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01.08.2022

16:53

Luftfahrt

Boeing darf bald wieder Dreamliner liefern – auch an Lufthansa

Von: Jens Koenen

Die US-Luftfahrtaufsicht FAA gibt die Fertigung des Langstreckenflugzeugs wieder frei. Lufthansa könnte den ersten Jet noch im August bekommen.

Lufthansa darf hoffen, nach großer Verzögerung im August den ersten Langstreckenjet geliefert zu bekommen. imago images/NurPhoto

Dreamliner der niederländischen KLM

Lufthansa darf hoffen, nach großer Verzögerung im August den ersten Langstreckenjet geliefert zu bekommen.

Frankfurt Die US-Luftfahrtaufsicht FAA hat offensichtlich die Fertigung des Langstreckenjets Boeing 787 (Dreamliner) wieder freigegeben. Eine Nachricht, die auch bei Lufthansa für Erleichterung sorgt: Noch im August könne das Luftfahrtunternehmen die erste Maschine der Baureihe bekommen.

Eine offizielle Bestätigung gibt es zwar bisher nicht. Aber das in der Regel sehr gut informierte Fachmagazin „Aviation Week“ berichtete von der Entscheidung der FAA, auch die Nachrichtenagenturen Reuters und Bloomberg haben entsprechende Informationen vorliegen.

Bei der Produktion des Dreamliners hatte es immer wieder massive Probleme gegeben. Mal wurde Werkzeug in den Jets gefunden, das Arbeiter vergessen hatten, dann stimmte die Qualität von Zulieferteilen nicht. Zuletzt hatten Haarrisse an bestimmten Komponenten dazu geführt, dass Boeing den Bau des Jets erneut stoppen musste.

Nun hat das Unternehmen der FAA angeblich ausreichend dokumentieren können, wie die Probleme behoben werden. Auch Zahl und Umfang der Testflüge sollen nun genügen. Damit kann Boeing vor allem beginnen, bereits produzierte Flugzeuge zu überarbeiten und endlich an die Kunden zu übergeben. Mehr als 100 Jets sollen mittlerweile geparkt sein.

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    Viele Kunden warten sehnsüchtig auf das Flugzeug, schließlich zieht der Luftverkehr gegen Ende der Pandemie kräftig an. Die verschleppte Lieferung neuer Maschinen verstärkt die Probleme, die es schon so im Flugbetrieb aktuell gibt.

    Lieferprobleme bringen Airlines in Bedrängnis

    So hat sich Lufthansa unter anderem wegen der Lieferprobleme dazu entschlossen, den eigentlich schon ausgemusterten Doppeldecker Airbus A380 zu reaktiven. Ab dem kommenden Sommer soll er wieder fliegen.

    Lufthansa wartet dabei nicht nur auf die georderten Dreamliner, auch die Boeing 777-X verzögert sich. Das Flugzeug sollte 2023 geliefert werden, Verspätung bereits inklusive. Mittlerweile ist klar, dass es noch länger dauert: Erst 2025 sollen die ersten Flugzeuge an Kunden gehen.

    Die Lufthansa-Spitze hatte beschlossen, die Zahl der sogenannten Vierstrahler – Jets mit vier Triebwerken – stark zu reduzieren. Die A380 sollte rausgenommen werden, die Boeing 747-8 dagegen noch bleiben. Stattdessen will der Konzern wie andere Airlines auf der Langstrecke auf zweimotorige Flugzeuge setzen.

    Sie sind nicht nur effizient. Sie sind auch optimaler auszulasten, weil sie etwas kleiner sind. Es fällt leichter, für sie kontinuierlich eine ausreichende Zahl an Fluggästen zu finden. Die Wahl fiel dabei neben dem Airbus A350 auf die Boeing 787 (Dreamliner).

    Dreamliner-Problem kostet Boeing 5,5 Milliarden Dollar

    Auch für Boeing ist die Freigabe der Produktion endlich wieder eine gute Nachricht. Seit den schrecklichen Abstürzen zweier Boeing 737 Max steckt der Konzern in einer tiefen Krise. Die damalige Führung hatte mehr Wert auf Aktienrückkäufe und Kurssteigerungen als auf echte Innovationen und hohe Sicherheitsstandards gelegt.

    Der Airbus-Rivale leidet bis heute darunter. Im zweiten Quartal sackte der Nettogewinn um über 70 Prozent auf 160 Millionen Dollar in den Keller. Der Umsatz sank um zwei Prozent auf 16,7 Milliarden Dollar. Allein die Probleme mit dem Dreamliner dürften den US-Konzern am Ende 5,5 Milliarden Dollar kosten. Immerhin konnte Boeing auf der Luftfahrtmesse in Farnborough kürzlich einige neue Aufträge an Land ziehen.

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