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25.08.2022

16:41

Sportartikel-Spezialist

Fitness-Firma Peloton macht Milliardenverlust – Aktie stürzt um 18 Prozent ab

Von: Olga Scheer

Peloton hatte zu Beginn der Pandemie stark von der Schließung von Fitnessstudios profitiert. Mittlerweile leidet der Sportartikel-Spezialist unter Fehlinvestitionen.

Mit der Aufhebung von Corona-Einschränkungen ging das Interesse an Geräten der Firma wieder zurück. AP

Peloton

Mit der Aufhebung von Corona-Einschränkungen ging das Interesse an Geräten der Firma wieder zurück.

Düsseldorf Der Sportartikel-Spezialist Peloton hat das vergangene Quartal mit einem Milliardenverlust abgeschlossen. Unter dem Strich sammelte sich ein Fehlbetrag von gut 1,24 Milliarden Dollar (1,24 Milliarden Euro) an. Ein Jahr zuvor hatte der Verlust noch bei 313 Millionen Dollar gelegen.

Der Umsatz sackte in dem Ende Juni abgeschlossenen vierten Geschäftsquartal um mehr als 28 Prozent auf knapp 679 Millionen Dollar ab, wie die New Yorker Firma am Donnerstag mitteilte.

Peloton befindet sich derzeit mitten in einem groß angelegten Umbau. Zu Beginn der Pandemie hatte der Hersteller stark von der Schließung von Fitnessstudios profitiert. Die Verkäufe der Trainingsfahrräder und Laufbänder für Zuhause stiegen an – Interessenten mussten zum Teil lange auf ihre Geräte warten.

Peloton interpretierte den Schub allerdings nicht als Sonderkonjunktur, sondern als Beginn einer Wachstumsära und investierte in den Ausbau der Kapazitäten bis hin zum Bau einer Fabrik in den USA.

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    Das erwies sich als schwerwiegende Fehlkalkulation: Mit der Aufhebung von Coronaeinschränkungen ging das Interesse an den Fitnessgeräten der Firma wieder zurück – Peloton saß auf hohen Lagerbeständen, der Bau der Fabrik in den USA wurde sogar wieder gestoppt. Im Juli beschloss das Unternehmen dann, die Geräteproduktion ganz an einen Auftragsfertiger auszulagern.

    Ein Drittel des Verlusts geht auf Umbaumaßnahmen zurück

    Von dem operativen Verlust von 1,24 Milliarden Dollar gehe rund ein Drittel auf die Umbaumaßnahmen zurück, schrieb Firmenchef Barry McCarthy. Der ehemalige Finanzchef von Spotify und Netflix räumte in einem Brief an die Aktionäre ein, dass man die Zahlen bei einer negativen Einstellung als bedrohlich interpretieren könne. „Aber was ich sehe, ist ein erheblicher Fortschritt bei unserem Comeback und der langfristigen Widerstandsfähigkeit von Peloton.“

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    McCarthy schilderte sogar eine Anekdote aus seiner Jugend, in der er auf einem Frachtschiff gearbeitet habe. In einer Nacht sei er von einem Alarm geweckt worden und habe miterlebt, wie der Kapitän das riesige Schiff scharf gewendet habe, um zwei Männer aus dem Wasser zu retten. „Peloton ist wie dieses Frachtschiff“, schreibt McCarthy. Der Alarm sei ausgelöst worden und alle seien auf ihren Posten.

    McCarthy hat erst im Februar den Mitgründer und Vorstandsvorsitzenden John Foley ersetzt. Foley hatte mit seinem Rücktritt dem Druck der Investoren nachgegeben, denen vor allem die finanzielle Lage Sorgen machte.

    Der Peloton-Chef bekräftigte, dass er die Zukunft von Peloton weniger im Geräteverkauf als im Geschäft mit Trainingskursen und Software sehe. Er wäre „begeistert“, wenn jemand die Peloton-App mit Fitnessgeräten anderer Hersteller nutzen würde, sagte er in einer Telefonkonferenz mit Analysten. Inhalte seien das „Kronjuwel“ der Firma.

    Die Herausforderung sei aktuell, Kundengruppen zu erschließen, die Peloton bisher nicht erreiche. Aktuell seien 96 Prozent der Peloton-Technik in den Haushalten Fitness-Bikes. Zu den Plänen McCarthys gehört, dass Käufer die Geräte von Peloton selbst zusammenbauen, statt dies von der Firma erledigt zu bekommen.

    Kooperation mit Amazon

    Am Mittwoch gab Peloton bekannt, künftig in den USA die Fitnessgeräte auch über den Onlinehändler Amazon vertreiben zu wollen. Bislang setzte Peloton auf einen exklusiven Vertrieb über seine eigenen Websites und Showrooms. Die Partnerschaft mit Amazon soll die Verkäufe wieder in Gang bringen – die Aktie reagierte zunächst positiv.

    In einer ersten Reaktion am Donnerstag ließen Anleger die Aktie im US-Handel allerdings zeitweise um mehr als 18 Prozent fallen.

    Mit Agenturmaterial.

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