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16.09.2022

12:00

Größtes Volksfest der Welt

Oktoberfest in Zeiten von Corona: „Die Menschen haben wieder Lust zu feiern“

Von: Axel Höpner

Das größte Volksfest der Welt sorgt in München für Milliardenumsätze. Doch Corona könnte den Andrang auf dem Oktoberfest in diesem Jahr bremsen.

Im Jahr 2019 wurde zuletzt das Oktoberfest in München gefeiert. IMAGO/Nordphoto

Oktoberfest

Im Jahr 2019 wurde zuletzt das Oktoberfest in München gefeiert.

München Nach zwei Jahren Coronapause startet am Samstag das 187. Oktoberfest. „Die Menschen haben wieder Lust zu feiern“, sagte Münchens Wirtschaftsreferent und Wiesn-Chef Clemens Baumgärtner dem Handelsblatt.

Das größte Volksfest der Welt bringe insgesamt mehr als eine Milliarde Euro Umsatz und sei für den Einzelhandel in München in schwierigen Zeiten ein Segen. „Viele Trachtenläden sind ausverkauft, und die Margen sind hier für den Textileinzelhandel gut.“ Auch das Handwerk profitiere, das sehe man beim Aufbau.

In den vergangenen Jahren war die Wiesn wegen der Coronapandemie ausgefallen. „Jeder hat die Entscheidungsfreiheit zu kommen oder nicht“, sagte Baumgärtner. Es sei möglich, dass es anfangs etwas Zurückhaltung gebe, weil sich die Menschen erst einmal ein Bild machen wollten. Zudem sind die Wetterprognosen für den Start durchwachsen.

Wie fast immer ist das Bier wieder teurer geworden. Am günstigsten ist die Maß mit 12,60 Euro im Museumszelt auf der „Oidn Wiesn“, in der Käfer Wiesn-Schänke kostet der Liter Bier 13,70 Euro. Im Schnitt zogen die Preise laut Stadt im Vergleich zu 2019 um knapp 16 Prozent an.

Ausgeschenkt werden in den 17 Festzelten mit zusammen rund 120.000 Sitzplätzen die speziellen Oktoberfestbiere der sechs Münchener Großbrauereien Augustiner, Hacker-Pschorr, Löwenbräu, Paulaner, Spaten und Staatliches Hofbräuhaus.

Oktoberfest

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Für die Münchener Wirte ist der Zuschlag für ein Zelt auf der Wiesn ein besonderes – und durchaus lukratives – Privileg. Einer der Neuen ist in diesem Jahr Lorenz Stifftl mit der „Schützenlisl“. Wiesnwirt zu werden, sagte er, sei eine ähnliche Krönung, „wie wenn ein Pfarrer plötzlich Bischof wird“.

Für die Stadt ist das Oktoberfest ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Laut einer Umfrage des Wirtschaftsreferats gaben die rund 6,3 Millionen Besucher bei der letzten Wiesn 2019 im Schnitt 71 Euro pro Person direkt auf dem Festgelände aus, insgesamt knapp eine halbe Milliarde Euro.

Großteil der Besucher kommt nach wie vor aus Bayern

Verpflegung, Einkäufe in der Stadt und Taxifahrten ließen sich die auswärtigen Besucher demnach insgesamt rund 290 Millionen Euro kosten. Hinzu kamen gut 500 Millionen Euro für Übernachtungen und Gastronomie.

Auch wenn zum Beispiel im Löwenbräu-Zelt viele Italiener und Australier anzutreffen sind: Im Kern ist die Wiesn noch immer ein bayerisches Volksfest. Zuletzt kamen 70 Prozent der Besucher aus dem Freistaat, davon 62 Prozent aus München und dem Umland.

Oktoberfest dpa

Oktoberfest

Im Jahr 2019 wurde zuletzt das Oktoberfest in München gefeiert.

Wie viele Besucher es in diesem Jahr werden, wagt kaum jemand zu schätzen. Auch in diesem Jahr fühlen sich nicht alle wohl bei dem Gedanken an ein Oktoberfest in Zeiten von Corona. Nach Volksfesten schnellten die Infiziertenzahlen des Öfteren nach oben, zuletzt beim Straubinger Gäubodenvolksfest. „Für diejenigen, die auf die Wiesn gehen: Die Übertragungswahrscheinlichkeit ist hoch“, sagte Christoph Spinner, Pandemiebeauftragter des Klinikums rechts der Isar der TU München.

Doch Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter sagte: „Es kommt doch langsam Wiesn-Stimmung auf.“ Nach drei Jahren sei es wieder an der Zeit, „Normalität zu leben“. Um die ohnehin schon belasteten Notaufnahmen in den Krankenhäusern nicht noch weiter zu überfüllen, gibt es auf dem Oktoberfest in diesem Jahr erstmals einen Computertomographen. Bei Platzwunden soll so gleich vor Ort Schlimmeres ausgeschlossen werden.

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