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03.05.2022

14:53

Luftfahrt

Hauptstadtflughafen BER bleibt tief in roten Zahlen

Airport-Chefin Aletta von Massenbach ist für 2022 optimistischer und peilt einen operativen Gewinn an. Für Ärger sorgen weiterhin Baumängel.

Die Coronakrise trifft den Hauptstadtflughafen härter als andere Airports. dpa

Flughafen Berlin Brandenburg

Die Coronakrise trifft den Hauptstadtflughafen härter als andere Airports.

Berlin Der Hauptstadtflughafen BER setzt nach einem erneut hohen Konzernverlust im vergangenen Jahr für dieses Jahr bei abebbender Corona-Pandemie auf einen operativen Gewinn. „Wir sind für 2022 insgesamt froh gestimmt“, sagte BER-Chefin Aletta von Massenbach am Dienstag auf der Bilanz-Pressekonferenz.

An einigen Tagen liege der Flugverkehr schon fast wieder auf Vorkrisenniveau. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen (Ebitda) und Sondereffekten dürfte auf plus 177,4 Millionen Euro steigen, nach minus elf Millionen Euro 2021.

Unterm Strich rechnet der Berliner Airportbetreiber FBB aber weiter mit roten Zahlen. Wegen hoher Verschuldung und Altlasten erwartet der FBB einen Konzernverlust von gut 147 Millionen Euro, nach minus 569,1 Millionen Euro im vorigen Jahr.

Die Coronakrise trifft den Hauptstadtflughafen härter als andere Airports, da der BER wegen der jahrelangen Verzögerung am Bau und der hohen Verschuldung keine Finanzpolster hat. „Wir haben unser Eigenkapital aufgebraucht“, räumte von Massenbach ein. Die mittel- und langfristigen Verbindlichkeiten kletterten per Ende Dezember auf 5,1 Milliarden Euro.

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    Der Airport ist deshalb noch bis 2026 auf rund 2,4 Milliarden Euro Schützenhilfe seiner staatlichen Eigner Berlin, Brandenburg (je 37 Prozent) und des Bundes (26 Prozent) angewiesen. Die EU-Kommission hat im Februar bereits 1,7 Milliarden Euro Finanzhilfen genehmigt. Die noch nötigen 0,7 Milliarden Euro werde man nach zwei Jahren Wartezeit bei der EU beantragen.

    Dies seien aber keine Staatshilfen, erläuterte die Airport-Chefin. 2026 wolle man sich dann wieder am Kapitalmarkt selbst finanzieren können – „ohne die Unterstützung der Gesellschafter“.

    Neuer Flughafen, kaputte Laufbänder

    Für 2022 setzt von Massenbach auf einen anziehenden Flugverkehr und damit einen Anstieg der Passagierzahlen auf rund 17 Millionen, nach 9,95 Millionen im Vorjahr. Dies wären dennoch erst 48 Prozent des Niveaus von 2019 und damit aus der Zeit vor der Virus-Pandemie. Der gesamte FBB-Umsatz soll 2022 auf fast 550 Millionen Euro steigen. Hier hofft man auch auf einen dreistelligen Millionen-Betrag aufgrund von Grundstücksverkäufen.

    Im vorigen Jahr betrugen die Erlöse etwa 272 Millionen Euro. Die FBB kann derzeit negative Folgen des Ukraine-Kriegs auf den Luftverkehr und damit das Geschäft am Flughafen nur schwer einschätzen und nicht ausschließen.

    Der Flughafen vor den Toren Berlins war nach jahrelangen Verzögerungen am Bau Ende 2020 eröffnet worden. Die FBB kämpft immer noch damit, auch zu Spitzenzeiten einen reibungslosen Ablauf zu sichern. Zudem sorgen Baumängel für Ärger. So müssen 17 eigentlich neue Laufbänder komplett saniert werden – für einen einstelligen Millionenbetrag.

    Von

    rtr

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