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15.03.2019

16:45

Modekonzern

Luxus für Millennials: So will Prada junge Kunden erreichen

Von: Regina Krieger

Der Luxus-Modekonzern verzeichnet für 2018 zwar höhere Erträge, aber weniger Gewinn. Firmenchef Patrizio Bertello will die Marke verjüngen und digitalisieren.

Die neue Kollektion wurde von der Kritik gefeiert. Reuters

Prada-Modenschau in Mailand

Die neue Kollektion wurde von der Kritik gefeiert.

RomSechzehn Samstage in Folge sind die Prada-Boutiquen in Paris geschlossen geblieben, als die Proteste der Gelbwesten im vergangenen Herbst und Winter durch die französische Hauptstadt tobten. Das hatte Auswirkungen auf die Bilanz, wie Prada-Chef Patrizio Bertelli an diesem Freitag bei der Vorstellung der Zahlen für 2018 erklärte. Dazu komme, dass die strategische Neuausrichtung des Modeimperiums erst 2017 begonnen habe.

2018 kommt Prada auf einen Ertrag von 3,14 Milliarden Euro, ein Plus von drei Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Der Gewinn vor Steuern (Ebitda) lag wegen des Verlusts durch die Wechselkurse bei 551, netto bei 324 Millionen Euro. Der Gewinn betrug 205 Millionen Euro, im vergangen Jahr waren es 249 Millionen Euro gewesen.

Bei der Hauptversammlung am 30. April soll die Ausschüttung einer Dividende in Höhe von sechs Cent beschlossen werden. 2017 waren es 7,5 Cent. Prada ist seit 2009 an der Börse Hongkong gelistet.

Der Luxuskonzern ist im Umbruch. „Die Zahlen von 2018 zeigen, dass unsere Aktivitäten positiv vom Markt aufgenommen worden sind“, sagte Prada-Chef Patrizio Bertelli bei der Vorstellung der Bilanz. „Die strategische Erneuerung und der daraus folgende Umbau der Organisation, der in den kommenden Monaten abgeschlossen wird, geben dem Unternehmen eine dynamischere Struktur und eine bessere Möglichkeit, die kulturellen Wandlungen durch die neuen Generationen zu interpretieren.“

Der Patron, Ehemann von Mitinhaberin Miuccia Prada, ist bekannt für seine deutlichen Worte: Die neuen Generationen müssten angesprochen und an den Luxus herangeführt werden, sagte er. Dazu gehört, dass das Modehaus auch Sneaker anbietet, „das werden wir im zweiten Halbjahr sehr wettbewerbsfreudig sein“, so Bertelli.

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Die Millennials will Prada mit Events, der Neugestaltung aller Boutiquen und mit E-Commerce erreichen. Im vergangenen Jahr wurde 20 Geschäfte geschlossen und 29 neu eröffnet.

„Bis 2020 soll der E-Commerce weltweit aktiv sein“, sagte Lorenzo Bertelli. Der Sohn von Bertelli und Miuccia Prada ist seit 2017 im Konzern und für die Digitalstrategie zuständig. Prada entwickelt eine App, um die Sichtbarkeit der Marke noch mehr zu steigern.

Die Asien-Pazifik-Region verzeichnete 2018 den größten Zuwachs mit zehn Prozent. Grund seien der lokale Konsum und der Tourismus. In China wuchsen die Einnahmen um acht Prozent, „aber wir müssen mehr für den chinesischen Markt arbeiten“, so Bertelli. In Europa ist das Ergebnis stabil. Dort verzeichnete das Modehaus ein Plus von drei Prozent, „trotz des Abschwellens der Touristenströme“.

Neue Kollektion überzeugt mit Schlichtheit

Zur digitalen Strategie und zum Restyling der Boutiquen kommt die Modernisierung der 18 Produktionsstätten in Italien. Die meisten sind in der Toskana, wo auch rund 2600 der 4000 Angestellten arbeiten. Im vergangenen Jahr sei das neue Logistikzentrum in der Toskana eröffnet worden, sagte der Patron. Er suche neue Fachkräfte, denn sonst würde das Durchschnittsalter zu hoch.

Prada ist eine der größten Luxusmarken, die italienisch geblieben ist, während andere wie Gucci, Bulgari oder Bottega Veneta von den beiden großen Konzernen LVMH und Kering gekauft wurden. Vor einigen Monaten wechselte auch Versace den Besitzer und ging an das US-Unternehmen Michael Kors.

Nach einer aktuellen Studie der Investmentbank Mediobanca zur Modeindustrie in Europa ist Prada nach Umsatz auf Platz 14 nach den französischen Konzernen, der spanischen Zara-Mutter Inditex, Adidas, H&M und Luxottica.

Über die neue Kollektion sagt Miuccia Prada, die Kleider müssten in ihrer Schlichtheit für sich sprechen, ohne großes Styling. Bei den Modewochen in Mailand und Paris wurde sie dafür von der Kritik gefeiert.

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