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11.11.2021

18:08

Drogeriemarkt

Wie dm-Chef Christoph Werner die Drogerie durch die Pandemie steuert

Von: Aylin Dülger

Der dm-Chef hat die Kette kurz vor Beginn der Pandemie übernommen. Gewachsen ist Europas größter Händler für Drogerieartikel seitdem vor allem im Onlinegeschäft.

Einst plante der heutige dm-Chef, Pilot bei der Bundeswehr zu werden. imago images/BeckerBredel

Christoph Werner

Einst plante der heutige dm-Chef, Pilot bei der Bundeswehr zu werden.

Düsseldorf Christoph Werner hatte es zum Antritt seines Postens nicht einfach. Gleich zu Beginn musste sich der Sohn des dm-Gründers Götz Werner und Vorsitzende der Geschäftsführung von Deutschlands größter Drogeriemarktkette dm als Krisenmanager unter Beweis stellen. Wie so viele Unternehmer in Deutschland musste er Lösungen finden, um im stationären Handel ausreichende Abstände zu gewährleisten. Eine besondere Herausforderung, denn Handel sei schließlich eine soziale Veranstaltung, sagte er zu Anfang der Pandemie im Handelsblatt-Interview. Er lebe davon, dass die Verkäufer, die beraten, auf die Kunden eingehen und sie an die Hand nehmen.

Doch auch in Pandemiezeiten hält Werner dm auf der Erfolgsspur – trotz verändertem Kundenverhalten. „Durch die Einschränkungen im Zusammenhang mit der Pandemie haben viele Kundinnen und Kunden erlebt, wie bequem der Einkauf online auf dm.de sein kann“, sagte Werner bei der Jahrespressekonferenz der Drogeriemarktkette am Donnerstag, bei der er die Entwicklungen des Unternehmens präsentierte.

Entsprechend setzt dm auf eine sogenannte Omnichannel-Strategie. Das heißt, dass Kunden ihre Produkte nicht mehr nur klassisch in einer Filiale finden, sondern auch auf einer Website oder in der dm-eigenen App. Außerdem können sie zwischen verschiedenen Zahlungsmitteln wählen.

Ein starkes Wachstum verzeichnete dm entsprechend im Onlinehandel. Das dürfte dazu beigetragen haben, dass der Umsatz der Drogeriemarktkette in Europa im Geschäftsjahr 2020/2021 im Vergleich zum Vorjahr um 6,5 Prozent auf rund 12,3 Milliarden Euro gestiegen ist. Damit untermauert dm seine Position als führender Händler für Drogeriewaren in Europa und baut die Marktanteile sogar noch aus.

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    Besonders verbreitet ist dm in Deutschland: Mehr als die Hälfte aller deutschen Haushalte versorgen sich laut Werner mit Produkten aus einem der 2096 dm-Märkte oder durch eine Onlinebestellung bei dm. Neben dem Onlinehandel sind deshalb auch Investitionen in das Filialnetz ein wichtiger Baustein.

    Mehr als 110 Millionen Euro investierte dm im vergangenen Geschäftsjahr in seine Filialen – und will in den kommenden Monaten noch einmal 120 Millionen hineinstecken. 2020/2021 ist die Drogeriemarktkette in Deutschland so um 45 Märkte gewachsen.

    Europas größter Drogeriewarenhändler arbeite außerdem am Marktstart in Polen als 14. europäischem Land. Die Anmietung eines Firmensitzes in Breslau sei bereits erfolgt. Somit sollen mehr als 40 Mitarbeiter die dm-Arbeitsgemeinschaft erweitern.

    Deutschlands beliebtester Händler

    Im November veröffentlichte die internationale Unternehmensberatung OC&C Strategy Consultants ein Ranking der zehn beliebtesten Händler in Deutschland in diesem Jahr. Die Drogeriemarktkette dm steht erneut an der Spitze dieses „Einzelhandel-Index 2021“.

    „Der Grund, warum dm unglaublich stark abgeschnitten hat, liegt in den Bereichen Vertrauen und Zuverlässigkeit. Die Kombination aus beidem hat die Drogeriemarktkette im diesjährigen Ranking unschlagbar gemacht“, so Christoph Treiber, Partner bei OC&C und einer der Autoren der Studie.

    Die Drogeriemarktkette sei auch einer der Gewinner der Coronakrise. „Sie waren als Nah- und Grundversorger durchgehend für die Verbraucher da, und sie haben es auch geschafft, in den Märkten zu wachsen, erklärt Treiber. Im deutschen Markt stieg der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um 5,8 Prozent.

    Im Einzelhandel-Index schlägt dm somit sogar Amazon.de, das auf Platz zwei liegt. Treiber erläutert, das schlechte Image im Bereich Nachhaltigkeit werde für Amazon zunehmend zum Problem. Dabei werde nachhaltiges Handeln zunehmend wichtiger für die Konsumenten.

    Entsprechend legt dm viel Wert auf ein nachhaltiges Image. Christoph Werner betonte bei der Vorstellung der Zahlen: „Dm möchte beispielhaft die Vorreiterrolle im Handel einnehmen, wenn es um die Beurteilung der ‚Enkeltauglichkeit‘ unserer Leistungserbringung für unsere Kunden geht.“

    Um nachhaltiger zu werden, hat dm 15 konkrete Ziele formuliert. Zum Beispiel will das Unternehmen nachhaltigere und umweltneutrale Produkte ins Sortiment aufnehmen, Produkte klarer kennzeichnen und einen Nachhaltigkeitskodex für Lieferketten einführen. Zudem sollen bis 2025 rund 90 Prozent der Verpackungen von dm-Produkten recyclingfähig sein. Und dm hat im vergangenen Mai ein Pilotprojekt gestartet, bei dem das Unternehmen in fünf Märkten Nachfüllstationen für Spül- und Waschmittel aufgebaut hat.

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