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Air Berlin

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Wem gehört Niki?

Schmutziger Kampf um Air Berlin

Insolvenzantrag für Niki erschüttert Bieter-Wettstreit

Schmutziger Kampf um Air Berlin: Insolvenzantrag für „Filetstück“ Niki erschüttert Bieter-Wettstreit

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Da Etihad aber den Kaufpreis längst überwiesen hat, stellt sich die Frage, ob Niki Etihad gehört - und Frank Kebekus, Generalbevollmächtigter von Air Berlin, sowie Sachwalter Lucas Flöther die Perle gar nicht verscherbeln können. „Erst wenn Etihad schriftlich erklärt, dass man keinen Anspruch auf Niki erhebt, kann der Verkauf rechtlich vollzogen werden“, ist aus Bieterkreisen zu hören.

Um Air Berlin feilschen vor allem Lufthansa, Easyjet, Thomas Cook (Condor), der Niki-Gründer und Ex-Rennfahrer Niki Lauda, die IAG (British Airways und Iberia), der Unternehmer Hans Rudolf Wöhrl, der Manager Utz Claassen sowie das Berliner Logistikunternehmen Zeitfracht. Ob der chinesische Unternehmer Pang, der auch am Provinzflughafen Parchim engagiert ist, sein Angebot noch rechtzeitig einreichen konnte, ist nicht bekannt.

In Branchenkreisen gelten Lufthansa, IAG und Easyjet als die aussichtsreichsten Kandidaten. Bei dem Logistikbereich sowie der Wartung von Air Berlin dürfte Zeitfracht gute Karten haben. Neben den finanziellen Kriterien dürften bei der Entscheidung der Gläubiger auch die Rettung von Jobs eine wichtige Rolle spielen. Lufthansa etwa hat die Integration von bis zu 3000 Mitarbeitern in Aussicht gestellt.

Verkauf von Air Berlin: Kampf mit allen Mitteln

Verkauf von Air Berlin

Kampf mit allen Mitteln

Die Zerschlagung von Air Berlin nimmt bizarre Züge an: Es gibt nun einen Konkursantrag gegen die intakte Tochter Niki. Außerdem prüfen die Interessenten Utz Claassen und Hans Rudolf Wöhrl eine Kooperation.

Auch wenn Lufthansa-Chef Spohr kartellrechtliche Grenzen sieht, so wehrt er sich gleichwohl gegen den Vorwurf, mit der Übernahme von Air Berlin-Teilen würde ein Monopol entstehen. Würde man die Umsteigerflüge berücksichtigen, habe Lufthansa in Deutschland einen Marktanteil von 34 Prozent. Selbst bei einer vollen Übernahme von Air Berlin würde man nicht über die Grenze von 50 Prozent kommen, so Spohr. Ryanair etwa habe 100 Strecken, auf denen die Airline ein Monopol besitze. „Das Gerede von einem Monster, das da entstehen würde, ist schlicht falsch“, sagte Spohr mit Blick auf entsprechende Aussagen von Ryanair-Chef Michael O’Leary.

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    Die Air Berlin-Flugzeuge will Lufthansa für das Wachstum der eigenen Billigplattform Eurowings nutzen. Sollte Lufthansa keinen Zuschlag für alle gewünschten Jets bekommen, habe man einen Alternativplan parat, so Spohr: „Dann wird Eurowings organisch wachsen, das ist für uns kein Problem.“

    Air Berlin – schneller Aufstieg, jahrelange Turbulenzen

    Die Anfänge

    Vor 37 Jahren hob der erste Air-Berlin-Flieger ab. Alles begann mit alliierten Sonderrechten zur Landung im geteilten Berlin. Gegründet wurde Air Berlin als Chartergesellschaft durch den Ex-Pan-Am-Pilot Kim Lundgren. Der Erstflug ging am 28. April 1979 von Tegel nach Mallorca. Die Flotte umfasste zunächst zwei Maschinen. Nach der Wende wuchs Air Berlin zur Nummer Zwei am Himmel über Deutschland heran, doch inzwischen steckt die Fluglinie seit Jahren in der Krise.

    1990er-Jahre

    1991: Im April kauft der LTU-Manager Joachim Hunold die Mehrheit der Anteile. Es gibt kurz darauf 15 Flüge pro Tag. Air Berlin expandiert und stationiert zunehmend auch Flugzeuge auf Regionalflughäfen.

    1998: Mit dem Mallorca Shuttle Einstieg ins Linienfluggeschäft.

    2004-2007

    2004: Einstieg bei der Fluggesellschaft Niki des früheren Rennfahrers Niki Lauda

    2006: Börsengang und Kauf der Fluggesellschaft dba

    2007: Kauf des Ferienfliegers LTU, damit auch Interkontinentalflüge

    2008

    2008: Air Berlin rutscht in die roten Zahlen, legt das erste Sparprogramm auf: Strecken fallen weg, Flugzeuge werden ausgemustert. Die Übernahme des Ferienfliegers Condor scheitert.

    2010

    Air Berlin kündigt für 2012 den Eintritt in das Luftfahrtbündnis Oneworld an.

    2011

    Hunold wirft das Handtuch, Hartmut Mehdorn übernimmt. Ein weiteres Sparprogramm soll das operative Ergebnis um 200 Millionen Euro verbessern. 18 der 170 Maschinen werden verkauft.

    2012

    Die arabische Staatsairline Etihad erhöht ihren Anteil von knapp 3 auf 29,2 Prozent und stützt die Airline mit einem 255-Millionen-Dollar-Kredit. Ein neues Sparprogramm beginnt. Der Verkauf des Vielfliegerprogramms an Großaktionär Etihad bringt nur vorübergehend wieder schwarze Zahlen.

    2013

    Wolfgang Prock-Schauer wird Vorstandschef und verschärft das von Mehdorn im Vorjahr aufgelegte neue Sparprogramm. Jeder zehnte Arbeitsplatz fällt weg, die Flotte schrumpft auf 142 Maschinen. 400 Millionen Euro sollen bis Ende 2014 eingespart werden.

    2015

    Im Februar löst Stefan Pichler den glücklosen Prock-Schauer ab. Air Berlin macht 447 Millionen Euro Verlust - so viel wie nie.

    2016

    Nach einem juristischen Tauziehen kann Air Berlin den größten Teil der wichtigen Gemeinschaftsflüge mit Etihad weiter anbieten. Die Zahlen bessern sich nicht. Gespräche mit Lufthansa über einen Verkauf von Geschäftsteilen beginnen. Mit einem tiefgreifenden Umbau und der Streichung von bis zu 1200 Arbeitsplätzen will Air Berlin seine Krise überwinden.

    2017

    Air Berlin bekommt einen neuen Chef. Der Lufthansa-Manager und früheren Germanwings-Chef Thomas Winkelmann wird Vorstandschef. Air Berlin führt ihren Flugbetrieb in zwei getrennten Geschäftsfeldern weiter: Langstreckenflüge und Städteverbindungen in Europa werden zusammengefasst, Urlaubsflüge unter der Marke Niki geführt. Lufthansa erklärt sich bereit, Air Berlin zu übernehmen, wenn der Großaktionär Etihad zuvor die Schulden übernähme.

    15. August 2017

    Air Berlin meldet Insolvenz an. Zuvor hatte Etihad seine finanzielle Unterstützung eingestellt. Ein 150-Millionen-Euro-Kredit des Bundes soll den Flugbetrieb zunächst sichern.

    15. September 2017

    Interessenten geben Angebote für die ganze Air Berlin oder Teile davon ab.

    21. September 2017

    Der Gläubigerausschuss entscheidet sich, exklusiv mit der Lufthansa und Easyjet bis zum 12. Oktober zu verhandeln.

    9. Oktober 2017

    Air Berlin kündigt an, den Flugverkehr in eigener Regie mit dem Airline-Code AB wohl spätestens zum 28. Oktober einzustellen. Nicht betroffen sind die Töchter Niki, LGW und die Maschinen, die Lufthansa von Air Berlin mietet.

    Grundsätzlich wolle sich Lufthansa aber weiter aktiv an der Konsolidierung der Branche in Europa beteiligen. „Air Berlin wird dabei nicht der letzte Schritt sein“, so der Lufthansa-Chef. Angeblich hat die nach Umsatz und Passagieren größte europäische Fluggesellschaft auch ein Auge auf Teile der ebenfalls insolventen Alitalia geworfen. Doch dazu wollte sich Spohr nicht äußern.

    Kommentare (1)

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    Account gelöscht!

    21.09.2017, 13:34 Uhr

    Irgendwie schade um Air Berlin. Die waren derzeit auf dem besten Wege, so erfolgreich, wie Ryan Air zu werden, aber Mismanagement hat ihnen wohl den Todesstoß verpasst. Aber nun sind sie tot und über Leichen redet man nicht schlecht.

    Herzliches Beileid den Hinterbliebenen.

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