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13.09.2021

16:32

Onlinehändler

Übernahmekampf um Zooplus: Hellman & Friedman erhöht Angebot für Tierbedarfshändler

Von: Anja Müller

460 Euro je Zooplus-Aktie will der Finanzinvestor Hellman & Friedman dem Onlinehändler bieten. Die beiden weiteren interessierten Investoren haben noch keine bindenden Angebote vorgelegt.

Der Online-Tierbedarfshändler braucht frisches Geld. dpa

Zooplus

Der Online-Tierbedarfshändler braucht frisches Geld.

Düsseldorf Im milliardenschweren Bieterkampf um den Münchner Online-Tierbedarfshändler Zooplus hat der Finanzinvestor Hellman & Friedman (H&F) sein Angebot erhöht. Es würde die Gegenleistung in bar von 390 Euro je Aktie um 70 Euro auf 460 Euro je Zooplus-Aktie erhöht, teilte Zooplus in einer Pflichtmitteilung in der Nacht zum Montag mit.

In der Pressemitteilung des Finanzinvestors Hellman & Friedman heißt es: „Nach ausführlichen Gesprächen mit den Stakeholdern der Gesellschaft und um die anhaltenden Spekulationen über andere, jedoch noch ungewisse indikative Angebote Dritter zu beenden“, habe man sich für das höhere Angebot entschieden.

Damit werden die Aktien des Onlinehändlers für Tierbedarf insgesamt mit knapp 3,3 Milliarden Euro bewertet. H&F hatte bereits Mitte August ein Gebot in Höhe von 390 Euro vorgelegt, das vom Unternehmen unterstützt wurde.

Zooplus sucht für seinen Expansionskurs eine stabilere Aktionärsstruktur, heißt es aus dem Umfeld des Unternehmens. Im ersten Halbjahr 2021 setzte Zooplus rund eine Milliarde Euro um, das sind 16 Prozent mehr als im ersten Halbjahr 2020.

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    Das seit 2009 an der Börse notierte Unternehmen führt auch Gespräche mit zwei weiteren Finanzinvestoren, der schwedischen EQT und dem US-amerikanischen Investor KKR. Von beiden wurden bislang keine bindenden Angebote an die Aktionäre angekündigt.

    Aktienkurs von Zooplus steigt auf mehr als 473 Euro

    Hellman & Friedman hatte bereits beim ersten Angebot bekanntgegeben, das 1999 gegründete und in mehr als 30 europäischen Ländern aktive Unternehmen nach einer Übernahme von der Börse nehmen zu wollen. Der Aktienkurs von Zooplus stieg am Montag zeitweise auf mehr als 473 Euro.

    Grafik

    Nach Ansicht von Analysten hat das Papier seit dem Börsendebüt solide notiert. Mit dem Bieterrennen nun ist der Kurs stark angestiegen. Kratzte er vor dem Angebot am 13. August knapp an der 300-Euro-Marke, ist der Kurs seitdem stabil deutlich darüber. Mit dem neuen Angebot hat H&F noch mal um mehr als ein Fünftel erhöht.

    Mit der von Hellman & Friedman eingesetzten Zwischengesellschaft Zorro Bidco hat Zooplus bereits eine Investorenvereinbarung geschlossen, um eine strategische Partnerschaft einzugehen. Die Mindestannahmequote für das Gebot soll bei 50 Prozent plus einer Aktie liegen.

    Zooplus ist in einem Wachstumsmarkt unterwegs. Als reiner Onlinehändler steht Zooplus mit 1,8 Milliarden Euro Umsatz im vergangenen Geschäftsjahr auf Platz Nummer zwei im europäischen Heimtierbedarfsmarkt hinter dem Konkurrenten Fressnapf mit 2,65 Milliarden Euro Umsatz, aber einem Online-Umsatz von rund 160 Millionen Euro. Während bei Zooplus der Online-Umsatz, also der Gesamtumsatz, um 18 Prozent stieg, stieg er bei Fressnapf um 40 Prozent im Online-Geschäft.

    „Der Heimtiermarkt ist besonders nachhaltig“

    Das große Interesse der Investoren erklärt Analyst Volker Bosse von der Baader Bank so: „Der Heimtiermarkt ist besonders nachhaltig, weil man die Tiere jahrelang hält, die Nachfrage daher wenig volatil ist und es wenig Retouren gibt, was in anderen E-Commerce-Sektoren ein Belastungsfaktor ist.“ Den Online-Anteil am europäischen Heimtiermarkt taxiert er auf 15 bis 20 Prozent, Zooplus hat davon wiederum 40 Prozent Marktanteil.

    Bosse sieht in dem Angebot für Anleger eine gute Gelegenheit, gemessen am letzten Kurs vor dem Übernahmeangebot. Und: „Das Rennen zwischen den drei Bietern ist noch offen. Falls sich KKR und EQT entschließen sollten, auch ein Angebot abzugeben, werden sie höhergehen müssen. Anleger sollten sich das interessiert anschauen und dann auch verkaufen.“

    Zu einem möglichen Delisting sagte Bosse: „Der Freefloat dürfte zukünftig gering sein und, je höher die nächsten Übernahmeangebote ausfallen, immer geringer werden.“

    Der größte Einzelinvestor, die Maxburg GmbH, hat sich bereits angedient. Sie gehört der RAG-Stiftung. Dort arbeitet auch der frühere Zooplus-Mitgründer und Finanzvorstand Florian Seubert.

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