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09.10.2019

16:27

Luftfahrt

Lufthansa ist im Poker um Alitalia noch dabei

Von: Jens Koenen, Regina Krieger

Die Ikone der italienischen Luftfahrt wankt. Hilfe könnte Alitalia ausgerechnet aus Deutschland bekommen. Die Lufthansa pokert offenbar noch mit.

Kommt es doch noch zu einer Zusammenarbeit? dpa

Alitalia und Lufthansa

Kommt es doch noch zu einer Zusammenarbeit?

Düsseldorf, Rom Es war zuletzt ruhig geworden um den Plan von Lufthansa, bei Alitalia einzusteigen. Doch Luftfahrtexperten in Italien sind sich sicher: Europas größte Fluggesellschaft ist im Poker um die einstige italienische Ikone der Luftfahrt längst nicht ausgeschieden. „Die Deutschen stehen noch am Rand des Spielfelds“, sagt Ugo Arrigo, Ökonom an der Mailänder Universität Bicocca.

Tatsächlich scheint in die zuletzt abgebrochenen Verhandlungen über ein Engagement von Lufthansa bei Alitalia wieder Bewegung zu kommen. Der Gesprächsfaden sei wieder aufgenommen worden, heißt es in italienischen Industriekreisen. Die Regierung müsse „die Scherben aufsammeln“ und mit Lufthansa über eine „Integration im Laufe von ein paar Jahren“ verhandeln.

Bei Lufthansa gibt man sich zugeknöpft, verweist auf frühere Aussagen. „Wir haben stets betont, dass wir Interesse an einer restrukturierten Alitalia haben. Auch eine kommerzielle Partnerschaft ist für die Lufthansa Group vorstellbar“, heißt es in der Konzernzentrale in Frankfurt.

Die geforderte Restrukturierung von Alitalia mit teils harten Einschnitten war in der abgelösten nationalpopulistischen Regierung auf brüske Ablehnung gestoßen. „Wir werden alles dafür tun, dass ein Flaggschiffunternehmen wie Alitalia nicht an irgendeinen multinationalen Konzern oder ein ausländisches Unternehmen ausverkauft wird“, hatte Matteo Salvini, Chef der rechtspopulistischen Lega und mittlerweile gescheiterter Innenminister, lautstark getönt. Doch der Ton in Rom hat sich nach dem Regierungswechsel geändert. Die neue Führung hat sich vom „Italy-first-Kurs“ abgewendet.

Lufthansa verfolgt Doppelstrategie

Lufthansa fährt derweil eine doppelte Strategie. Während man Alitalia weiter fest im Blick hat, baut man über die Tochter Air Dolomiti die Präsenz in Italien mit eigenen Mitteln aus. Im vergangenen Jahr hatte die Airline angekündigt, 100 Millionen Euro in den bislang eher kleinen Italien-Ableger Air Dolomiti zu stecken. Die Flotte sollte sich auf 20 Jets des Typs Embraer E195 verdoppeln.

Nun legt man noch mal nach. Bis 2023 solle die Flotte sogar auf 26 Flugzeuge vom Typ E195 anwachsen, erklärte Jörg Eberhart, der CEO der Lufthansa-Tochter, kürzlich gegenüber dem Portal „airconvention.com“. Air Dolomiti war lange Zeit vor allem Zubringer für Lufthansa und hat Fluggäste etwa aus Italien zu den Langstreckenflügen der Mutter an die Drehkreuze München und Frankfurt gebracht. Doch sukzessive baut die Airline nun in Italien eigene Verbindungen auf. „Der italienische Markt ist für uns von großer Bedeutung“, heißt es in Frankfurt.

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