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16.05.2022

14:03

Fluggesellschaft

Ryanair kann Verluste eindämmen und will wieder profitabel werden

Von: Torsten Riecke

Europas größter Billigflieger will vorerst keinen Ausblick auf das neue Geschäftsjahr wagen. „Die Erholung bleibt fragil“, warnt Vorstandschef Michael O'Leary.

Die irische Airline traut dem Buchungsaufschwung noch nicht. Reuters

Ryanair

Die irische Airline traut dem Buchungsaufschwung noch nicht.

London Nach zwei Jahren pandemischer Flaute will Europas größte Billigairline Ryanair in diesem Jahr wieder zulegen. Die Buchungen für den Sommer liegen zwar deutlich über dem Vorjahresniveau. „Die Erholung ist fragil“, warnte Konzernchef Michael O’Leary jedoch bei der Vorlage der Jahresergebnisse. Der 61-jährige Manager sah sich deshalb außerstande, einen Ausblick auf den weiteren Geschäftsverlauf des Jahres zu geben.

Gründe für die Unsicherheit sind vor allem die immer noch nicht endgültig überwundene Pandemie sowie der Krieg in der Ukraine. „Angesichts des anhaltenden Risikos negativer Nachrichten zu diesen beiden Themen ist es nicht praktikabel, wenn nicht sogar unmöglich, zu diesem Zeitpunkt eine vernünftige oder genaue Gewinnprognose abzugeben“, so Ryanair. Die Ryanair-Aktie fiel im frühen Handel um bis zu 3,5 Prozent.

Hinzu kommt, dass der weltweite Inflationsschub die Lebenshaltungskosten enorm in die Höhe getrieben hat und somit das Urlaubsbudget vieler Reisender vermindert. Ryanair konnte deshalb bislang die Ticketpreise nicht wie erhofft anheben und musste im ersten Quartal die Nachfrage mit Preisnachlässen ankurbeln.

Dennoch geht die irische Fluggesellschaft davon aus, dass sie ihre Passagierzahl im laufenden Geschäftsjahr von zuvor 97 auf 165 Millionen steigern kann. Das wären sogar mehr Passagiere als beim bisherigen Rekord von 149 Millionen. Man sei „vorsichtig optimistisch“, dass die Flugpreise in der Hochsaison im Sommer sogar leicht über das Niveau von 2019 steigen könnten.

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    Der Konzern strebe eine „angemessene Profitabilität“ an, teilte das Unternehmen mit. Das klingt deutlich vorsichtiger als noch Ende März, als O‘Leary in einem Interview noch ankündigte: „Wir wären enttäuscht, wenn wir in den nächsten zwölf Monaten nicht mehr als eine Milliarde Gewinn machen würden.“

    Ryanair gleichauf mit dem Rivalen Easyjet

    Im abgelaufenen Geschäftsjahr konnte Ryanair seinen Nettoverlust mithilfe von Kostensenkungen von gut einer Milliarde auf 355 Millionen Euro deutlich verringern. Analysten hatten sogar noch etwas mehr erwartet und einen Zielwert von 370 Millionen Euro ausgerechnet. Der Umsatz verdreifachte sich übers Jahr auf 4,8 Milliarden Euro.

    Damit ist Ryanair ähnlich wie der Konkurrent Easyjet auf dem Weg, die alte Flughöhe aus der Zeit vor der Pandemie wieder zu erreichen. Easyjet hatte kürzlich stark steigende Buchungszahlen vermeldet und angekündigt, im Sommer „annähernd auf das Flugniveau von 2019“ zurückzukehren. Der Ryanair-Rivale wird am kommenden Donnerstag seine Halbjahresergebnisse vorlegen.

    Mit ungewöhnlich scharfen Worten kritisierte O'Leary Boeing, den Hauslieferanten der Airline. „Boeing braucht einen Neustart im Management“, sagte er in einem TV-Interview mit CNBC. Ryanair hat von der 737-Max 210 Stück bestellt und interessiert sich auch für geplante Langversion 737-Max 10. Doch nach zwei Abstürzen mit einer Max steht der US-Luftfahrtkonzern unter starker Beobachtung der US-Luftfahrtaufsicht FAA. Die fristgerechte Zulassung der 737-Max 10 wackelt bedrohlich.

    O'Leary zeigte sich unzufrieden mit der Zahl der gelieferten Max. Zudem beklagte er, dass aus den USA nichts mehr zur Langversion der Max gehört habe, seit die Verhandlungen im September vergangenen Jahres abgebrochen worden seien.

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