanzzielen für 2020 erzielt“, sagte Firmenchef Mark Schneider.

Zudem will der Konzern bis 2022 erneut bis zu 20 Milliarden Franken an seine Aktionäre ausschütten – hauptsächlich in Form von Aktienrückkäufen. Ein Teil des Geldes könne auch über Sonderdividenden fließen – vorausgesetzt Nestle benötige das Geld nicht für Zukäufe.

Das aktuelle Aktienrückkaufprogramm mit einem Umfang von ebenfalls 20 Milliarden Franken läuft zum Jahresende aus. Nestlé hatte unlängst den rund zehn Milliarden Franken schweren Verkauf der Hautpflegesparte Nestlé Skin Health abgeschlossen. Einige Investoren hatten sich deshalb bereits Hoffnungen auf eine Sonderdividende oder ein weiteres Aktienrückkaufprogramm gemacht.

Darüber hinaus hat Nestlé auch das Fleischwarengeschäft unter der Marke Herta auf den Prüfstand gestellt. Hier dauere die Prüfung strategischer Optionen an und werde wie geplant bis zum Jahresende abgeschlossen sein, erklärte das Unternehmen. Mit einem möglichen Verkauf will sich Nestle den geänderten Konsumgewohnheiten anpassen: In vielen Ländern sinkt die Nachfrage nach Fleisch, während die Menschen verstärkt zu vegetarischen Produkten greifen.

Beide Maßnahmen sind Teil des Umbaus von Firmenchef Schneider. Er hat sich in den vergangenen Jahren von schwächelnden oder nicht zum Kerngeschäft gehörenden Geschäftsteilen getrennt und das Geld in Wachstumsbereiche wie Kaffee, Babynahrung, Tiernahrung, Wasser oder das Geschäft mit gesunden Lebensmitteln investiert. All das soll helfen, den Nahrungsmittelriesen bis 2020 wieder zu alten Wachstumsraten im mittleren einstelligen Bereich zurückzuführen. Die bereinigte operative Gewinnmarge soll bis dann auf 17,5 bis 18,5 Prozent steigen.

Zudem baut Schneider das Wassergeschäft um, das zuletzt in einigen Regionen nicht gut gelaufen war. Die Geschäftseinheit werde künftig nicht mehr zentral geführt, sondern in die drei geografischen Zonen der Gruppe integriert. Das solle helfen, das Wachstum zu beschleunigen. Zudem scheide der bisherige Leiter von Nestlé Waters, Maurizio Patarnello, per Ende 2019 aus der Konzernleitung aus. Zum Wassergeschäft von Nestle gehören Marken wie S.Pellegrino, Perrier und Acqua Panna.

Mehr: Der Nahrungsmittelriese steht im Visier von Umweltschützern und stößt jährlich Millionen Tonnen Treibhausgas aus. Jetzt gelobt Nestlé Besserung.

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rtr

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