Handelsblatt App
Jetzt 4 Wochen für 1 € Alle Inhalte in einer App
Anzeigen Öffnen
MenüZurück
Wird geladen.

01.08.2019

08:23

Modekonzern

Hugo Boss steigert Umsatz nur leicht

Von: Marius Wolf, Martin-W. Buchenau

Der Konzern steigert seine Umsätze nur leicht. Das Unternehmen begründet das mit internationalen Einflüssen, aber auch in Deutschland stottert das Geschäft.

Globale Konflikte trüben die Erwartungen des Modekonzerns an das Geschäftsjahr. dpa

Hugo Boss

Globale Konflikte trüben die Erwartungen des Modekonzerns an das Geschäftsjahr.

Düsseldorf Das schwierige Marktumfeld in den USA stimmt den Vorstand des Modekonzerns für 2019 weniger optimistisch. Konzernchef Mark Langer erwartet nur noch, das untere Ende der Prognose zu erreichen.

Die sah ein Umsatzplus im mittleren einstelligen Prozentbereich vor und einen Anstieg des operativen Ergebnisses (Ebit) im hohen einstelligen Prozentbereich. Im zweiten Quartal konnte Hugo Boss seinen Umsatz um rund 36 Millionen Euro auf 1,3 Milliarden Euro steigern.

Das entspricht einer Steigerung von gerade mal drei Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Erlöse des Modeunternehmens legten währungsbereinigt um zwei Prozent auf 675 Millionen Euro zu, das Ebit um drei Prozent auf 76 Millionen Euro.

In seinem Quartalsbericht schreibt das Unternehmen, dass besonders der amerikanisch-chinesische Handelskonflikt und der unklare Ausgang des Brexits dazu geführt haben, dass private und unternehmerische Investitionen zurückgegangen sind.

Während das Onlinegeschäft kräftig zulegte und die Geschäfte in Asien sich dynamisch entwickelten, hätten sich in den USA die positiven Effekte der Steuerreform abgeschwächt und das Geschäft mit Touristen habe nachgelassen. Zudem belasteten notwendige Rabattaktionen.

Offensichtliche Probleme hat Hugo Boss aber auch im wichtigen Deutschlandgeschäft. Anfang des Monats verließ Vertriebsvorstand Bernd Hake das Unternehmen. Dadurch verkleinerte sich der Vorstand, weil Vorstandschef Mark Langer dessen Aufgaben übernimmt.

Für das wichtige Kerngeschäft Europa tauschte Langer die Chefs aus. „Wir haben mit Thorsten Link einen ausgewiesenen Experten für das Deutschland- und Osteuropageschäft geholt“, betonte Langer in einem Telefoncall zu den Quartalszahlen. Link ist seit Beginn des Monats im Haus und kein Unbekannter.

Zwischen 1994 und 2006 hatte er bereits 12 Jahre für den Herrenschneider gearbeitet, zuletzt als Osteuropachef. Er folgt auf Marcus Meyer, der Boss nach rund zwei Jahren wieder verlassen hat. Link war bis Anfang des Jahres als Managing Director für die Modemarke Strellson der Holy Fashion Group verantwortlich. Er soll auch die Partnerschaften mit dem Großhandel überarbeiten.

Deutschland ist mit einem Jahresumsatz von 429 Millionen Euro (2018) nach wie vor stärkster Einzelmarkt des Unternehmens. Aber hier brach der Umsatz im zweiten Quartal um fünf Prozent ein. „Wir hoffen im zweiten Halbjahr auf positive Impulse auch durch die Eröffnung unseres neuen Flagschip-Outletstores in Metzingen Ende September“, sagte Vorstandschef.

Hugo Boss setzt nach Angaben von Langer einen „hohen zweistelligen Millionenbetrag“ jährlich im Metzinger Outletgeschäft um. An der Börse sorgten die Nachrichten im frühen Handel für einen Kursabschlag von 2,2 Prozent.

Das zweite Quartal des Modekonzerns habe beim Umsatz zwar den Erwartungen entsprochen, auf vergleichbarer Basis jedoch seien diese verfehlt worden, schreibt Analyst Alberto D'Agnano von Goldman Sachs. Die US-Bank JPMorgan hat die Einstufung für Hugo Boss nach Zahlen auf „Neutral“ mit einem Kursziel von 69 Euro belassen. Auf den ersten Blick sei das zweite Quartal des Modekonzerns wie erwartet verlaufen, schrieb Analystin Melanie Flouquet in einer Studie.

Mit Agenturmaterial.

Handelsblatt Premium

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×