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02.05.2018

12:51 Uhr

Edeka einigt sich mit Nestlé – Der Nestlé-Boykott ist beendet dpa

Edeka

Die Supermarktkette hatte über Wochen Produkte des Nestlé-Konzerns boykottiert.

Streit um Einkaufspreise

Boykott beendet – Edeka einigt sich mit Nestlé

VonFlorian Kolf, Michael Brächer

Nach wochenlangem Boykott gibt es bei Edeka bald wieder Vittel, Wagner Pizza und Kitkat: Die Händlerallianz Agecore hat sich mit Nestlé geeinigt.

Düsseldorf, ZürichDer Händler Edeka hat sich nach langen, erbitterten Verhandlungen im Konditionenstreit mit dem Schweizer Lebensmittelriesen Nestlé geeinigt. Dies bestätigte ein Edeka-Sprecher dem Handelsblatt. Über Details der Einigung sei Stillschweigen vereinbart worden.

Auch Nestlé bestätigte die grundsätzliche Einigung. „Wir begrüßen die Tatsache, dass eine ausgewogene Einigung mit Agecore erzielt wurde“, teilte ein Nestlé-Sprecher mit. „Es bleibt unsere Priorität sicherzustellen, dass wir unseren Konsumenten auch weiterhin die Produkte anbieten können, die sie kennen und schätzen.“ Zu den Konditionen der Einigung wollte auch Nestlé sich nicht äußern.

Seit Anfang des Jahres eskalierte ein Streit zwischen Edeka und Nestlé über die Einkaufskonditionen bei zahlreichen Produkten. Die Verhandlungen auf Händlerseite führte dabei das europäische Einkaufsbündnis Agecore, in dem sich Edeka mit anderen europäischen Händlern wie Intermarché aus Frankreich und Coop aus der Schweiz zusammengeschlossen hat. Sie bemängelten, Nestlé beliefere die Konkurrenz preisgünstiger.

Krisenstimmung bei Nestlé

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Um den Druck auf Nestlé zu erhöhen, hatten Edeka und seine Partner zahlreiche Produkte – von Wagner Pizza über Nescafé bis Vittel-Wasser – nicht mehr nachbestellt. Damit wurden zuletzt bis zu 200 verschiedene Produkte des Konsumgüterkonzerns aus den Regalen verbannt.

Die „Lebensmittel Zeitung“ hatte zuerst berichtet, dass noch im Laufe des heutigen Mittwochs ein Schreiben der Edeka-Großhandlungen an die Kaufleute der Genossenschaft rausgehen wird. Darin wird ihnen mitgeteilt, dass sie ab sofort wieder alle Produkte von Nestlé nachbestellen und so die Lücken in den Regalen füllen können. „Wir gehen wieder in den Normalbetrieb“, hieß es bei Edeka.

Zuletzt hatten beide Seiten in der Auseinandersetzung Härte demonstriert. Als vor zwei Wochen in Branchenkreisen bereits davon die Rede war, eine Einigung stände bevor, kam von Edeka-Chef Markus Mosa umgehend ein Dämpfer. „Wir sind in der letzten Woche vorangekommen, aber wir sind noch lange nicht am Ziel“, sagte er bei der Bilanzpressekonferenz des Unternehmens. Auch das verbesserte Angebot entspreche noch nicht den Vorstellungen der Händler.

Zwei Tage später legte Nestlé-Chef Mark Schneider nach. „Wir werden nur unterschreiben, wenn wir damit zufrieden sind, dass wir etwas von der Vereinbarung haben“, so der Nestlé-Chef. Es sei nicht der richtige Zeitpunkt für einseitige Zugeständnisse.

Edeka vs. Nestlé

Streit beigelegt – Wagner-Pizza und Co. kehren zurück in die Regale

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Dass sich Hersteller und Händler hart über die Einkaufskonditionen streiten, ist in der Branche Teil des Tagesgeschäfts. So hatte Edeka beispielsweise im vergangenen Jahr Artikel von Pepsi oder L’Oréal ausgelistet. Doch dass die Auseinandersetzung derart öffentlich eskaliert, ist sehr ungewöhnlich.

Auch die Konkurrenz hatte diese Kraftprobe genau beobachtet. Solche Konflikte seien in der Branche durchaus üblich, hatte Rewe-Chef Lionel Souque den Vorgang kommentiert, würden aber normalerweise hinter den Kulissen geführt. Sein Unternehmen liege jedoch zurzeit nicht im Kampf mit Nestlé, hatte er spitz ergänzt.

Die Einkaufsgemeinschaft Agecore steht für knapp 2,8 Prozent des Nestlé-Umsatzes. In den Zahlen des Konzerns hatte sich der Boykott deshalb noch nicht bemerkbar gemacht. Jedoch hatte Nestlé die Sorge gehabt, dass der Hersteller mit einem zu großen Entgegenkommen einen Präzedenzfall schaffen könnte und dann auch andere Händler weitere Zugeständnisse fordern könnten.

Kommentare (2)

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Herr Jürgen Keitel

02.05.2018, 14:25 Uhr

EDEKA "erpresst" nicht nur die Lieferanten, sondern auch die Kunden durch vielfach flächendeckende Monopolstellungen im Verkaufsbereich.

Herr Jürgen Keitel

02.05.2018, 14:27 Uhr

EDEKA "erpresst" nicht nur die Lieferanten, sondern auch durch vielfach flächendeckende Monopolstellungen im Verkaufsbereich die Käufer.

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