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24.09.2019

16:12

Peter Fankhauser

„Fat cat“: Die Kritik am Thomas-Cook-Chef wird lauter

Von: Kerstin Leitel

Nach dem Kollaps des britischen Reisekonzerns gibt es Vorwürfe gegen den Chef. Peter Fankhauser entschuldigt sich, nicht erfolgreich gewesen zu sein.

Nach Thomas-Cook-Pleite: Kritik an Peter Frankhauser wird lauter  Tim Wegner/laif

Peter Fankhauser

Seit Ende 2014 ist der Schweizer Chef von Thomas Cook.

London Wie eine „fette Katze“ sieht Peter Fankhauser nicht aus – im Gegenteil. Zwar sind seine Tage als Spitzenturner lange vorbei, doch der 58-Jährige hält sich noch immer mit zahlreichen Sportarten fit.

Aber britische Boulevardmedien beschimpfen den bisherigen Chef des Reiseveranstalters Thomas Cook als „fat cat“, seit bekannt wurde, dass ihm und seinen Kollegen in den vergangenen Jahren großzügige Boni ausgezahlt wurden – und das, obwohl die Firma nun Insolvenz anmelden musste. 21.000 Mitarbeiter und rund 600.000 Urlauber sind betroffen.

Ende 2014 wurde der gebürtige Schweizer nach mehreren Stationen bei anderen Reisekonzernen zum Chef von Thomas Cook ernannt. Schon damals war klar, dass es kein leichter Job werden würde: Bereits 2011 war der Traditionskonzern mit Marken wie Neckermann Reisen und der Fluglinie Condor von der Pleite bedroht gewesen.

Ein gewaltiger Schuldenberg lastete auf dem 1841 gegründeten Unternehmen. Die Umstrukturierung half nur vorübergehend: Anfang der Woche rutschte Thomas Cook in die Insolvenz.

„Ich und der Rest des Managements bedauern zutiefst, dass wir nicht erfolgreich waren“, erklärte Fankhauser dazu, „ich möchte mich bei unseren Millionen Kunden und Tausenden von Mitarbeitern, Lieferanten und Partnern entschuldigen, die uns seit vielen Jahren unterstützen.“

Diese für Topmanager ungewöhnlich klare Entschuldigung ist eine Lehre aus einem Verhalten, das der Manager als größten Fehler seiner Karriere bezeichnete: Nachdem 2006 zwei Kinder in einer Ferienanlage des Unternehmens in Korfu an einer Kohlenmonoxidvergiftung gestorben waren, wollte sich Thomas Cook auf Anraten der Anwälte nicht entschuldigen. Es war eine fragwürdige Linie, die Fankhauser zunächst noch beibehielt, als er Chef wurde.

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