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13.11.2018

07:52

Moderiese

Bei Tom Tailor ist die Krise zurück

Von: Christoph Kapalschinski

Heftige Probleme bei der zugekauften Kette Bonita lassen die Schulden im dritten Quartal deutlich steigen und konterkarieren das Sanierungsprogramm.

Bei Tom Tailor ist die Krise zurück dpa

Modekette Tom Tailor

Der Sanierungskurs geht langsamer voran als geplant.

Hamburg Neue Schulden statt Sanierung: Beim Hamburger Modekonzern Tom Tailor stehen die Zeichen wieder auf Krise. Mit den Zahlen des dritten Quartals muss der einstige Börsenliebling neue deutliche Probleme bei seiner Marke Bonita einräumen. Gegenüber dem Vorjahr steigen die Schulden daher um 24,5 Millionen Euro auf 161,2 Millionen Euro.

Grund dafür ist deutlich negativer freier Cashflow von 24,4 Millionen Euro im abgelaufenen Quartal. Im Vorjahreszeitraum war die Kennzahl, die zeigt, ob ein Unternehmen Geld verbrennt, bei null. Die Eigenkapitalquote liegt nun bei 32,4 Prozent. Diese Kennzahl gibt an, wie verschuldet ein Unternehmen ist.

Tom Tailor ist eigentlich seit etwa drei Jahren auf Sanierungskurs und wollte im laufenden Jahr aus dem Gröbsten rauskommen. Doch die 2012 zugekaufte Kette Bonita mit Mode für etwas ältere Kundinnen belastet den Konzern weiterhin erheblich. Chef Heiko Schäfer schiebt die aktuellen Probleme vor allem auf das Wetter – so seien hohe Lagerbestände angefallen.

Allerdings hatte Tom Tailor ähnliches bereits Anfang des Jahres gemeldet – und wollte die Probleme damals schnell überwinden. Dazu ist es nun offenbar nicht gekommen. Die Probleme bei Bonita überdecken die Sanierungserfolge bei der Kernmarke Tom Tailor, die nach Ladenschließungen mit schmalerer Kollektion wieder erfolgreicher agiert.

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    Der Gesamtumsatz der Gruppe sank im dritten Quartal um 3,2 Prozent – ohne Berücksichtigung sowieso geplanter Rückgänge wegen Ladenschließungen durch das Sanierungsprogramm. Insgesamt schrumpfte der Quartals-Umsatz sogar um über zehn Prozent auf 214 Millionen Euro. Das operative Ergebnis (Ebit) fiel um fast 90 Prozent auf 1,5 Millionen Euro.

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    Schäfer kündigte an, für Bonita nun „alle Optionen“ prüfen zu wollen. Diese Formulierung beinhaltet normalerweise auch einen Verkauf oder eine Schließung. Werthaltigkeit und Markenwert sollen nun eingehend geprüft werden.

    Zunächst wolle sich Tom Tailor jedoch darauf konzentrieren, die Marke kurzfristig wieder besser aufzustellen. Allerdings hatte Schäfer dazu bereits umfangreiche Ladenschließungen und eine Neupositionierung des Sortiments vorgenommen.

    Viele Stellschrauben dürften daher nicht mehr bleiben. Bereits Ende September hatte Tom Tailor seine Prognose nach unten korrigiert. Schon damals hatte die gebeutelte Aktie deutlich verloren.

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