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26.09.2019

10:43

Luftfahrt

British-Airways-Mutter IAG gibt Gewinnwarnung heraus

Von: Kerstin Leitel

Die Streiks in den vergangenen Wochen setzen dem Luftfahrtkonzern zu: Die British-Airways-Mutter IAG senkt ihren Ausblick fürs laufende Jahr.

British-Airways-Mutter IAG gibt Gewinnwarnung heraus AP

British-Airways-Maschine

Der Mutterkonzern hat eine Gewinnwarnung herausgegeben.

London Nicht nur Ryanair liegt im Clinch mit vielen Mitarbeitern, auch die Airline British Airways streitet mit ihren Piloten – und wurde deswegen vor wenigen Wochen zum ersten Mal seit ihrer Gründung vor 100 Jahren bestreikt. Wegen der daraus resultierenden Kosten rechne man nicht mehr damit, in diesem Jahr das zuvor angegebene Ziel eines Gewinns in Höhe des Vorjahreswertes zu erzielen, teilte nun der Mutterkonzern von British Airways, die Holding IAG, mit.

IAG senkt die Prognose fürs laufende Jahr. Der operative Gewinn dürfte so – wenn der Ölpreis und die Wechselkurse sich nicht ändern – 215 Millionen Euro unter den im Vorjahr erzielten 3,5 Milliarden Euro liegen.

Im September hatten die britischen Piloten, die in der Gewerkschaft Balpa organisiert sind, die Fluggesellschaft zwei Tage lang bestreikt, an anderen Tagen kamen die Piloten trotz angedrohter Streiks zur Arbeit. 4521 Flüge musste British Airways absagen, von denen dann aber doch 2196 durchgeführt wurden, gab IAG bekannt. Insgesamt habe der Streik British Airways 137 Millionen Euro gekostet.

Der Streik kostet die Airline nicht nur Geld. Er schadet auch ihrem Image. Die Kritik an dem Unternehmen wächst, zumal bereits seit Jahren moniert wird, dass British Airways zu sehr spart und zu wenig investiert, vor allem in seine IT.

In einer Rangliste der besten Airlines, die die Beratungsgesellschaft Alva kürzlich veröffentlichte, lag British Airways nur noch auf Platz 55 von 65. Drei Jahre zuvor hatte die Gesellschaft noch Platz 31 erreicht. Streiks sowie mehrere Pannen sorgten für Verärgerung bei Kunden.

So war die Airline 2018 Ziel einer Hackerattacke gewesen, bei der Namen und Zahlungsinformationen von etwa 500.000 Kunden abgegriffen wurden, inklusive deren Kreditkartennummern und Sicherheitscodes. 2017 führte ein Ausfall des IT-Systems zu chaotischen Zuständen an den Londoner Flughäfen Heathrow und Gatwick.

Und auch dieses Jahr herrschte Chaos bei British Airways: diesmal wegen der Streiks und einer weiteren Panne. Vor Beginn der Streiks hatte die Fluggesellschaft ihre Kunden per E-Mail dazu aufgefordet, neue Tickets zu buchen. Sie schrieb jedoch auch Kunden an, die gar nicht von den Streiks betroffen waren.

Weitere Streiks möglich

Es ist gut möglich, dass British Airways nochmals bestreikt wird. Einen dritten Streiktag am 27. September hatte die Gewerkschaft vergangene Woche zwar abgesagt, „weil einer ja die Initiative ergreifen muss, um diesen Streit beizulegen“, wie Gewerkschaftschef Brian Strutton erklärte.

Zuletzt hat es laut British Airways aber keine weitere weiteren Gespräche zwischen der Airline und Balpa gegeben. „Das Angebot einer Gehaltserhöhung um 11,5 Prozent über drei Jahre gilt weiterhin und wurde von anderen Gewerkschaften akzeptiert“, hieß es. Sollte es zu weiteren Streiks kommen, würde das „offensichtlich“ die Gewinne weiter drücken.

Dass die Gewinnprognose um mehr als die Streikkosten reduziert wurde, liegt an den möglichen Kosten für weitere Streiks der Mitarbeiter des Flughafens Heathrow. Zudem befürchtet IAG, dass sich die Buchungen bei den Tochtergesellschaften Vueling und Level nicht so gut entwickeln werden wie erwartet, sodass die Gesellschaft weitere 45 Millionen Euro von ihrem erwarteten Ergebnis abzieht – und letztlich auf die Summe von 215 Millionen Euro kommt.

Mehr: Der deutsche Reiseveranstalter Thomas Cook hat Insolvenz angemeldet. Nun stehen die vorläufigen Insolvenzverwalter fest. Die Ereignisse im Newsblog.

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