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27.07.2022

19:36

Flugzeugbauer

Probleme mit Lieferketten: Airbus schraubt Produktionsziele für dieses Jahr nach unten

Von: Gregor Waschinski

Die Materialknappheit macht dem europäischen Flugzeugbauer zu schaffen. Bis Ende 2022 will Airbus rund 700 Verkehrsflugzeuge ausliefern – 20 weniger als geplant.

Weil unter anderem Triebwerke fehlen, wird Airbus in diesem Jahr nur etwa 700 Maschinen ausliefern. Reuters

Airbus A350

Weil unter anderem Triebwerke fehlen, wird Airbus in diesem Jahr nur etwa 700 Maschinen ausliefern.

Toulouse Noch in der vergangenen Woche hatte Airbus-Chef Guillaume Faury erklärt, dass der weltgrößte Flugzeugbauer seine Produktionsziele für 2022 „auf keinen Fall“ aufgeben werde. Bei der Präsentation der Halbjahreszahlen am Mittwoch schlug Faury dann andere Töne an: Wegen wegen Verzögerungen bei wichtigen Zulieferern werde der Konzern im laufenden Jahr nun rund 700 Verkehrsflugzeuge ausliefern, 20 weniger als geplant.

In den ersten sechs Monaten übergab Airbus mur 297 Maschinen an seine Kunden – gut 40 Prozent des Jahresziels. „Wir sind zu dem Schluss gekommen, dass die Lieferketten nicht in der Lage sind, unseren ursprünglichen Plan zu stützen“, sagt Faury. Es sei „schwierig, den Rückstand in der zweiten Jahreshälfte aufzuholen“.

Betroffen ist vor allem die A320-Familie, der Verkaufsschlager von Airbus. Das Ziel, die Produktion der Kurz- und Mittelstreckenflieger auf 65 Stück pro Monat hochzufahren, wurde von Mitte 2023 auf Anfang 2024 verschoben. Am Ziel von monatlich 75 Maschinen aus der A320-Familie hält Faury wegen der „starken Nachfrage von Kunden“ fest. 

Airbus muss sich insbesondere bei Triebwerken gedulden. Das Unternehmen hat nach eigenen Angaben auf seinem Gelände derzeit 26 sogenannte Gleiter stehen. Im Branchenjargon werden so fast fertige neue Flugzeuge bezeichnet, denen nur noch die Antriebe unter den Tragflächen fehlen. Faury will die Zahl der Gleiter bis Jahresende wieder auf null bringen.

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    Warum Airbus an den Ertragszielen festhält

    Der Airbus-Chef sagte, dass man die Zulieferer „so viel wie möglich“ unterstütze. „Wir nehmen sie aber auch in die Pflicht, weil wir darauf angewiesen sind, dass sie die Produktion hochfahren.“ Kürzlich hatte Faury in einem Interview mit der „Financial Times“ kritisiert: „Nicht alle Triebwerksbauer haben früh genug mit dem Hochfahren der Produktion begonnen, obwohl wir es ihnen gesagt haben.“

    Der Airbus-Chef betonte, dass sich die weltweite Erholung des Luftverkehrs nach der Corona-Pandemie fortsetze. An den Ertragszielen für 2022 hält der Flugzeugbauer fest. Der bereinigte Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) soll in diesem Jahr 5,5 Milliarden Euro erreichen, verglichen mit 4,9 Milliarden Euro im vergangenen Jahr.

    Im ersten Halbjahr 2022 habe Airbus „in einem komplexen Geschäftsumfeld eine solide finanzielle Performance“ hingelegt, sagte Faury. Neben den Problemen bei den Lieferketten machen sich bei dem Flugzeugbauer auch der Fachkräftemangel und die steigenden Energiepreise bemerkbar.

    In den ersten sechs Monaten konnte Airbus mit einem Ebit von 2,65 Milliarden Euro das Niveau des Vorjahreszeitraums halten. Unter dem Strich blieb ein Gewinn von 1,9 Milliarden Euro, der aufgrund von Bewertungseffekten niedriger ausfiel als vor einem Jahr.

    Der Umsatz des Konzerns im ersten Halbjahr 2022 betrug 24,8 Milliarden Euro, verglichen mit 24,6 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum. Gestützt wurde das Geschäft dabei vor allem durch die Rüstungssparte des Konzerns, deren Einnahmen um 26 Prozent von 3,9 auf 4,9 Milliarden Euro anstiegen.

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