Handelsblatt App
Jetzt 4 Wochen für 1 € Alle Inhalte in einer App
Anzeigen Öffnen
MenüZurück
Wird geladen.

16.08.2022

12:20

Lieferdienst

Essenslieferdienst Delivery Hero hält an Gewinnaussichten fest – Aktie legt deutlich zu

Das Kerngeschäft der Berliner soll noch bis Jahresende schwarze Zahlen schreiben. Doch der Blick auf den Lebensmittel-Liefermarkt bleibt kritisch.

Der Lieferdienst will das Plattformgeschäft spätestens bis Jahresende in die schwarzen Zahlen bringen. Reuters

Delivery Hero

Der Lieferdienst will das Plattformgeschäft spätestens bis Jahresende in die schwarzen Zahlen bringen.

Berlin Der Essenslieferdienst Delivery Hero blickt trotz des weltweiten Wirtschaftsabschwungs optimistisch in die Zukunft. „Es ist ein herausforderndes Jahr für alle und wir schaffen es trotzdem, weiterhin zu wachsen. Wahrscheinlich sind wir aktuell der am schnellsten wachsende Essenslieferdienst“, sagte Finanzchef Emmanuel Thomassin am Dienstag bei der Vorstellung des Quartalsberichts der Nachrichtenagentur Reuters.

Am Aktienmarkt kam die Zuversicht gut an. Die Aktie kletterte um mehr als 13 Prozent auf ein Sechs-Monats-Hoch bei 56,46 Euro und verhalf auch Konkurrenten wie Just Eat Takeaway.com zu Gewinnen. Zum Jahresstart war das inzwischen wieder im Mittelwerteindex MDax notierte Papier allerdings noch rund 99 Euro wert gewesen. Im Juni war Delivery Hero aus dem Leitindex Dax abgestiegen.

Im laufenden dritten Quartal will Delivery Hero den Angaben zufolge den Bruttowarenwert (GMV) um knapp elf Prozent auf 10,6 Milliarden Euro steigern. In Asien, dem größten Markt des weltweit tätigen Konzerns, wird ein Zuwachs von acht Prozent angepeilt. Das sei „offensichtlich positiv“, urteilte Berenberg-Analystin Sarah Simon. Von April bis Juni kam der Konkurrent des Lieferando-Eigners Just Eat Takeaway.com noch auf ein GMV-Plus von 18 Prozent auf 9,9 Milliarden Euro.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    Die Abschwächung des Wachstums begründete Thomassin damit, dass die Menschen wieder häufiger rausgehen und essen, vor allem „in diesem heißen Sommer“. Die Inflation wirke sich hingegen kaum aus.

    Delivery Hero will deutlich wachsen und schwarze Zahlen schreiben

    Delivery Hero bekräftigte seinen Geschäftsausblick. Demnach will das Unternehmen noch im laufenden Quartal mit seinem Plattformgeschäft, also der Lieferung von in Restaurants zubereiteten Mahlzeiten, operativ und bereinigt die Gewinnschwelle erreichen - einschließlich des in diesem Jahr übernommenen spanischen Konkurrenten Glovo. Zudem soll der Bruttowarenwert ohne Glovo um mindestens 26 Prozent zulegen.

    Damit setzen die Berliner sich hohe Ziele: Just Eat Takeaway.com aus den Niederlanden peilt beim mit dem GMV vergleichbaren Bruttotransaktionswert (GTV) ein Plus im einstelligen mittleren Prozentbereich an und der britische Konkurrent Deliveroo, an dem Delivery Hero auch beteiligt ist, rechnet inzwischen nur noch mit Zuwächsen bis zu zwölf Prozent.

    Gibt sich zuversichtlich: Der Delivery-Hero-Finanzchef. PR

    Emmanuel Thomassin

    Gibt sich zuversichtlich: Der Delivery-Hero-Finanzchef.

    Delivery Hero profitiert weiter davon, dass sich Menschen weltweit daran gewöhnt haben, ihre Mahlzeiten online zu bestellen und nach Hause bringen zu lassen. Inzwischen liefert das Unternehmen nicht mehr nur Restaurantessen aus, sondern auch Lebensmittel. Dafür wurde ein Lagernetz aufgebaut, das inzwischen weltweit aus 1125 Standorten besteht. Allerdings verschlingt das auch viel Geld, weswegen Thomassin mit Blick auf die Kosten inzwischen erwägt, einige Lager in der zweiten Jahreshälfte zu schließen.

    Das Unternehmen hat sich in der Vergangenheit immer wieder an Konkurrenten wie Zomato, Rappi, Deliveroo und auch dem Lebensmittel-Lieferdienst-Startup Gorillas beteiligt.

    Letzterer benötigt Medienberichten zufolge bald frisches Geld von Investoren. Ob sich Delivery Hero an einer Finanzierungsrunde erneut beteiligen würde, ließ Thomassin offen: „Es ist ein schwieriger Markt in dieser Situation.“

    Von

    rtr

    Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

    Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

    Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

    ×