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07.06.2022

13:20

Deutsche Bahn

Zugunglück in Bayern: Ermittlungen gegen drei Bahnmitarbeiter wegen fahrlässiger Tötung

PremiumEin Regionalzug entgleist, fünf Menschen sterben. An Tag fünf nach dem Unglück wird weiter nach der Ursache gesucht – und möglichen Verantwortlichen.

Die entgleisten Bahnwaggons werden nach dem Zugunglück von Garmisch-Partenkirchen geborgen. dpa

Zugunglück in Oberbayern

Vier Frauen und ein 14-Jähriger aus der Region starben, rund 40 Menschen wurden verletzt.

Garmisch-Partenkirchen, Frankfurt Nach dem Zugunglück bei Garmisch-Partenkirchen hat die Staatsanwaltschaft München II ein Ermittlungsverfahren gegen drei Personen wegen des Anfangsverdachts der fahrlässigen Tötung eingeleitet. Bei den Beschuldigten handele es sich um Mitarbeiter der Deutschen Bahn, sagte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft München II, Andrea Grape, am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur.

„Es handelt sich bisher um einen Anfangsverdacht“, betonte Grape. Bis zum Abschluss der Ermittlungen bleibe offen, ob die Bahnmitarbeiter tatsächlich Mitschuld trügen. „Es gilt auch hier wie stets in solchen Fällen die Unschuldsvermutung bis zum endgültigen Abschluss der Verfahrens.“

Der Regionalzug von Garmisch-Partenkirchen nach München war am Freitagmittag kurz nach der Abfahrt entgleist. Vier Frauen und ein 14-Jähriger aus der Region starben, rund 40 Menschen wurden verletzt. Eine der Verletzten ist weiter in kritischem Zustand. Unter den getöteten Frauen sind auch zwei Mütter aus der Ukraine, die mit ihren Kindern nach Bayern geflüchtet waren.

Zur Unfallursache gibt es noch keine genauen Angaben. Die Ermittlungen führt eine Sonderkommission „Zug“. Auch die Bundesstelle für Eisenbahnunfalluntersuchung (BEU) ist beteiligt. Die Deutsche Bahn teilte mit, sich wegen der laufenden Ermittlungen derzeit nicht äußern zu können. „Selbstverständlich setzen wir alles daran, die ermittelnden Behörden bei der Aufklärung der Unfallursache zu unterstützen“, sagte ein Bahnsprecher am Dienstag.

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    Die BEU hat nach ersten Angaben keine Hinweise auf eine überhöhte Geschwindigkeit des Zuges gefunden. Die bisherigen Datenauswertungen deuten in die Richtung eines technischen Defekts am Zug oder an der Strecke. Die untersuchenden Behörden konzentrieren sich nach eigenen Angaben auf diese beiden Möglichkeiten.

    Am vergangenen Freitag gab es Spekulationen, dass ein Gegenstand auf den Schienen den Zug blockiert hatte. Das könnte dazu geführt haben, dass die mittleren Waggons aus den Gleisen gesprungen sind. Bisher wurden an der Unglücksstelle aber keine Hinweise darauf gefunden.

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