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23.06.2022

18:58

Erhöhte Suchtgefahr

Juul darf keine E-Zigaretten mehr in den USA verkaufen

Von: Katharina Kort

Die US-Gesundheitsbehörde verbietet den Verkauf der beliebten Vaping-Produkte. Grund dafür ist das auf Kinder ausgerichtete Marketing.

Mit der Entscheidung enden die seit Jahren andauernden Untersuchungen gegen den Vaping-Anbieter. AP

Frau raucht eine E-Zigarette

Mit der Entscheidung enden die seit Jahren andauernden Untersuchungen gegen den Vaping-Anbieter.

New York Der amerikanische E-Zigaretten-Anbieter Juul darf in Zukunft seine Produkte nicht mehr in den USA vermarkten. Das hat die US-Gesundheitsbehörde FDA am Donnerstag bekannt gegeben. „Als Folge muss das Unternehmen den Verkauf und den Vertrieb dieser Produkte stoppen. Außerdem müssen alle Produkte, die sich derzeit in den USA auf dem Markt befinden, entfernt werden“, stellte die Behörde klar.

Mit der Entscheidung enden die seit Jahren andauernden Untersuchungen gegen den Vaping-Anbieter. Ihm wird vorgeworfen, mit seinem Marketing gezielt Kinder und Jugendliche angesprochen zu haben. Außerdem hat Juul in den USA hohe Nikotinmengen erlaubt, die Menschen schneller abhängig machen und die in anderen Ländern wie Deutschland verboten sind.

Mehrere Staatsanwälte hatten gegen Juul geklagt. 2019 hatte Juul bereits den Verkauf der E-Zigaretten, die vor allem bei Teenagern besonders beliebt waren, gestoppt, um damit einem Verbot zuvorgekommen. Aus Deutschland hat sich Juul bereits zurückgezogen. 

Die FDA wirft Juul vor, dass die eingesandten Daten nicht ausreichend und zum Teil widersprüchlich seien. Dabei geht es unter anderem um potenziell schädliche Chemikalien, die aus den Nachfüll-Pods austreten könnten.

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    Juuls größte Konkurrenten Reynolds American und NJOY Holdings dürfen dagegen ihre E-Zigaretten mit Tabakgeschmack weiterhin vertreiben.  

    Auch für den Tabakkonzern Altria ist das Verkaufsverbot ein herber Schlag. Altria hatte 2018 12,8 Milliarden für einen 38-Prozent-Anteil an Juul investiert. Inzwischen hat Altria die Beteiligung fast komplett abgeschrieben. Zuletzt stand sie noch mit einem Wert von 1,6 Milliarden Dollar in der Bilanz.

    Der Aktienkurs von Altria war bereits am Mittwoch deutlich gefallen, als das „Wall Street Journal“ berichtet hatte, dass die FDA die Produkte verbieten könnte.

    Juul kann nun entweder bei der FDA selbst oder vor Gericht Widerspruch einlegen. Das Unternehmen teilte mit, man lote derzeit alle juristischen Möglichkeiten aus.


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