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29.07.2022

11:15

Handelskonzern

Amazon wächst stärker als erwartet – Aktie steigt stark

Von: Katharina Kort

Der Handelsriese wächst vor allem mit der Cloud-Sparte AWS und den externen Verkäufern. Der eigene Onlinehandel ist rückläufig und schreibt Verluste.  

Der Handelskonzern hat die Erwartungen der Experten übertroffen. Reuters

Amazon

Der Handelskonzern hat die Erwartungen der Experten übertroffen.

New York Der weltgrößte Onlinehändler Amazon hat im zweiten Quartal trotz hoher Inflation und Rezessionssorgen deutlich mehr Umsatz gemacht. Die Erlöse legten im Vergleich zum Vorjahr um sieben Prozent auf 121,2 Milliarden Dollar (119 Milliarden Euro) zu, wie der Konzern am Donnerstag nach US-Börsenschluss mitteilte. Unterm Strich machte Amazon dennoch zwei Milliarden Dollar Verlust. Das Unternehmen musste die Beteiligung am Elektroautobauer Rivian erneut abwerten.

Dennoch übertrafen die Zahlen die Erwartungen der Investoren. Der Kurs der Amazon-Aktie stieg am Freitagmorgen vorbörslich um mehr als zwölf Prozent.

„Amazon hat die Markterwartungen wieder einmal übertroffen und ist trotz der allgemeinen Abkühlung der Wirtschaft weitergewachsen“, kommentiert Julian Skelly vom Beratungshaus Publicis Sapient das Quartalsergebnis. Dieser Erfolg sei nicht zuletzt auf die „stickiness“ des Prime-Angebots und die immer stärker werdenden Vertriebskapazitäten des Unternehmens zurückzuführen, sagt Skelly.

„Trotzdem wirken sich der Inflationsdruck und die allgemeine Kaufzurückhaltung auf Amazon aus“, bemerkt Skelly und weist darauf hin, dass das Wachstum diesmal einstellig ist, während es „in fast allen der vergangenen 101 Quartale“ bei mehr als zehn Prozent lag. Da müsse man sich fragen, ob dies der richtige Zeitpunkt sei, die Preise für Prime-Abonnements zu erhöhen.

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    Das Wachstum kam auch in diesem Quartal vor allem von der Cloud-Tochter AWS, dem Marktplatz für externe Anbieter und dem Werbegeschäft. Im eigenen klassischen E-Commerce-Geschäft ist der Umsatz dagegen im zweiten Quartal gegenüber dem Vorjahr um vier Prozent auf 50,9 Milliarden Dollar zurückgegangen.

    Und während das Cloud-Geschäft einen operativen Gewinn von 5,7 Milliarden Dollar erwirtschaftet, stand beim Geschäft jenseits der lukrativen AWS ein operativer Verlust von insgesamt 2,4 Milliarden Dollar unterm Strich. Wie viel davon auf den klassischen Onlinehandel zurückgeht, weist Amazon nicht separat aus.

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    Amazon hat die Entwicklung des Onlinehandels maßgeblich geprägt. Doch um auch in Zukunft erfolgreich zu bleiben, sind Veränderungen notwendig.

    Trotz anhaltenden Inflationsdrucks bei Benzin, Energie und Transport mache Amazon Fortschritte bei der Kostenkontrolle, erklärte Vorstandschef Andy Jassy. So sei insbesondere die Produktivität im Lager- und Liefernetzwerk verbessert worden. Dennoch nahmen die Betriebsausgaben gegenüber dem Vorjahreswert um rund zwölf Prozent auf 117,9 Milliarden Dollar zu.

    Was sie Anleger optimistisch stimmte, war vor allem der Ausblick auf das laufende Quartal: Amazon erwartet Erlöse zwischen 125 Milliarden und 130 Milliarden Dollar. Beim Gewinn dagegen ist alles zwischen null Dollar und 3,5 Milliarden Dollar drin – deutlich weniger als die 4,9 Milliarden Dollar im dritten Quartal 2021. Und weniger als im jüngsten Quartal – vor den Rivian-Abschreibungen.

    Als Rivian im November an die Börse ging, war Amazons Beteiligung noch 27 Milliarden Dollar wert. Doch seitdem hat der Onlinehändler gleich zweimal milliardenschwere Abschreibungen auf sein Investment vorgenommen: Im ersten Quartal schrieb Amazon 7,6 Milliarden Dollar, im zweiten Quartal 3,9 Milliarden Dollar auf die Beteiligung ab, die heute gerade einmal fünf Milliarden Dollar wert ist.

    Bei den Abschreibungen handelt es sich bisher nur um Papierverluste, die nicht die Cash-Position von Amazon beeinflussen. Amazon will auch selbst die Produkte von Rivian nutzen: Es will Ende dieses Jahres Tausende Rivian-Vans in 100 Städten auf den Straßen haben und 100.000 bis zum Jahr 2030.

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