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11.04.2022

17:01

Lufthansa-Aktie

Logistikunternehmer Kühne stockt Beteiligung an Lufthansa auf

Von: Jens Koenen

Im Frachtbereich von Europas größter Airline-Gruppe sieht der Unternehmer viele Chancen – auch in der Zusammenarbeit mit Kühne + Nagel.

Der Logistikunternehmer hat seinen Anteilsbesitz an Lufthansa verdoppelt und hält nun rund zehn Prozent der Aktien. picture alliance / Christian Cha

Klaus-Michael Kühne

Der Logistikunternehmer hat seinen Anteilsbesitz an Lufthansa verdoppelt und hält nun rund zehn Prozent der Aktien.

Frankfurt Klaus-Michael Kühne hat bei Lufthansa aufgestockt. Der erfolgreiche Unternehmer besitzt nun 10,01 Prozent an Europas größter Airline-Gruppe. Bisher waren es fünf Prozent der Aktien gewesen. Das geht aus einer Stimmrechtsmitteilung von Lufthansa am Montag hervor. Gekauft hat Kühne über seine Beteiligungsfirma KA Logistik Beteiligungen GmbH, eine Tochter der Kühne Holding mit Sitz in Hamburg.

Kühne spricht von einer „hervorragenden Abrundung des bisherigen Beteiligungsportfolios, in der logistisches Know-how über diverse unabhängige Beteiligungen gebündelt ist“. Er wolle für Lufthansa ein „langfristiger, stabiler und verlässlicher Partner sein“.

Kühne war vor rund einem Monat überraschend bei Lufthansa eingestiegen. Die Transaktion weckte Erinnerungen an Heinz Hermann Thiele. Der mittlerweile verstorbene Unternehmer und Gesellschafter des Zulieferers Knorr-Bremse hatte sich unmittelbar vor Beginn der Pandemie mit einem größeren Aktienpaket bei Lufthansa engagiert. Mittlerweile hat sich die Familie von den meisten Anteilen wieder getrennt.

Bei Kühne liegt der Fall etwas anders. Gegenüber der Tageszeitung „Die Welt“ hatte sich der Unternehmer vor einigen Tagen erstmals zu seiner Motivation geäußert. Dabei verwies er auf das starke Geschäft von Lufthansa Cargo, der Frachttochter von Lufthansa. Es gibt also ein strategisches Interesse.

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    Gleichzeitig deutete er an, weitere Aktien kaufen zu wollen. „Wir haben unseren Anteil an der Lufthansa ausgebaut und werden unser Engagement weiter erhöhen“, sagte Kühne der Zeitung. Aktuell ist Kühne der zweitgrößte Einzelaktionär der „Hansa“. Größter Anteilseigner ist der Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF) des Bundes mit 14,09 Prozent. Der Staat will seine Beteiligung aber in den nächsten Monaten abbauen.

    Will Kühne auch in den Aufsichtsrat von Lufthansa?

    Nach wie vor unklar ist, ob Kühne einen Sitz im Aufsichtsrat von Lufthansa fordern wird. Es würde zu seinem Vorgehen passen. Bei seiner Beteiligung Hapag-Lloyd hat er einen Sitz im Kontrollgremium und hätte gerne noch einen zweiten.

    So oder so kommt auf Lufthansa ein unbequemer Aktionär zu. Der 84-Jährige, der den Hamburger SV sowie die Kühne Logistics University in Hamburg finanziert, einst die Reederei Hapag-Lloyd vor dem Kollaps bewahrte und den Bau der Elbphilharmonie finanziell unterstützte, gilt als durchsetzungsstark.

    Kühnes Unternehmen Kühne + Nagel ist in der Luftfracht ein großer Kunde von Lufthansa Cargo. Zudem mietet Kühne + Nagel zwei Boeing 747-8F von der US-Charter- und Frachtairline Atlas Air Worldwide. Der vierstrahlige Jet ist das größte Frachtflugzeug auf dem Markt. Kühne + Nagel will mit den Großraumfrachtern nach eigenen Angaben die seit Monaten fragilen Lieferketten stärken, insbesondere auf den transpazifischen Verbindungen.

    Die Beteiligung an der Cargo-Mutter Lufthansa ist also Teil seiner Strategie, sein Logistikimperium weiter auszubauen – über alle Verkehrswege hinweg und weltweit. Leisten kann sich der Unternehmer das. Kühne zählt mit einem geschätzten Vermögen von mindestens 30 Milliarden Euro zu den reichsten Unternehmern Deutschlands.

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