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26.04.2022

19:35

Chefwechsel

Carla Kriwet verlässt die Bosch-Gruppe – Sie war die erste Chefin des Hausgeräteherstellers BSH

Von: Martin-W. Buchenau

Nach kaum zwei Jahren verlässt Carla Kriwet Europas größten Hausgerätehersteller aus eigenem Antrieb. Wohin sie wechselt, ließ sie offen.

Noch vor drei Wochen hatte Kriwet die BSH-Geschäftszahlen für 2021 präsentiert.  BSH Hausgeräte GmbH

Carla Kriwet

Noch vor drei Wochen hatte Kriwet die BSH-Geschäftszahlen für 2021 präsentiert.

Stuttgart Carla Kriwet war die erste Frau auf dem Chefposten von Europas größtem Hausgerätehersteller BSH. Jetzt verlässt die 51-Jährige die Bosch-Gruppe. Sie habe sich entschieden, „das Unternehmen aus persönlichen Gründen zum 30. April 2022 zu verlassen und eine neue Herausforderung außerhalb der Bosch-Gruppe anzunehmen“, teilt der Hersteller unter anderem der Marken Bosch, Siemens und Neff mit.

Die Entscheidung muss sehr kurzfristig gefallen sein. In der ersten, nur wenige Zeilen langen Mitteilung fehlt jedes Dankeswort des Unternehmens.

Das ist extrem ungewöhnlich für den nicht börsennotierten Stiftungskonzern. Kurze Zeit später wurden noch zwei Zitate hinterhergeschoben.

„Wir bedauern ihre Entscheidung und wünschen ihr für die Zukunft alles Gute“, sagt Christian Fischer, Vizechef des Bosch-Konzerns und Aufsichtsratsvorsitzender der BSH. Carla Kriwet habe BSH überaus erfolgreich durch die schwierige Phase der Pandemie und die vielfältigen damit verbundenen Herausforderungen geführt und darüber hinaus viele neue Impulse gegeben.

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    Auch ein Zitat von Kriwet selbst folgte: „Ich danke allen Kolleginnen und Kollegen für die enge und stets vertrauensvolle Zusammenarbeit und gehe in der Gewissheit, dass die BSH nach zwei Rekordjahren hervorragend für die Zukunft gerüstet ist.“ Welchen neuen Job sie annimmt, ließ sie offen.

    Mehrere Jobwechsel

    Die Topmanagerin hat ihre Positionen bereits häufiger gewechselt. Sie war zuvor bei ABB, Daimler Transportation, Boston Consulting, Linde und Drägerwerk. Bosch hatte die Tochter des früheren Thyssen-Chefs Heinz Kriwet 2020 bei Philips für die Hausgerätesparte BSH abgeworben.

    Bei Philips war sie im Vorstand für Digitalisierung und in der Medizintechnik für Patientenüberwachung zuständig. Bei BSH sollte sie das Thema Digitalisierung und Vernetzung voranbringen. Geblieben ist sie jetzt keine zwei Jahre.

    Noch vor drei Wochen hatte Kriwet die Geschäftszahlen für 2021 in einer virtuellen Konferenz präsentiert und sich dabei nichts von ihren Abwanderungsplänen anmerken lassen. 2021 bescherte der Münchener Bosch-Tochter ein Rekordjahr. Die Umsätze stiegen um zwölf Prozent auf 15,6 Milliarden Euro.

    Die Auswirkungen auch des Ukrainekriegs dürften beherrschbar bleiben. Unter fünf Prozent der Erlöse im Jahr 2021 stammten aus den im Krieg befindlichen Ländern. Die Produktion in Russland steht inzwischen still. Allerdings wird es durch erhöhte Rohstoffkosten und Lieferengpässe für deutsche Verbraucher schon jetzt teurer. Um fünf Prozent hat BSH gerade die Preise für Geräte erhöht.

    BSH war lange Zeit ein Joint Venture von Bosch und Siemens, gehört aber seit 2014 zum schwäbischen Konzern. Unter dessen alleiniger Führung lief es zwischenzeitlich unrund. Unternehmen wie Samsung drängten massiv auf den europäischen Haushaltsmarkt. Aber Kriwet lieferte gute Zahlen, auch weil in der Pandemie viele Menschen nicht verreisen konnten und ihre Budgets für neue Haushaltsgeräte nutzten.

    Finanzchef Gerhard Dambach wird bis auf Weiteres den Chefposten zusätzlich übernehmen.

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