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30.12.2022

16:36

Silvester

Welche Baumärkte 2022 kein Feuerwerk verkaufen

Mehrere große Baumärkte bieten in diesem Jahr kein Feuerwerk zum Verkauf an, um Tiere und Umwelt zu schützen. Das stößt auf Kritik bei einem Händler.

Silvester-Feuerwerkskörper gestapelt in einem Discounter Imago

Kein Feuerwerk bei Baumärkten

Mehrer große Baumärkte bieten 2022 für Silvester kein Feuerwerk zum Verkauf an.

Wer für die nahende Silvesternacht ein Feuerwerk plant und noch nichts eingekauft hat, wird in diesem Jahr in vielen deutschen Baumärkten nicht fündig werden. Denn die Händler verkaufen keine Raketen und Böller aus Umweltgründen – teilweise schon seit Jahren.

Kurz vor Jahresende profitiert die deutsche Pyrobranche besonders vom Feuerwerksverkauf. Ein Feuerwerkshändler kritisiert die Haltung der Baumärkte.

Welche Baumärkte keine Feuerwerkskörper anbieten, lesen Sie im Folgenden.

Obi, Bauhaus und andere Baumärkte bieten kein Silvester-Feuerwerk an

Für Hornbach ist der Schritt nicht neu. Der Baumarkt schreibt auf seiner Website: „Wir haben uns schon 2019, insbesondere aus Gründen des Tier- und Umweltschutzes, dafür entschieden, ab 2020 kein Feuerwerk mehr anzubieten.“ Auf Anregung von Kunden, Tierschutzvereinen und Umweltverbänden habe der Händler eine „klare Entscheidung“ getroffen.

Auch Bauhaus verkauft nach eigenen Angaben in seinen Filialen seit 2020 kein Feuerwerk oder feuerwerksähnliche Produkte mehr. Das Mannheimer Unternehmen berief sich damals in einer Pressemitteilung darauf, „im Sinne der Nachhaltigkeit und des Umweltschutzes“ zu handeln.

Laut der Tierschutzvereinigung Peta verkaufen außerdem folgende Baumärkte mindestens seit 2021 keine Feuerwerkskörper mehr:

  • Obi
  • Toom
  • Globus Baumarkt
  • Baywa AG

Eine Ausnahme gibt es bei Obi: In Filialen, die nicht zentral gesteuert werden, könnte Feuerwerk noch verkauft werden, sagte eine Obi-Sprecherin der Bild"-Zeitung.

Peta fordert gemeinsam mit anderen Tierschutz-, Umwelt- und Ärzteverbänden sowie der Gewerkschaft der Polizei seit Längerem ein endgültiges Feuerwerksverbot unter dem Hashtag #böllerciao.

Feuerwerkshändler Comet: Feuerwerks-Boykott „scheinheilig“

Richard Eickel, Chef des Bremerhavener Feuerwerkshändlers Comet, hält die Argumentation der Baumärkte mit Tierwohl und Umweltschutz für „scheinheilig“. Dem „Weser-Kurier" sagte er: „Baumärkte waren im Feuerwerksverkauf auch vor Corona nicht sonderlich stark.“ Zwischen den Feiertagen hätten die Leute offenbar etwas anderes zu tun, als im Baumarkt einzukaufen. Wichtigster Vertriebskanal für das Silvester-Feuerwerk bleiben Supermärkte und Discounter. Abschließend sagte Eickel: „Ich stelle mich gerne der Diskussion über die Umwelt. Aber man sollte nicht etwas verbieten, was eine lange Tradition hat und den Menschen Freude bereitet.“ Die Feinstaubbelastung aus der Silvesternacht betrage nicht einmal ein Prozent der gesamten Jahresmenge in Deutschland, rechnete Eickel vor.

Feuerwerksverbot während Pandemie: Verlust für Pyrobranche

Mehr als 90 Prozent des Geschäfts machen der größte europäische Feuerwerkshersteller Weco und die deutsche Pyrobranche an den drei letzten Tagen des Jahres. „Vor Corona waren wir immer profitabel mit einer Umsatzrendite von etwa fünf Prozent“, erläutert Weco.

Während der Coronapandemie wurde der Verkauf von Feuerwerk zu Silvester gesetzlich verboten. Der Pyro-Umsatz brach von 104 Millionen auf 15 Millionen Euro im Geschäftsjahr 2020/21 ein.

Mit Agenturmaterial.

Von

ssch

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