Handelsblatt App
Jetzt 4 Wochen für 1 € Alle Inhalte in einer App
Anzeigen Öffnen
MenüZurück
Wird geladen.

19.10.2021

09:00

Lieferdienste

Delivery Hero beteiligt sich an Lieferdienst Gorillas

Von: Christoph Kapalschinski

Der Deal bewertet das Start-up mit 1,8 Milliarden Euro. Der Gründer äußert sich optimistisch – dabei ist die Bewertung deutlich niedriger als erhofft.

Ausgerechnet am Firmensitz in Berlin machen wilde Streiks von Fahrern seit Monaten Schlagzeilen. AP

Gorillas-Logo auf Depot in Berlin

Ausgerechnet am Firmensitz in Berlin machen wilde Streiks von Fahrern seit Monaten Schlagzeilen.

Hamburg Der Dax-Konzern Delivery Hero hat den Einstieg bei dem jungen Schnelllieferdienst Gorillas offiziell bestätigt. Die Berliner teilten am Dienstagmorgen mit, sie führten die aktuelle Finanzierungsrunde an. Demnach investieren sie 200 Millionen Euro und halten nun rund acht Prozent an dem Start-up.

Delivery Hero ist der größte Investor in der Runde, die Gorillas vor Geldzufluss mit 1,8 Milliarden Euro bewertet. Insgesamt fließen Gorillas knapp 860 Millionen Euro zu. An der aktuellen dritten Wachstumsrunde beteiligen sich auch der chinesische Handelskonzern Tencent sowie der US-Investor Coatue, der bereits seit der ersten Wachstumsrunde im vergangenen Dezember dabei ist.

Gorillas-Chef Kagan Sümer erzielt mit dem Deal eine deutlich geringere Bewertung als vor einigen Monaten spekuliert. „Diese Investition untermauert unsere globalen Ambitionen und die Möglichkeiten, die die Branche bietet“, erklärte Sümer dennoch.

Delivery-Hero-Chef Niklas Östberg nannte in der Mitteilung zudem aktuelle Zahlen zu Gorillas. Demnach kommt das im vergangenen Jahr gegründete Unternehmen inzwischen auf hochgerechnet knapp 260 Millionen Euro Umsatz – basierend auf dem aktuellen kurzfristigen Umsatz. Gorillas wachse weiterhin monatlich zweistellig. Gorillas erreiche die höchste Wiederbestellrate der Branche, lobte Östberg.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    In Deutschland erfährt Gründer Sümer jedoch Gegenwind. Ausgerechnet am Firmensitz in Berlin machen wilde Streiks von Fahrern seit Monaten Schlagzeilen. Zuletzt kündigte das Unternehmen daher einer dreistelligen Zahl von Mitarbeitern fristlos. Das hat Auswirkungen: So ist die Nutzer-Bewertung der App deutlich gesunken.

    Delivery Hero könnte Gorillas künftig bei Expansion des Angebots einbinden

    Offenbar erschwerten die Aktionen auch das Einsammeln von frischem Geld und sind eine Ursache der Bewertung, die niedriger ausgefallen ist als spekuliert. Noch im Mai war spekuliert worden, Gorillas strebe eine Bewertung von sechs Milliarden Euro an.

    Zunächst war der US-Lieferdienst Doordash als Investor gehandelt worden. Die Amerikaner beteiligten sich stattdessen am direkten Gorillas-Konkurrenten Flink. Gorillas hatte zuletzt im März 244 Millionen Euro eingesammelt, unter anderem bei Coatue und DST, die nun Geld nachschießen.

    Der neue Investor Delivery Hero baut derzeit seinen eigenen Schnelllieferdienst unter der Marke Foodpanda in Deutschland auf. In Berlin ist das Angebot, das Lieferungen aus Restaurants mit der Lieferung von Supermarktartikeln und anderen Waren verbindet, bereits am Markt. Künftig könnte Delivery Hero bei der Expansion des Angebots Gorillas einbinden. Angaben dazu machte der Dax-Konzern aber nicht. Erst vor wenigen Tagen hatte Delivery Hero eine ähnliche App in Mittelamerika übernommen.

    Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

    Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

    Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

    ×