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25.01.2023

15:18

Adidas

Sporthändler setzen auf Schwung durch neuen CEO Björn Gulden

Von: Axel Höpner

Die Intersport-Händler haben im abgelaufenen Jahr einen Rekordumsatz erzielt. Auch im Verhältnis zum Sportartikelriesen Adidas stehen die Zeichen auf Entspannung

Die Händlerkette profitiert von der stärkeren Nachfrage nach Turnschuhen und anderer Sportbekleidung. dpa

Intersport-Geschäft in Heilbronn

Die Händlerkette profitiert von der stärkeren Nachfrage nach Turnschuhen und anderer Sportbekleidung.

München Nach dem Chefwechsel bei Adidas hoffen die Intersport-Händler in Deutschland auf gute Geschäfte mit dem weltweit zweitgrößten Sportartikelhersteller. „Die neue Führung ist auf alle Fälle handelsorientiert, da sind wir sehr dankbar“, sagte Frank Geisler, Chief Operating Offices des Händlerverbunds, am Mittwoch. Adidas sei ein wichtiger strategischer Partner.

Ex-Adidas-Chef Kasper Rorsted hatte stark auf den Ausbau der eigenen Onlineshops gesetzt. In der Pandemie wurden die eigenen Vertriebskanäle teilweise bevorzugt bedient, was viele Fachhändler verprellte. Sein Nachfolger Björn Gulden, der sein Amt zu Jahresbeginn antrat, hatte schon als Chef von Puma die Priorität auf den Fachhandel gesetzt und dafür teilweise auch auf Marge verzichtet.

Investoren trauen Gulden zu, in seinem neuen Job den Mittelweg zu finden – und bewährte Strategien von Puma auf die Bedingungen bei Adidas modifiziert anzuwenden. Es könne so gelingen, die vergrätzten Händler zurückzugewinnen, ohne die Fortschritte beim E-Commerce aufzugeben, sagte Thomas Jökel, Portfoliomanager bei Union Investment. „Ich vertraue darauf, dass Herr Gulden hier die richtige Entscheidung treffen wird.“

Intersport erzielte Rekordumsatz von 3,3 Milliarden Euro

Bei Intersport war Adidas im vergangenen Geschäftsjahr die wichtigste Marke vor Nike und der Eigenmarke McKinley. Um die Position zu stärken, vereinbarte Intersport 2022 mit Adidas ein sogenanntes Single-Account-Modell. Die Gruppe bestellt also zentral und hält die Adidas-Produkte in eigenen Lagern vor. Zuvor hatten Hunderte Händler einzeln geordert. „Wir sichern damit unsere Relevanz bei Adidas“, sagte Geisler.

Intersport hat 463 Standorte unter der eigenen Marke und insgesamt etwa 1700 Verkaufsstellen. Die Außenumsätze stiegen im Geschäftsjahr 2021/22, das am 30. September endete, um 25 Prozent auf den Rekordwert von 3,3 Milliarden Euro. Damit lag der Verbund 14 Prozent über dem Wert vor Ausbruch der Pandemie. „Wir sind deutlich stärker aus der Krise herausgekommen, als wir reingegangen sind“, sagte Intersport-Chef Alexander von Preen.

Zuletzt verzeichnete die Gruppe dabei einen Trend zurück in die Geschäfte. „Die Kunden kaufen wieder verstärkt beim Händler vor Ort ein“, sagte Geisler. Die Intersport-Onlineumsätze sanken im vergangenen Geschäftsjahr sogar, weil die knappe Ware bevorzugt an die Geschäfte geliefert wurde. Der E-Commerce-Anteil soll in den kommenden Jahren aber wieder steigen.

Der Sportboom hält auch nach dem Höhepunkt der Pandemie an

Intersport-Chef von Preen ist überzeugt, dass der Sportboom auch nach der Pandemie weitergehen wird. Der Markt in Deutschland könne in den kommenden Jahren um jeweils drei bis fünf Prozent wachsen, Intersport wolle darüber liegen.

Allerdings gab es in der Branche zuletzt Berichte über überfüllte Lager. Da in der Pandemie die Ware wegen Logistik- und Produktionsproblemen zeitweise knapp war, bestellten manche Händler sicherheitshalber mehr – und sitzen nun auf der Ware. Die Situation sei aber sicher nicht kritisch, sagte Intersport-Manager Geisler. In den Lagern sei nicht viel Saisonware, die schnell umgesetzt werden muss.

Der Sportfachhandel in Deutschland ist hart umkämpft. So hat der französische Discounter Decathlon angekündigt, seine Umsätze bis 2026 auf 2,5 Milliarden Euro hierzulande verdoppeln zu wollen. Daneben dominieren die Händlerverbünde. Die Sport2000-Händler setzten früh auf Spezialisierung mit Trendsportarten wie Laufen und Bergsport und erzielten im vergangenen Jahr einen Rekordumsatz von 3,31 Milliarden Euro.

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