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21.09.2018

11:58 Uhr

Strafzölle gegen China

Walmart warnt US-Regierung vor steigenden Preisen durch Handelsstreit

VonAlexander Möthe

Der größte Einzelhändler der Welt ist für viele US-Bürger wichtiger Nahversorger. Doch Strafzölle auf Waren aus China bedrohen Walmarts Geschäftspraxis.

Walmart warnt US-Regierung vor Strafzöllen und steigenden Preisen AP

Walmart-Filiale

Der Einzelhändler ist nicht unerheblicher Teil der Grundversorgung für viele US-Bürger.

DüsseldorfDer Handelsriese Walmart unterhalt in den USA mehr als 5.300 Verkaufsstellen. 3.500 davon sind Supercenter, also riesige Einkaufsmärkte, die vor allem außerhalb der Ballungsräume oft die Grundversorgung der Bevölkerung sichern. Nahrungsmittel, Bekleidung, Elektronik, Medikamente – für den täglichen Lebensbedarf bietet der US-Marktführer so ziemlich alles zum Kampfpreis. Walmart sieht dieses Gefüge jetzt jedoch bedroht.

Der Konzern hat sich übereinstimmenden Medienberichten zufolge in einem Brief direkt an die Regierung von US-Präsident Donald Trump gewandt. Das Anliegen: eine baldige Beilegung des Handelsstreits mit China. Denn die von den USA erhobenen Strafzölle könnten den weltgrößten Einzelhändler zwingen, durchweg die Preise zu erhöhen.

In dem Schreiben an den Handelsbeauftragen Robert Lighthizer, das CNN Money und der Nachrichtenagentur Reuters vorliegt, warnt Walmart davor, dass die Maßnahmen gegen China das komplette Sortiment von Lebensmitteln bis zu Pflegeprodukten verteuern würden. Der Brief, dessen Inhalt und Echtheit Walmart inzwischen gegenüber Reuters bestätigt hat, ist etwa zwei Wochen alt. In der Zwischenzeit verkündete Trump weitere Strafzölle auf Waren im Wert von 200 Milliarden Dollar – mit einigen wenigen Ausnahmen, beispielsweise für den Apple-Konzern.

„Als größter Einzelhändler der USA und Großeinkäufer US-amerikanischer Waren sind wir sehr besorgt, welchen Einfluss die Strafzölle auf unsere Geschäfte, unsere Kunden, unsere Zulieferer und die US-Wirtschaft im Ganzen haben werden“, zitiert die Nachrichtenagentur aus dem Schreiben.

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Walmart listete demnach verschiedene Produkte auf, die von Teuerungen betroffen sein könnten. Darunter befinden sich Gasgrills, Fahrräder und sogar Weihnachtsbeleuchtung. Experten schätzen, dass zwischen 70 und 90 Prozent des Non-Food-Sortiments aus China stammen.

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Unmittelbar nach Verkündung der neuen Strafzölle in der Vorwoche twitterte Präsident Trump, dass die Strafzölle die USA in eine Starke Verhandlungsposition geführt hätten – wobei die Preissteigerungen „fast unmerklich“ gewesen seien. Die Position Walmarts könnte diese Entwicklung drastisch wiederlegen.

Das Unternehmen aus Arkansas hat in den USA bei Lebensmitteln einen Marktanteil von mehr als 20 Prozent und erzielte zuletzt einen Nettoumsatz von rund 318 Milliarden Dollar. Mehr als 1,5 Millionen Menschen arbeiten im Heimatmarkt für den Konzern. Nach eigenen Angaben kaufen mehr als 40 Prozent der Amerikaner wöchentlich bei Walmart ein. Eine Verteuerung würde gerade die einkommensschwachen Bevölkerungsschichten treffen.

Walmart bemüht sich seit Jahren, im Handelsgeschäft mit Online-Riese Amazon schrittzuhalten. Mit Aldi und Lidl drängt die deutsche Konkurrenz in den Markt der Lebensmittel-Discounter. Zudem steht der US-Konzern selbst immer wieder in der Kritik. Die Geschäftspraktiken gelten als hart, und das Unternehmen hat so starken Einfluss auf Wirtschaft und Warenströme, dass sich dafür bereits der Begriff „Wal-Mart-Effekt“ etabliert hat. Die Hauptvorwürfe: Lohn-Dumping und rücksichtslose Verdrängung der Konkurrenz. So versucht der Vorstandsvorsitzende Douglas McMillon seit Jahren, das Image des Händlers durch Investitionen zu verbessern.

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