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Lufthansa gegen Air Berlin

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Mehdorns „abstruse Verschwörungstheorien“

Auf die Spitze trieb den Streit in der vergangenen Woche Hartmut Mehdorn. Der jetzige Chefs des noch zu eröffnenden Hauptstadtflughafens BER und frühere Air-Berlin-Chef hatte im „Tagesspiegel“ von einem „Komplott der Lufthansa und des Frankfurter Flughafens gegen Berlin“ gesprochen. Das brachte die Lufthansa gänzlich auf die Palme. Sie warf Mehdorn „abstruse“ und „ehrabschneidende Verschwörungstheorien“ vor.

„Das ist ein starkes Stück“, sagte Kropp der Nachrichtenagentur dpa. „Ich glaube, er (Anm. Mehdorn) hat sich im Bauplanungsrecht, Brandschutzrecht und Luftverkehrsrecht verheddert.“ Seit der Wende habe die Lufthansa eine halbe Milliarde Euro in Berlin investiert und 3000 Arbeitsplätze geschaffen – und biete sie mehr als 40 Verbindungen an. „Wir sind auch nicht gewankt, als die Eröffnung des neuen Flughafens verschoben wurde, wir haben auch nicht geklagt wie Air Berlin“, sagte Kropp. „Als Dank bekommt man solche Beschimpfungen.“

Air Berlin – schneller Aufstieg, jahrelange Turbulenzen

Die Anfänge

Vor 37 Jahren hob der erste Air-Berlin-Flieger ab. Alles begann mit alliierten Sonderrechten zur Landung im geteilten Berlin. Gegründet wurde Air Berlin als Chartergesellschaft durch den Ex-Pan-Am-Pilot Kim Lundgren. Der Erstflug ging am 28. April 1979 von Tegel nach Mallorca. Die Flotte umfasste zunächst zwei Maschinen. Nach der Wende wuchs Air Berlin zur Nummer Zwei am Himmel über Deutschland heran, doch inzwischen steckt die Fluglinie seit Jahren in der Krise.

1990er-Jahre

1991: Im April kauft der LTU-Manager Joachim Hunold die Mehrheit der Anteile. Es gibt kurz darauf 15 Flüge pro Tag. Air Berlin expandiert und stationiert zunehmend auch Flugzeuge auf Regionalflughäfen.

1998: Mit dem Mallorca Shuttle Einstieg ins Linienfluggeschäft.

2004-2007

2004: Einstieg bei der Fluggesellschaft Niki des früheren Rennfahrers Niki Lauda

2006: Börsengang und Kauf der Fluggesellschaft dba

2007: Kauf des Ferienfliegers LTU, damit auch Interkontinentalflüge

2008

2008: Air Berlin rutscht in die roten Zahlen, legt das erste Sparprogramm auf: Strecken fallen weg, Flugzeuge werden ausgemustert. Die Übernahme des Ferienfliegers Condor scheitert.

2010

Air Berlin kündigt für 2012 den Eintritt in das Luftfahrtbündnis Oneworld an.

2011

Hunold wirft das Handtuch, Hartmut Mehdorn übernimmt. Ein weiteres Sparprogramm soll das operative Ergebnis um 200 Millionen Euro verbessern. 18 der 170 Maschinen werden verkauft.

2012

Die arabische Staatsairline Etihad erhöht ihren Anteil von knapp 3 auf 29,2 Prozent und stützt die Airline mit einem 255-Millionen-Dollar-Kredit. Ein neues Sparprogramm beginnt. Der Verkauf des Vielfliegerprogramms an Großaktionär Etihad bringt nur vorübergehend wieder schwarze Zahlen.

2013

Wolfgang Prock-Schauer wird Vorstandschef und verschärft das von Mehdorn im Vorjahr aufgelegte neue Sparprogramm. Jeder zehnte Arbeitsplatz fällt weg, die Flotte schrumpft auf 142 Maschinen. 400 Millionen Euro sollen bis Ende 2014 eingespart werden.

2015

Im Februar löst Stefan Pichler den glücklosen Prock-Schauer ab. Air Berlin macht 447 Millionen Euro Verlust - so viel wie nie.

2016

Nach einem juristischen Tauziehen kann Air Berlin den größten Teil der wichtigen Gemeinschaftsflüge mit Etihad weiter anbieten. Die Zahlen bessern sich nicht. Gespräche mit Lufthansa über einen Verkauf von Geschäftsteilen beginnen. Mit einem tiefgreifenden Umbau und der Streichung von bis zu 1200 Arbeitsplätzen will Air Berlin seine Krise überwinden.

2017

Air Berlin bekommt einen neuen Chef. Der Lufthansa-Manager und früheren Germanwings-Chef Thomas Winkelmann wird Vorstandschef. Air Berlin führt ihren Flugbetrieb in zwei getrennten Geschäftsfeldern weiter: Langstreckenflüge und Städteverbindungen in Europa werden zusammengefasst, Urlaubsflüge unter der Marke Niki geführt. Lufthansa erklärt sich bereit, Air Berlin zu übernehmen, wenn der Großaktionär Etihad zuvor die Schulden übernähme.

15. August 2017

Air Berlin meldet Insolvenz an. Zuvor hatte Etihad seine finanzielle Unterstützung eingestellt. Ein 150-Millionen-Euro-Kredit des Bundes soll den Flugbetrieb zunächst sichern.

15. September 2017

Interessenten geben Angebote für die ganze Air Berlin oder Teile davon ab.

21. September 2017

Der Gläubigerausschuss entscheidet sich, exklusiv mit der Lufthansa und Easyjet bis zum 12. Oktober zu verhandeln.

9. Oktober 2017

Air Berlin kündigt an, den Flugverkehr in eigener Regie mit dem Airline-Code AB wohl spätestens zum 28. Oktober einzustellen. Nicht betroffen sind die Töchter Niki, LGW und die Maschinen, die Lufthansa von Air Berlin mietet.

Anfliegen wird die Lufthansa die deutsche Hauptstadt aber weiterhin – im Gegensatz zu Abu Dhabi. Die Heimat von Etihad nimmt die Fluggesellschaft aus ihrem Flugplan, die sieben wöchentlichen Verbindungen ab Frankfurt werden gestrichen, wie die Airline am Donnerstag mitteilte.

Offiziell begründet wird das mit der Unwirtschaftlichkeit der Strecke. Doch die Entscheidung ist vielmehr ein Signal an die Politik: Achtung bei Air Berlin, haltet uns die Konkurrenz vom Persischen Golf so gut es geht vom Hals. Aktuell ist das Angebot auf der Strecke groß: Etihad und Air Berlin starten zusammen 49 Mal pro Woche von Deutschland nach Abu Dhabi, sieben weitere Flüge sind geplant.

Luftfahrtbranche

Was plant Etihad bei Air Berlin?

Luftfahrtbranche: Was plant Etihad bei Air Berlin?

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Kommentare (1)

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Herr x y

17.10.2014, 16:36 Uhr

Lufthansa-Aktien = >40% Kursverlust in vier Monaten! Also, als Ölscheich würde ich da jetzt kaufen, Und bei Ende des Winterflugplans wäre der Fall gegessen. Die Firma würde dann AirBerlihansa heißen.

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