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27.06.2022

18:07

Luftverkehr

Lufthansa bringt den A380 wieder in die Luft

Von: Jens Koenen

PremiumDer Doppeldecker soll im Sommer kommenden Jahres wieder abheben. Wie viele des Super-Jumbos dann fliegen werden, steht allerdings noch nicht fest

Der Doppeldecker kehrt zurück. Der Lufthansa-Vorstand will das Dickschiff im kommenden Sommer wieder abheben lassen. imago images/HMB-Media

Ein Airbus A380 von Lufthansa am Flughafen Frankfurt

Der Doppeldecker kehrt zurück. Der Lufthansa-Vorstand will das Dickschiff im kommenden Sommer wieder abheben lassen.

Frankfurt Viele Luftfahrtfans werden jubeln. Bei Lufthansa kehrt der Airbus A380 zurück. „Aufgrund der stark gestiegenen Nachfrage nach Flugtickets und der verzögerten Auslieferung bestellter Flugzeuge reaktiviert Lufthansa den Airbus A380“, teilte der Konzern am späten Montagnachmittag mit. Der Langstreckenjet werde voraussichtlich ab Sommer 2023 wieder im Einsatz sein. „Das Unternehmen prüft aktuell, wie viele A380 wieder abheben werden und welche Ziele der Airbus anfliegen wird“, heißt es in der Mitteilung.

Schon länger kursieren Gerüchte, dass die „Hansa“ ihre Doppeldecker reaktivieren werde. Lufthansa-Chef Carsten Spohr hatte entsprechende Überlegungen vor wenigen Tagen auf einer Branchentagung bestätigt. Man werde im Juli entscheiden, hatte er gesagt. Nun ging es sogar noch etwas schneller. Vielleicht auch, weil die Lufthansa im aktuellen Flugchaos und nach dem Verlust des fünften Skytrax-Sterns mal wieder eine gute Nachricht verbreiten wollte.

Für die Rückkehr sprechen allerdings auch einige handfeste Gründe. Der sicherlich wichtigste neben dem großen Andrang auf Flugtickets ist die von Lufthansa erwähnte Verzögerung bei der geplanten Flottenmodernisierung. Eigentlich hatte das Management beschlossen, die Zahl der sogenannten Vierstrahler – Jets mit vier Triebwerken – stark zu reduzieren. Der A380 sollte rausgenommen werden, die Boeing 747-8 dagegen noch bleiben.

Wie viele andere Airlines setzt Lufthansa auf der Langstrecke künftig stark auf zweimotorige Flugzeuge. Sie sind nicht nur effizient. Sie sind auch optimaler auszulasten, weil sie etwas kleiner sind. Es fällt leichter, für sie kontinuierlich eine ausreichende Zahl an Fluggästen zu finden.

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    Die Wahl fiel dabei neben dem Airbus A350 auf die Boeing 787 (Dreamliner) und die Boeing 777-X. Allerdings hat der US-Luftfahrtkonzern derzeit große Probleme. Beim Dreamliner will die US-Luftfahrtbehörde FAA jedes einzelne Flugzeug abnehmen. Hintergrund sind große Versäumnisse von Boeing bei den schrecklichen Abstürzen zweier Boeing 737 Max. Die 777-X wiederum sollte mit Verspätung 2023 geliefert werden. Mittlerweile ist klar, dass es noch länger dauert.

    Neue Jets kommen später als geplant

    Zwar kann sich Lufthansa zum Teil aus dem eigenen Fuhrpark und dort eigentlich zur Ausmusterung vorgesehen Flugzeugen bedienen: etwa beim Airbus A340-300 und beim Airbus A340-600. Doch der A380 bietet auf „Rennstrecken“, also Verbindungen mit einer sehr hohen Nachfrage, Vorteile. Er fasst mehr als 500 Passagiere. Ist der Doppeldecker gut belegt, gilt er trotz seiner vier Triebwerke durchaus als effizient. Zudem ist er äußerst komfortabel, bietet selbst in Eco-Klasse Platz und ist extrem leise unterwegs.

    „Wir haben heute entschieden, dieses nach wie vor sehr beliebte Flugzeug ab Sommer 2023 bei Lufthansa wieder in Betrieb zu nehmen“, heißt es in einem Schreiben des Vorstands an die Kunden und Kundinnen der Lufthansa. Und weiter: „Darüber hinaus verstärken und modernisieren wir unsere Flotten allein in den kommenden drei Jahren mit rund 50 neuen Langstreckenflugzeugen vom Typ Airbus A350, Boeing 787 und Boeing 777-9 sowie über 60 neuen Airbus A320/321.“

    Lufthansa besaß 14 der Dickschiffe. Sechs hat das Unternehmen mittlerweile verkauft. Damit hätte das Management Zugriff auf acht A380.

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