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06.07.2022

17:02

Lieferdienste

EU-Wettbewerbshüter durchsuchen Büros von Delivery Hero

Von: Florian Kolf

Neben dem Essenslieferdienst ist auch der gerade übernommene Wettbewerber Glovo von den Ermittlungen betroffen. Es geht um den Verdacht der Kartellbildung.

EU-Ermittler haben Büros des Konzerns in Berlin durchsucht. Reuters

Delivery Hero

EU-Ermittler haben Büros des Konzerns in Berlin durchsucht.

Brüssel, Düsseldorf Die EU-Wettbewerbshüter haben die Büros des Essenslieferdienstes Delivery Hero in Berlin und ihres erst kürzlich übernommenen spanischen Wettbewerbers Glovo wegen des Verdachts der Kartellbildung durchsucht. Man arbeite vollumfänglich mit der EU-Kommission zusammen, um bei den Ermittlungen zu unterstützen, teilten Delivery Hero wie auch Glovo am Mittwoch mit.

Delivery Hero hatte am Montag die an Silvester bekannt gegebene Übernahme von Glovo vollzogen. Zuvor schon hatten die beiden Unternehmen sich aber abgestimmt und sich gegenseitig Landesgesellschaften verkauft, um das Portfolio zu bereinigen. 2020 beispielsweise hatte Delivery Hero das Geschäft von Glovo in neun südamerikanischen Ländern für rund 230 Millionen Euro gekauft.

Wie die EU-Kartellbehörde zuvor bekannt gegeben hatte, hat sie bei verschiedenen Essens- sowie Lebensmittellieferdiensten in zwei Ländern Durchsuchungen durchgeführt. Es bestehe der Verdacht einer Kartellbildung nach Artikel 101 des Vertrags über die Arbeitsweise der Europäischen Union. Ob weitere Unternehmen betroffen sind, wurde nicht bekannt.

Die Durchsuchungen bedeuteten nicht, dass das Unternehmen tatsächlich gegen Wettbewerbsrecht verstoßen habe, betonte die Kommission in einer Mitteilung. Es nehme auch nicht das Ergebnis der Ermittlungen vorweg. Firmen, die gegen EU-Wettbewerbsregeln verstoßen haben, drohen Bußgelder von bis zu zehn Prozent ihres Jahresumsatzes.

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    „Die Untersuchung betrifft eine mutmaßliche Vereinbarung oder aufeinander abgestimmte Verhaltensweise zur Aufteilung nationaler Märkte für die Onlinebestellung und -lieferung von Lebensmitteln und anderen Konsumgütern“, teilte die Kommission weiter mit. Das Bundeskartellamt hat die EU-Behörde bei der Untersuchung unterstützt.

    Zu den größten Lieferdiensten in der EU gehören neben dem gerade erst aus dem Dax abgestiegenen Unternehmen Delivery Hero der Lieferando-Eigner Just Eat Takeaway.com, Uber Eats sowie Wolt von Doordash. Bis auf Delivery Hero teilten alle mit, bei ihnen habe es keine Durchsuchungen gegeben. Das erklärten ebenso die Lebensmittelschnelllieferdienste Gorillas und Flink.

    Im hart umkämpften Markt startet die Konsolidierung

    Der Markt für Lieferdienste in Europa ist hart umkämpft. In kürzester Zeit wurden mit dreistelligen Millionensummen von Investoren zahlreiche Anbieter aufgebaut, die aber alle noch weit von einem profitablen Betrieb entfernt sind.

    Deshalb hat eine Konsolidierungswelle in der Branche eingesetzt. Einzelne Anbieter haben sich von regionalen Märkten verabschiedet. So hat Flink den französischen Wettbewerber Cajoo übernommen, Gorillas hat Frichti aus Frankreich geschluckt. Jüngst hatte der mit Milliarden bewertete Expressdienst Jokr sein Europageschäft eingestellt, nachdem Übernahmegespräche gescheitert waren.

    Mit Agenturmaterial

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