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19.01.2021

12:02

E-Commerce

Schraubenspezialist Würth wächst sogar im Corona-Jahr 2020 – dank des Onlinegeschäfts

Von: Martin-W. Buchenau

Würth hat seinen Umsatz 2020 leicht gesteigert. Das liegt auch daran, dass das Handwerk die Einbrüche bei der Nachfrage aus Autoindustrie und Maschinenbau kompensiert hat.

Ein Mitarbeiter des Großhändlers für Befestigungs- und Montagetechnik steht an einer Kommissionierungsstraße. dpa

Würth

Ein Mitarbeiter des Großhändlers für Befestigungs- und Montagetechnik steht an einer Kommissionierungsstraße.

Stuttgart Der vor einigen Jahren relativ spät eingeleitete, dafür aber massive Ausbau des E-Commerce hat sich für die Würth-Gruppe im Corona-Jahr 2020 besonders bezahlt gemacht: Der Umsatz wuchs in diesem Bereich überproportional um 5,8 Prozent und lag im vergangenen Jahr bei 2,8 Milliarden Euro. Inzwischen verdient Würth jeden fünften Euro im Internet.

Damit hat sich durch die Coronakrise mit Kontaktbeschränkungen und Lockdowns das Geschäft des Großhändlers für Befestigungs- und Montagetechnik verstärkt auf digitale Vertriebskanäle verlagert. Dieser Trend federte die massiven Rückgänge im Automobil- und Maschinenbau-Bereich ab. Würth beliefert Unternehmen in der Fertigung mit Schrauben, Werkzeugen und verschiedenen Materialien.

Mit dem konsequenten Ausbau des eigenen Digitalangebots wie einem Onlineshop bis hin zu Lösungen für die elektronische Beschaffung habe sein Unternehmen die richtige Strategie verfolgt, betont Würth-Chef Robert Friedmann. Auch die hohen Investitionen in die digitale Infrastruktur des Unternehmens hätten dafür gesorgt, dass Würth selbst in der Pandemie mit 20.000 Beschäftigten in Kurzarbeit immer lieferfähig geblieben sei. Derzeit befänden sich noch 2185 Beschäftigte in Kurzarbeit.

Gut liefen in der Pandemie auch die baunahen Bereiche mit einem Umsatzplus von 12,3 Prozent sowie der Elektrogroßhandel in Deutschland mit einem Plus von 10,8 Prozent. Die Segmente machen inzwischen rund 40 Prozent des Gesamtumsatzes aus. Dieser stieg um knapp ein Prozent auf 14,4 Milliarden Euro. „Das Handwerk, das wir in unserem Kerngeschäft mit Befestigungs- und Montagematerial versorgen, hat Systemrelevanz – das wirkte sich positiv auf unser Geschäft aus“, sagt Würth-Chef Friedmann.

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    Auch die Ertragslage hatte das Unternehmen aus Künzelsau während der Pandemie im Griff: Das Betriebsergebnis des Konzerns liegt nach vorläufigen Berechnungen des Managements mit 770 Millionen Euro auf dem Niveau des Vorjahres (2019). Als Gründe nannte Finanzchef Joachim Kaltmaier das strikte Kostenmanagement und die Zurückhaltung bei den Investitionen.

    Allein die Mobilitätskosten hätten sich um 100 Millionen Euro reduziert. „Wir haben in der Pandemie gelernt, dass wir auch mit deutlich weniger Ressourcenverbrauch auskommen“, sagt Kaltmaier.

    1500 Verkäufer sollen eingestellt werden

    Würth-Chef Friedmann will aber weiter an seiner Multikanalstrategie festhalten und allein 1500 Verkäufer einstellen. Wenn das gelingt, dürfte die Beschäftigtenzahl auf über 80.000 steigen. „Im Gegensatz zu Konkurrenten, die nur übers Netz verkaufen, sind wir der Überzeugung, dass der direkte Kundenkontakt unverzichtbar bleiben wird“, betont Friedmann.

    Auch die Zahl der Niederlassungen, in denen die Kunden die Waren abholen können, wuchs in Deutschland um sechs Prozent auf 550. Weltweit gibt es inzwischen 2300 Niederlassungen. Die Multikanalversorgung der Kunden habe sich in der Pandemie bewährt, der Kundenstamm habe sich um vier Prozent auf 3,9 Millionen weltweit erhöht. „Nur wenn wir Kunden hinzugewinnen, können wir unseren Wachstumskurs beibehalten“, betont Friedmann.

    Die Diversifizierung über viele Branchen und Weltregionen hinweg sorgt bei Standard & Poors für ein stabiles A-Rating bei der Kreditaufnahme.

    Eine Prognose für dieses Jahr will Friedmann wegen der pandemiebedingten Unsicherheiten noch nicht wagen. Der November und der Dezember 2020 seien aber mit einem Umsatzplus von jeweils sieben Prozent die besten Monate der vergangenen zwei Jahre gewesen.

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