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29.06.2021

17:04

Lebensmittel

Feinkostsalate Homann wird verkauft – 400 Stellen fallen weg

Von: Katrin Terpitz

Ein Wettbewerber aus den Niederlanden übernimmt die Marke von der Theo-Müller-Gruppe. Das unrentable Hauptwerk in Dissen wird geschlossen.

Der Feinkosthersteller schließt sein Hauptwerk in Dissen. dpa

Homann Feinkost

Der Feinkosthersteller schließt sein Hauptwerk in Dissen.

Düsseldorf Die Unternehmensgruppe Theo Müller verkauft ihre unrentable Sparte Feinkostsalate Homann und schließt das Hauptwerk in Dissen. Der Hersteller galt als Sanierungsfall und fuhr Verluste ein. Die Müller-Gruppe hatte bereits länger nach einem Käufer für Homann Feinkostsalate gesucht; zuletzt hatte der Fleischkonzern Tönnies mit seiner Zur Mühlen-Gruppe Interesse angemeldet. Die Verhandlungen scheiterten jedoch.

Die Marke „Homann Feinkostsalate“ hat nun der niederländische Salathersteller Signature Foods übernommen, der insgesamt 600 Mitarbeiter unter anderem beim Salathersteller Johma beschäftigt. Signature Foods gehört seit Jahresende zum britischen Finanzinvestor Pamplona Capital Management. Über den Kaufpreis wurde nichts mitgeteilt.

Für 400 Homann-Mitarbeiter im Teutoburger Wald, die bisher Feinkostsalate produzieren, ist zum Jahreswechsel Schluss. Das zweite Homann-Werk in Bottrop mit rund 200 Mitarbeitern bleibt bestehen. Käufer ist eine Tochter der Wernsing-Gruppe. Der Wettbewerber und Marktführer produziert unter der Marke „Popp Feinkost“.

„Lange haben wir gemeinsam mit unseren Mitarbeitenden nach Perspektiven gesucht, um den Standort Dissen zu erhalten. Schlussendlich ist das aus betriebswirtschaftlicher Sicht nicht machbar“, teilte Marcus Almeling am Dienstag mit. Der Finanzchef der Theo-Müller-Gruppe ist auch für die Nicht-Molkerei-Sparten zuständig. Gemeinsam mit der Arbeitnehmervertretung würden sozialverträgliche Lösungen gesucht.

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    „Die Nachricht kam sehr überraschend und ist ein Schock für alle Beschäftigten. 140 Jahre Homann in Dissen werden auf den Müllhaufen der Geschichte geworfen“, sagte Sebastian Zöppel von der Gewerkschaft NGG Osnabrück dem Handelsblatt.

    Konzentration auf Dressings und Soßen

    Insgesamt floriert der Markt für Feinkost. Homann konnte jedoch nicht vom Wachstum in dem Sektor profitieren. Die Beschäftigten bangen seit vielen Jahren um ihre Jobs. Bereits vor vier Jahren war beschlossen worden, das Werk in Dissen zu schließen und in Sachsen neu zu bauen. Die Pläne zerschlugen sich.

    Erst vergangene Woche war bekannt geworden, dass Homann-Chef Helmut Hoerz das Unternehmen verlässt. Er wechselt als Finanzchef und Vorstandssprecher zur ebenfalls kriselnden Privatbrauerei Warsteiner. Der Sanierungsexperte Hoerz hatte den Verkauf vorbereitet. Er hatte bereits kleinere Werke geschlossen.

    Die Homann Feinkost GmbH vertreibt als Tochter der Theo-Müller-Gruppe künftig unter der Marke „Homann“ zwar keine Feinkostsalate mehr, aber weiterhin Dressings und Soßen. Am Standort Lintorf wurden in den vergangenen beiden Jahren mehr als 170 Millionen Euro investiert. Dort werden Salatdressings hergestellt. Fischprodukte werden unter der Marke Nadler produziert.

    Das traditionsreiche Familienunternehmen Theo Müller mit Stammsitz im bayerischen Aretsried machte 2020 knapp sechs Milliarden Euro Umsatz. Mehr als 26.600 Beschäftigte arbeiten bei der Gruppe. Die Feinkostsparte erwirtschaftete zuletzt mehr als 635 Millionen Euro Umsatz.

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